Jan Ullrichs Sperre – und sein Auftritt als Werbefigur
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Der deutsche Tour-de-France-Gewinner von 1997 wurde wegen der Verwicklung in die Affäre um den mutmasslichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zu einer zweijährigen Sperre rückwirkend vom 22. August 2011 verurteilt. Das höchste Sportgericht in Lausanne (CAS) annullierte zudem sämtliche Ergebnisse Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 bis zu seinem Karriereende.
Ullrichs Verwicklung in die als Operacion Puerto bekannt gewordene Affäre war einen Tag vor dem Start der Tour de France 2006 aufgedeckt worden. Das CAS hatte den Schiedsspruch in den letzten Monaten dreimal hinausgeschoben.
In der Schweiz lizenziert
Weil Ullrich, der im Kanton Thurgau wohnt, in der Schweiz lizenziert war, waren die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic und Antidoping Schweiz in den Fall involviert. Die DK hatte das Verfahren im Januar 2010 aus formaljuristischen Gründen eingestellt, worauf Antidoping Schweiz den Fall zusammen mit dem Internationalen Radsport-Verband an das CAS weiterzog. Für Antidoping Schweiz war aufgrund der Untersuchungen stets klar, dass Ullrich zumindest regelmässig Blutdoping praktiziert hatte. Entsprechend erfreut reagierte die nationale Anti-Doping-Agentur nun auf das Urteil.
Abgelehnt hat der CAS indes den Antrag der UCI, Ullrich als Wiederholungstäter mit einer lebenslangen Sperre für alle Tätigkeiten im Radsport zu belegen. Das erste Dopingvergehen des Deutschen im Jahr 2002 sei durch eine Einnahme von Amphetaminen ausserhalb der Wettkampfzeit zu erklären. Ein Verstoss sei hier aber nur gegeben, wenn dies während der Wettkampfzeit geschehe, schrieb das CAS in der Urteilsbegründung.
Ullrich verliert durch den Schiedsspruch unter anderem seinen 3. Platz bei der Tour de France 2005, den Gesamtsieg bei der Tour de Suisse 2006 sowie Etappensiege bei Tour de Suisse 2005 und der Deutschland-Tour im selben Jahr.
Der Werbeauftritt in Bielefeld
Nach dem Urteil des Lausanner Gerichts mutet es paradox an, dass der 38-Jährige, der 2007 seine Karriere wegen Dopingvorwürfe beendete, heute einen Sponsor-Termin bei Alpecin wahrnahm. Das deutsche Unternehmen wirbt seit Jahren für sein Koffeinshampoo, welches den Haarausfall stoppen soll, mit dem Werbespruch: «Doping für die Haare – nur für die Haare». Der in Bielefeld beheimatete Konzern hat nun eine neue Werbefigur gefunden: Jan Ullrich.
Die Firma wollte bisher zu Ullrichs Dopingvergangenheit nicht Stellung nehmen. Für Alpecin soll Ullrich Botschafter für den im August in Bielefeld stattfindenden Alpecin-Cycling-Day werden. Ob das Engagement darüber hinaus auch auf die Werbung ausgeweitet wird, ist noch nicht klar. Aber nach dem jüngsten Entscheid aus Lausanne ist es äusserst zweifelhaft, ob die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und Ullrich intensiviert wird. (fal/ot/si)
Erstellt: 09.02.2012, 11:55 Uhr

