Sport
Erfolgreich und beinahe wunschlos
Florian Feller: Steffisburg im Winter, Olten im Sommer. (Bild: Markus Grunder)
Aushängeschild Florian Feller
Mit Florian Feller weiss der HC Steffisburg den Topskorer der U21-EM von Wien in seinen Reihen. Der 19-Jährige gilt als grosses Talent; in ihn setzen die Oberländer entsprechend grosse Hoffnungen. Landhockey spielt Feller aber nicht in Steffisburg, sondern bei Olten. «Dadurch spielt er immer auf höchstem Niveau und wird optimal gefördert», begründet Jonas Walti. ahw
Der Vorstand des Hallenhockeyclub Steffisburg ist gespickt mit jungen, reformfreudigen Leuten. «Seit dem kürzlich vorgenommenen Generationenwechsel sind alle Vorstandsmitglieder zwischen 24 und 30 Jahre alt», sagt Jonas Walti. Der 26-Jährige ist eines davon. Ausserdem ist er Angehöriger des Fanionteams: der ersten Mannschaft. Und diese hat sich Mitte Februar den Aufstieg in die Nationalliga A gesichert. Ab November werden sich die Oberländer folglich mit den besten Mannschaften der Schweiz messen. Vorerst aber steht die Sommersaison an. Da wird statt drinnen draussen in der Regel auf Kunstrasen gespielt und von Landhockey gesprochen. Landhockey (auch Feldhockey genannt) ist im Gegensatz zu Roll- oder Unihockey olympisch und der Ursprung aller Stocksportarten. Im Landhockey sind die Steffisburger noch nicht erstklassig; sie spielen derzeit in der Nationalliga B. Wollen sie aufsteigen, müssen sie nicht nur die sportlichen Vorgaben erfüllen. Her müsste zudem ein Kunstrasen, auf dem Spiele der höchsten Spielklasse ausgetragen werden. Walti und Kollegen setzen alles daran, einen zu bekommen. «Das dürfte aber schwierig werden. Mit der Gemeinde haben wir zwar ein sehr gutes Einvernehmen. Aber sie kann nicht so einfach dermassen viel Geld sprechen.» Klappte es auch im Landhockey mit dem Aufstieg, müsste Steffisburg auf einen Thuner (Kunst-) Rasen ausweichen. Davon gibt es zwei.
«Jugend mobilisieren»
Jonas Walti fühlt sich wohl im Vorstand und hat sich unter anderem um die Website zu kümmern. Dem HC Steffisburg gehe es gut, die Finanzen seien gesund. «Viele sind Einheimische und kennen sich seit langem.» Das sei mit Sicherheit mit ein Grund, warum der Verein funktioniere und die Equipen erfolgreich spielten. Beschäftigt die Verantwortlichen des HC Steffisburg nebst dem fehlenden Kunstrasen etwas, ist es allenfalls die fehlende Jugend. «Wir verzeichnen leider nur sehr wenige neue Mitglieder», sagt Walti. Sein Verein hat sich aber etwas einfallen lassen, um Junge auf sich aufmerksam zu machen. Er beabsichtigt, polysportive J+S-Kurse («Jugend und Sport») anzubieten. Gespielt würden demnach diverse Sportarten. «Land- und Hallenhockey finden zu wenig Beachtung; viele kennen es nicht einmal. Unihockey dagegen wird an Schulen rege gespielt», sagt Walti, dessen Beruf es ist, Software zu entwickeln.
Hohes Tempo, viel Technik
Was sind denn die Merkmale von Land- und Hallenhockey? «Das Tempo der Partien ist sehr hoch, Wert gelegt wird auf solide Stocktechnik und taktisches Verständnis.» Der Körpereinsatz hingegen sei geringer als in vergleichbaren Sportarten, zumal es mehr Regeln zu befolgen gelte. «Daraus entstehen packende Partien mit tollen Spielzügen», preist Walti seine Sportart an. Das klingt doch ausgesprochen interessant. Und angesichts der grossen Bemühungen von Walti und seinen Kameraden dürfte es nicht mehr lange dauern, bis sich ihnen etliche Neue anschliessen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.02.2009, 07:38 Uhr






