Philippe Soutter: «Ich betrachte mich als gescheitert»

Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 22.03.2010

Am Samstag ist für die Unihockey Tigers Langnau eine durchzogene Saison im Halbfinal zu Ende gegangen. Trainer Philippe Soutter, der das Emmental nach zweijähriger Tätigkeit in Richtung Tessin verlassen wird, blickt zurück.

Philippe Soutter im Element: Mit dem extrovertierten und leidenschaftlich arbeitenden Zürcher verliert die Mobiliar League eine ihrer schillerndsten Persönlichkeiten. Obwohl Soutter mit den Langnauer Tigers zwei Cup-Titel geholt hat, sagt er: «Ich konnte zu wenig bewegen.»

Marcel Bieri

Neunter Final in Serie

Vier Spiele, vier Siege und ein Torverhältnis von 29:9 – souveräner lässt es sich kaum in den Final einziehen. Zum neunten Mal in Folge partizipiert der SV Wiler-Ersigen an der alles entscheidenden Serie, aus den bisherigen acht Teilnahmen resultierten fünf Meistertitel. Der Triumphzug der Unteremmentaler basiert auf der Kombination von homogenem Kollektiv und individueller Klasse – beispielsweise jener von Topskorer Christoph Hofbauer, der sich in neun Playoff-Partien 14 Treffer und sieben Assists gutschreiben liess. Den Schlusskampf um den begehrten Pokal bestreitet Wiler-Ersigen gegen Rychenberg Winterthur; die Zürcher setzten sich gegen Chur mit 4:1 Siegen durch. Die Finalserie beginnt am Mittwoch, 31.März, um 20 Uhr in der Kirchberger Grossmatt. Die weiteren Heimspiele des Titelverteidigers – eines wird es auf Grund der Best-of-7-Formel mindestens noch geben – werden in der Zuchwiler Eishalle stattfinden.

Die Tigers haben die vier Playoff-Partien gegen Wiler-Ersigen allesamt mit mindestens vier Toren Differenz verloren. Warum war Ihr Team derart chancenlos?
Philippe Soutter: Wir waren nicht chancenlos. Wir hatten am Schluss oft den Torhüter durch einen weiteren Feldspieler ersetzt, wodurch die Resultate deutlicher wurden. Leider waren wir nicht fähig, in den wichtigen Situationen die Kadenz zu erhöhen, zu beschleunigen. Und, dies soll aber keine Ausrede sein, die Gegentore basierten oftmals auf individuellen Schnitzern. Unser Verhalten in der Defensive war fahrlässig und nahm teilweise gar kabarettistische Züge an.

In der Vorsaison hatte Ihr Team Wiler-Ersigen über die volle Distanz gefordert, diesmal gelang dies bei weitem nicht. Wie schwer wiegt die Enttäuschung?
Nicht sonderlich schwer, weil sich unser Ausscheiden gewissermassen abgezeichnet hatte. Wir konnten Wiler diesmal nicht Paroli bieten.

Bei einem Grossteil der Tigers-Spieler schien nach dem Kampf um die Playoffs und dem Cup-Sieg die Luft draussen zu sein.
Das ist richtig, die Batterien waren leer, aber eher in mentaler, nicht in körperlicher Hinsicht. Dass wir gegen Wiler nicht nochmals zulegen konnten, nachdem uns zuletzt so viel gelungen war, hat mich erstaunt. Die einzige plausible Erklärung hierfür ist tatsächlich, dass uns am Schluss die Energie gefehlt hat. Wir haben in dieser Saison durch all die Kämpfe, sei es mit den Gegnern oder mit uns, zu viel Kraft liegen lassen. Aber auch meine Batterien sind leer, auch ich bin kaputt. Deshalb ist der Trainer wohl das Spiegelbild des Teams – oder umgekehrt.

Nach zwei Jahren als Trainer der Unihockey Tigers Langnau verlassen Sie den Verein – mit welchen Gefühlen?
Das Positive überwiegt sicherlich. Aus sportlicher Sicht wäre ein Meistertitel die Krönung gewesen, aber gerade in dieser Saison haben wir mit dem erneuten Cup-Sieg und dem Bronzeplatz in Anbetracht der Umstände das Optimum herausgeholt.

Trotz der sportlichen Erfolge: In Anbetracht der Spannungen ist die Trennung nach dieser Spielzeit der einzig logische Schritt.
Klar, jene Impulse, die ich setzen wollte, wurden nicht angenommen. Ich konnte zu wenig bewegen, zu wenig Einfluss nehmen. Ich betrachte mich deshalb als gescheitert. Ich muss auch sagen, dass ich mit dem Team in dieser Konstellation nicht mehr weiter arbeiten möchte, weil die Geleise zu eingefahren sind.

Inwiefern?
Der Einbezug der Jungen war sicherlich positiv. Aber gerade in der Qualifikation hatte dieses Team zu viele Leistungsträger, die keine Leader waren. Ich wollte einiges bewegen, aber es gibt in dieser Mannschaft Spieler, die sich nicht bewegen lassen, die nicht offen sind für Neues. Natürlich ist dies immer ein zweischneidiges Schwert, ich muss die Fehler auch bei mir suchen.

In Zukunft versuchen Sie nicht mehr auf sportlich höchster Stufe im Emmental, sondern auf tiefem Niveau im Tessin etwas zu bewegen. Wieso zieht es Philippe Soutter in die 3.Liga?
Ich freue mich extrem, bei Verbano Gordola Aufbauarbeit leisten zu können. Es muss das Ziel sein, das Unihockey im Tessin zu etablieren und dereinst einen Tessiner Verein in die Nationalliga zu führen. Unihockey darf nicht zu einer reinen Deutschschweizer Sportart verkommen wie etwa der Handball. Zudem war es ein lange gehegter Wunsch von mir, dereinst im Tessin zu leben. Unihockey wird für mich immer noch wichtig sein, aber nicht mehr ganz so wichtig wie während meiner lehrreichen Zeit im Emmental. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.03.2010, 11:57 Uhr

Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
GP Monaco 2012 - Rennen
1:46:06.5571 Mark Webber
+0.6002 Nico Rosberg
+0.9003 Fernando Alonso
Stand: 28.05.2012 01:02
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Freundschaftsspiel
20:45Italien - Luxemburg
Stand: 13.04.2012 13:49
Roland Garros
29.0511:00Bolelli - Nadal
29.0511:00Andujar - Wawrinka
Stand: 27.05.2012 17:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Sport

Umfrage

Waren Sie schon mal in einem Pfingstlager?