König Kilian I. lässt sich gut vermarkten
Von Niklaus Bernhard. Aktualisiert am 24.08.2010
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Für den 20-jährigen Schwingerkönig, Kilian Wenger, wird sich der Titel auch finanziell bald lohnen. In den nächsten Tagen und Wochen wird König Wenger mit Anfragen von Firmen und Agenturen für ein Sponsoringvertrag überhäuft werden. Denn der Oberländer verkörpert Werte, die sich gut und mit viel Geld vermarkten lassen. Er ist jung, gut aussehend, athletisch, bodenständig und unverbraucht.
Kenner aus dem Sportmarketingbereich schätzen, dass Wenger problemlos künftig zwischen 150'000 und 200'000 Franken pro Jahr an Werbeeinnahmen generieren kann. Auch die ehemaligen Schwingerkönige Jörg Abderhalden und Arnold Forrer erhalten von ihren Sponsoren schätzungsweise zwischen 200'000 und 300'000 Franken pro Jahr.
Die Sportmarketingagentur IMG aus Zürich, die bereits die beiden Schwinger Jörg Abderhalden und Christian Stucki vermarktet, hat grosses Interesse an Kilian Wenger. «Er verkörpert den perfekten Athleten und hat noch grosses Entwicklungspotenzial», sagt Rolf Huser von IMG Schweiz. Er wolle bald einmal das Gespräch mit Wenger suchen. IMG bietet den Sportlern jeweils eine Gesamtlösung an. Das heisst, die Agentur übernimmt für die Athleten alles, was Werbung, Verträge und Medienarbeit betrifft.
Derzeit nur kleine Sponsoren
Kilian Wenger hat bis heute nur ganz kleine Sponsoren aus seinem persönlichen Umfeld. Dazu zählt unter anderem der ehemalige Weltklasse-Seitenwagenfahrer Kilian Wyssen. Für einen Aufdruck mit dem Logo auf dem Trainer bezahlt Wyssen einen kleineren dreistelligen Betrag pro Jahr. «Ich habe auf das richtige Pferd gesetzt», sagte Wyssen gestern stolz am Telefon. Es werde Kilian sicher noch eine kleine Prämie überweisen, meinte Wyssen. Gerne würde er auch in Zukunft Sponsor des Oberländer Schwingers bleiben. Die Details müsse er aber mit Kilian noch persönlich besprechen.
Nebst der Holzerei Wyssen sind die Garage Wenger aus Interlaken, der Sportartikelhersteller Fischer, der Sanitärinstallateur Egli aus Steffisburg sowie die Metzgerei Nussbaum in Reutigen Sponsor von Kilian Wenger. Alles in allem dürften die Einnahmen von den heutigen Sponsoren von Wenger rund 10'000 Franken betragen. Im Schwingsport sorgt das Thema Sponsoring immer wieder für Gesprächsstoff. Dies, weil die Schwinger im Ring selbst keine Werbung tragen dürfen, was nicht unbestritten ist. Ausserhalb der Arenen dürfen die Sportler auf einer bestimmten Fläche der Bekleidung Werbung tragen. Grosse Werbekampagnen müssen vom Verband bewilligt werden, und zehn Prozent der Werbeeinnahmen müssen die Schwinger für die Nachwuchsförderung abliefern. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.08.2010, 07:36 Uhr

