Im Kreis der Weltbesten
Von Micha Jegge. Aktualisiert am 30.06.2011 1 Kommentar
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Start vor Gericht erzwungen
Die Französin Hind Dehiba, EM-Zweite über 1500 m, darf trotz Dopingvergangenheit (Sperre 2007 bis 2009) an der Athletissima antreten. Das Waadtländer Kantonsgericht erteilte ihr in einer provisorischen Verfügung die Starterlaubnis. Die Französin prangert die Einladungspraxis der europäischen Meetings an. Diese sind im Verein «Euromeetings» lose organisiert, um sich in gewissen Fragen abzusprechen. So gab der Verein unter anderem die Empfehlung heraus, ehemalige Dopingsünder nicht mehr einzuladen. Dehibas Anwälte werfen dem Verein nun eine kartellartige Absprache vor.si
In der Diamond League messen sich die Besten ihrer Zunft. So stellen sich die Väter der Wettkampfserie das Premiumprodukt der Leichtathletik jedenfalls vor. An der Athletissima (ab 20 Uhr auf SF2), die heute auf der Pontaise zur Austragung gelangt, wird die Vision zumindest in einzelnen Disziplinen annähernd real werden. Hürdensprinterin Lisa Urech beispielsweise beschert das Verhandlungsgeschick von Patron Jacky Delapierre eine Konkurrenz von WM-Final-Format. Fünf der sieben Rivalinnen sind in diesem Jahr schneller gelaufen als die Bernerin, die zwei anderen haben tiefere Allzeit-bestwerte vorzuweisen.
Die Rolle der Favoritin gebührt Kellie Wells. Die Gewinnerin der US-Trials ziert mit einer Zeit von 12,50 Sekunden die Spitze der Jahresbestenliste; Urech steht mit den 12,84 von Rom zu Buche. Vor zehn Tagen liess sich die Emmentalerin anlässlich der Team-EM in Izmir (Tür) 12,90 notieren. Dieser Wettkampf fand unmittelbar nach Abschluss ihrer Berufsmaturprüfungen statt; entsprechend wenig hatte sie zuvor trainiert. Heute bietet sich der 22-Jährigen die Möglichkeit, ihre Fortschritte auf heimischem Boden zu demonstrieren. Ziel sei, ein gutes Rennen zu laufen, das inspirierende Umfeld mit den Weltklasseathletinnen auf den Nebenbahnen zu nutzen, sagt Urech. «Das ist eine Chance, die ich nicht jeden Tag erhalte.»
Prüfung statt Weitsprung
Irene Pusterla hingegen verzichtet trotz hervorragender Verfassung auf diese Chance. Die Weitspringerin aus dem Tessin, die ihren Landesrekord unlängst auf 6,81 m verbesserte, hatte bei der Gestaltung ihrer Jahresplanung weder die Athletissima noch die WM berücksichtigt. Sie ist – nach offizieller Lesart wegen einer bevorstehenden Prüfung – nicht gewillt, von den selbst auferlegten Vorgaben abzuweichen. Der diesbezügliche Ärger der Organisatoren ist insofern nachvollziehbar, als die 23-jährige Studentin in Lausanne lebt und sich der Aufwand im Rahmen gehalten hätte.
Lemaitre gegen Jamaika
Über 100 Meter der Männer kündet sich trotz der verletzungsbedingten Absage des Amerikaners Tyson Gay ein spannender Vergleich an. Europameister Christophe Lemaitre trifft auf Asafa Powell, der an den jamaikanischen WM-Trials in Abwesenheit des gesetzten Titelhalters Usain Bolt triumphierte. Begleitet wird der Ex-Weltrekordhalter von seinen Trainingskollegen Nesta Carter und Michael Frater, welche die 10-Sekunden-Marke in dieser Saison ebenfalls unterboten haben. Potenzial und Verfassung, in Lausanne für den Höhepunkt zu sorgen, sind auch bei 800-Meter-Weltrekordler David Rudisha und der Hochspringerin Blanka Vlasic vorhanden. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.06.2011, 10:05 Uhr
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