«Ich habe versagt»
Von Oliver Thommen. Aktualisiert am 06.02.2012
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Der finale Fehlversuch
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Zum vierten Mal hätte sich Tom Brady den Superbowl-Ring überstreifen können. Doch wie im Finale von 2008 machten ihm die New York Giants einen Strich durch die Rechnung. Mit 34 Jahren neigt sich seine Karriere nun dem Ende zu, die Erfolge sind lange vergangen.
Dabei war Brady wieder so nahe: Hätte Wes Welker den Pass vier Minuten vor Schluss gefangen und damit die Patriots mit einem Touchdown weiter in Führung gebracht, wäre der Sieg wohl gewiss gewesen. «Er kam genau in meine Hände», meinte Welker laut Boston.com. «Nie hätte ich ihn fallen lassen. Die kritischste Situation und ich lasse das Team hängen», fügte der Receiver konsterniert an. Doch es kommt noch schlimmer: Die Giants können dank einem Touchdown auf 21:17 davonziehen. Es folgt in den letzten Sekunden der Verzweiflungsversuch, den der verhalten aufspielende Rob Gronkowski fast noch zum Erfolg gebracht hätte (siehe Box).
Tom Brady erklärte darob: «Ich habe versagt.» Gewisse Analysten gingen mit einem der besten Quarterbacks der Geschichte hart ins Gericht. Rodney Harrison von NBC meinte gemäss «USA Today» lapidar: «Tom Brady hatte einige Möglichkeiten, verpasste einige Chancen. Eli nicht.»
Vergebene Chancen
Während seine Teamkollegen unter der Dusche standen, sich zu motivieren versuchten oder sich bereits der Presse stellten, sass Brady in voller Montur mit dem Tuch über dem Kopf in der Kabine und starrte auf den Boden. Fast zwanzig Minuten soll er laut «Yahoo Sports» regungslos in dieser Position verharrt sein. Sein Psychologe und sein Trainer näherten sich ihm langsam, versuchten ihn wieder aufzurichten. Brady schien gebrochen.
Schliesslich stellte er sich den Medien, um seine Niederlage einzugestehen. Trotz des Erreichens des Finales zählt im Football nun mal nur der Superbowl-Triumph: «Wenn man gewinnt, feiert man. Wenn man verliert, schläft man eine Woche nicht», meinte der geschlagene Quarterback nach der Partie. Und nochmals sagte er selbstkritisch: «Ich habe versagt.»
Und es war wieder wie 2008 – Brady war geschlagen. «Ich habe an all die vergebenen Chancen gedacht», erklärte der Quarterback der Patriots, der in der Zwischenzeit einen Anzug trug. Seine Frau Gisele Bündchen rannte nach der Pressekonferenz auf ihn zu, um ihn zu trösten. Was bleibt, sind drei Superbowl-Siege (2002, 2004, 2005) und seine Rekorde (meiste Touchdown-Pässe in der Regular Season), aber auch der lange Schatten von Giants-Quarterback Eli Manning. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.02.2012, 15:53 Uhr


