Sport

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

«Ich weiss, dass das ein grosser Fehler war»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 10.02.2012

Jahrelang hatte der deutsche Radstar Jan Ullrich trotz erdrückender Indizien Doping mit dem Satz «Ich habe niemals jemanden betrogen» abgestritten. Jetzt legt er zumindest ein Teilgeständnis ab.

1/8 Jan Ullrich wurde vom Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne nachträglich gesperrt. Schon fast grotesk: Bei einem Sponsoring-Event in Bielefeld tritt der ehemalige deutsche Radprofi für das Unternehmen Alpecin auf. Er soll die Werbefigur für die Firma, die seit Jahren ein Koffeinshampoo herstellt, sein. Der Produktslogan: «Doping für die Haare – nur für die Haare».
Bild: Keystone

   

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Nach seiner Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) kann sich der 38-jährige Jan Ullrich immer noch nicht zu einer klaren Dopingbeichte durchringen. Knapp 12 Stunden nachdem das Urteil gefällt worden ist, meldet sich Ullrich zu Wort. In einer Erklärung auf seiner Webseite bestätigt er erstmals, Kontakt zum umstrittenen spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gehabt zu haben. Allerdings gab der einzige deutsche Toursieger von 1997 nicht direkt zu, gedopt zu haben.

«Ich weiss, dass das ein grosser Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich bei allen aufrichtig entschuldigen – es tut mir sehr leid», schrieb der Wahl-Schweizer. Den Beweis für den Kontakt zum spanischen Arzt hatte die Staatsanwaltschaft Bonn allerdings schon vor fünf Jahren erbracht.

Ullrich will Urteil nicht anfechten

Er kündigte an, das CAS-Urteil nicht anzufechten. «Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern, weil ich das Thema endgültig beenden möchte», betonte er in der kurz vor Mitternacht veröffentlichten Erklärung. «Persönliche Konsequenzen habe ich ja bereits 2007 mit dem Rücktritt vom Profiradsport gezogen.»

Ullrich verwies in der Erklärung auch auf den Druck, unter dem er 2006 stand: «Ich wollte für die Tour 2006 nochmals alles rausholen. Nach meinem Toursieg 1997 und fünf zweiten Plätzen waren der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens gross. Alle wollten einen zweiten Toursieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong», sagte er.

«Ich wollte schon damals den Fehler eingestehen»

Nach seiner Suspendierung kurz vor dem Tourstart 2006 fühlte er sich überfordert. «Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen, und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen», meinte er. «Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht hatte, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden.» Auf Anraten seiner Anwälte habe er zu den Vorwürfen geschwiegen. Seine spätere Burn-out-Erkrankung sei auch Folge des Drucks gewesen.

Weitere Statements, die über die Erklärung hinausgehen, will Ullrich nicht mehr abgeben. «Für mich ist damit das Kapitel meiner aktiven Radsportkarriere endgültig abgeschlossen, und ganz persönlich ist es für mich und meine Familie das Ende einer über Jahre hinweg schwierigen Zeit.»

Doping seit 2007 bekannt

Fünf Jahre nach seinem Rücktritt war der ehemalige Radsportheld am Donnerstag vom CAS überführt worden, Blutdoping betrieben zu haben. Ihm wurden sämtliche Erfolge vom 1. Mai 2005 bis zu seinem Karriereende aberkannt. Zudem sperrte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) den Wahl-Schweizer für zwei Jahre bis 21. August 2013. Der CAS hatte sein Strafmass mit den erwiesenen Verstrickungen Ullrichs in die Affäre um Fuentes begründet – die schon die Staatsanwaltschaft Bonn 2007 mit einem positiven DNA-Abgleich offengelegt hatte.

Die Dopingbeichte blieb also aus. Und es stehen noch andere Fragen im Raum. Möglich ist, dass neue Verfahren auf Ullrich, der circa 30 Millionen verdiente, zukommen. Rennveranstalter und Sponsoren werden sich beraten. Derzeit kommt Ullrich noch glimpflich davon. Er muss die Prozesskosten von 8000 Euro bezahlen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 11:23 Uhr

Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
GP Monaco 2012 - Rennen
1:46:06.5571 Mark Webber
+0.6002 Nico Rosberg
+0.9003 Fernando Alonso
Stand: 28.05.2012 01:02
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Freundschaftsspiel
20:45Italien - Luxemburg
Stand: 13.04.2012 13:49
Roland Garros
29.0511:00Bolelli - Nadal
29.0511:00Andujar - Wawrinka
Stand: 27.05.2012 17:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre