Sport

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Entwicklungshelfer in der Metropole

Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 25.11.2009

Der Könizer Samuel Dunkel will dem Unihockey in Holland zu mehr Popularität verhelfen. Die Berner Zeitung hat Dunkel in Amsterdam besucht.

Das Fahrrad als steter Begleiter: Samuel Dunkel posiert im Trikot der Amsterdam Agents im von zahlreichen Grachten geprägten Stadtteil «Jordaan».

Reto Kirchhofer

Stichworte

«Langsame Entwicklung» in Holland

Diese Zeitung berichtet in dieser Woche über zwei letztjährige Akteure von Floorball Köniz, die sich in der laufenden Saison in unterschiedlichen Unihockeywelten niedergelassen haben: Emanuel Antener (der Bericht folgt in der Ausgabe vom Freitag) spielt in der stärksten Liga der Welt beim Spitzenteam AIK Stockholm, Samuel Dunkel bei den Amsterdam Agents im «Unihockeyentwicklungsland» Holland. Der vor zehn Jahren gegründete Nederlandse Floorball en Unihockey Bond (NeFUB) verfügt derzeit über knapp tausend Lizenzierte (Swiss Unihockey: 29600), verteilt auf 25 Vereine (445). Bei Männern und Frauen existieren jeweils zwei Grossfeldligen, dazu kommt eine Kleinfeldliga mit gemischten Teams. Henri Otjens, Präsident des NeFUB, spricht von einer «sehr langsamen Entwicklung. Holland ist kein Hockeyland. Und wenn, dann spielen die Leute Landhockey.» Der Verband strebt eine verstärkte Popularität der Sportart in den Schulen an. Nicht nur diesbezüglich erhofft sich Otjens von der Präsenz Samuel Dunkels einen Aufschwung: «Er kann uns schneller auf ein höheres Level bringen, und ich bin froh, dass Samuel sein Know-how auch dem Nationalteam zur Verfügung stellt.» Die holländische Nationalmannschaft hat an der Weltmeisterschaft 2008 in Tschechien den 19.Platz belegt. Der Verband verfolgt das Ziel, in jeder grösseren Stadt der Niederlande eine kompetitive Unihockeyequipe zu stationieren. Erst seit vergangener Woche ist der Verband als Mitglied des Olympischen Sportkomitees in Holland anerkannt.

Die Fahrt zum eigentlichen Heimspiel ist beschwerlich – auch unter Einbezug eines Navigationsgeräts ist die Juliana-van-Stolberg-Halle in Amersfoort, rund fünfzig Kilometer südöstlich von Amsterdam gelegen, nur schwer auffindbar. Es ist Samstag, 13.50 Uhr, als ein Spielertross der Amsterdam Agents nach einigen Um- und Irrwegen vor der temporären Heimstätte eintrifft. Zwanzig Minuten und eine kurze Aufwärmeinheit später stehen die Agents und die Akteure des UC Face Off aus Groningen zum Anspiel bereit. Nach drei Minuten fällt das erste Tor – Samuel Dunkel trifft mittels Direktabnahme.

Seit diesem Herbst spielt Dunkel bei den Amsterdam Agents. Gemeinsam mit seiner Freundin, die in der niederländischen Metropole eine Stelle als Innenarchitektin gefunden hatte, zog der langjährige Spieler von Floorball Köniz im September in die Stadt der Grachten, Fahrräder und Coffeeshops. «Ich war zu Beginn unentschlossen, auch weil die Motivation vorhanden war, weiterhin bei Köniz in der höchsten Liga zu spielen. Aber ich wollte etwas Neues sehen», sagt Dunkel. Der 29-Jährige arbeitet als Freelancer im Bereich Web- und Printdesign, und daneben bleibt genügend Zeit, um sein Unihockeyspiel zu pflegen – sofern dies beim Erstdivisionär aus Hollands Hauptstadt überhaupt möglich ist.

Das Spiel in Amersfoort nimmt den erwarteten Verlauf: Die mit bloss sieben Feldspielern angereisten Gäste bleiben gegen die mit zwei kompletten Linien agierenden Amsterdamer chancenlos – auch zur Freude von Ulrik Jonsson. Der Schwede lebt sein zehn Jahren in Amsterdam und ist seit der Vereinsgründung 2004 bei den Agents aktiv. Eine derartige Dominanz seiner Equipe, wie sie in dieser Spielzeit vorherrscht, ist indes auch für Jonsson neu. Mit 20 Toren und 5 Assists aus sechs Partien liegt der Schwede an der Spitze der Skorerliste, derweil Dunkel mit 4,2 Punkten pro Partie den höchsten Durchschnittsertrag der Liga aufweist.

Es irrt, wer in der Person Jonssons einen überragenden Spieler vermutet: In der Schweiz dürfte er solides Zweitliganiveau erreichen. Doch der gelebte Enthusiasmus und die Passion für «seine» Sportart sind beim Pionier der Agents erstklassig. Mit David Frei steht ein weiterer Schweizer bei den Agents im Einsatz: Der Student hat zuvor beim Schweizer Drittligisten Deitingen gespielt und zählt im Team zu den besseren Akteuren. «Das Niveau bei Deitingen ist etwas höher als hier», sagt Frei.

Trotz sportlicher Unterforderung fühlt sich Samuel Dunkel «enorm wohl, die Stadt ist toll». Täglich ist der Berner auf dem Fahrrad unterwegs, dem gängigsten Fortbewegungsmittel in Amsterdam, weshalb sich ein Netz von Fahrradwegen, den «fietspaden», über die ganze Stadt zieht. Zwei Mal pro Woche trainiert Dunkel mit seiner Equipe, die sich vorwiegend aus Spielern zusammensetzt, «die wegen des Berufs, des Studiums oder einer Frau nach Amsterdam gekommen sind». Die Trainings der Agents finden in städtischen Sporthallen statt, nicht aber Meisterschaftspartien. Die Begründung unterstreicht die Wertschätzung des Sports: «Wir dürfen die für Ligaspiele obligatorischen Spielfeldbanden aus Platzgründen in keiner Amsterdamer Halle lagern», erklärt Ulrik Jonsson achselzuckend.

Kam der erste Augenschein mit seiner neuen Equipe für Samuel Dunkel nicht einem Kulturschock gleich? «Meine Vermutungen wurden bestätigt. Man darf hier von sich und seinen Mitspielern nicht zu viel erwarten», sagt der Ex-Nationalspieler, lächelt verschmitzt und ergänzt: «Es gibt hier auch kaum Gehässigkeiten im Spiel, das fehlt mir ein wenig. Und die körperliche Verfassung meiner Mitspieler gehört in die Kategorie ‹Altherrensport›.» Des Berners Ambitionen sind denn auch nicht primär sportlicher Natur: «Ich will den Kindern in den Schulen das Unihockey näherbringen.» In den nächsten Wochen wird Dunkel diverse Altersklassen besuchen und ihnen die Sportart vorstellen. Und falls die Begeisterung geweckt wird, wird «floorball» in Zukunft fixer Bestandteil des Schulsports sein. «Das wäre fantastisch, wir wollen und müssen die Basis in den Schulen legen, um die Popularität der Sportart zu steigern», sagt Ulrik Jonsson, der seit der Ankunft Dunkels eine Aufbruchstimmung spürt.

Die Partie in Amersfoort ist beendet – 12:4 siegen die Agents, Dunkel und Jonsson erzielen je 3 Tore. Zum fünften Mal im sechsten Saisonspiel reüssiert der konkurrenzlose Tabellenführer mit einem «Stängeli». Aus Kapazitätsgründen werden pro Spieltag jeweils mehrere Begegnungen in derselben Halle ausgetragen, weshalb für zwei Akteure aus Groningen das letzte «Face Off» noch nicht gespielt ist: Für die Nachfolgepartie sind sie als Schiedsrichter gemeldet – eine zweifelhafte Eigenart im holländischen Unihockey. Wer in der höchsten Liga spielt, sollte auch eine Schiedsrichterprüfung absolvieren und arbitrieren. So pfiff Samuel Dunkel kürzlich ein Spiel mit Beteiligung des ersten Verfolgers der Agents. Man stelle sich vor, ein Playoff-Halbfinalspiel zwischen Floorball Köniz und den Langnauer Tigers würde von den Gebrüdern Hofbauer geleitet

Neben der Ausbildungsarbeit an den Schulen und in den Trainings wird Samuel Dunkel auf Anfrage auch das holländische Nationalteam betreuen. «Ich möchte den Spielern taktische Grundprinzipien erläutern, als Motivator wirken und aufzeigen, wie wichtig die Physis für diese Sportart ist.» Den Worten des 29-Jährigen ist viel Leidenschaft zu entnehmen. Bis Anfang Sommer 2010 wird Dunkel in Amsterdam weilen, eine Rückkehr in die Swiss Mobiliar League auf die kommende Saison hin schliesst er nicht kategorisch aus. «Wieso nicht? Spielfreude und Motivation sind immer noch vorhanden. Aber zuerst will ich hier mit meinem Team die Meisterschaft gewinnen.» Der nächste Schritt auf diesem Weg folgt am Samstag bei einem weiteren «Heimspiel» – wieder in Amersfoort, diesmal indes in der Sporthalle Midland. Ob die Anreise für die Amsterdam Agents erneut eine grössere Herausforderung darstellen wird als die Partie?

> (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2009, 08:25 Uhr

Programm & Resultate

Keine Daten vorhanden
WM Viertelfinale
EndeKanada - Slowakei3:4
EndeRussland - Norwegen5:2
EndeUSA - Finnland2:3
EndeSchweden - Tschechien3:4
Stand: 17.05.2012 22:29
Scoreboard
Internazionali BNL d'Italia
EndeCirstea - Kvitova2:6 7:5 2:6
EndeGoerges - Kerber4:6 1:6
EndeStosur - V. Williams4:6 3:6
EndeS. Williams - Garrigues6:3 6:1
EndeScheepers - Li6:7 2:6
EndeIvanovic - Scharapowa6:7 3:6
Campionati Internazionali d'Italia
EndeBerdych - Almagro7:6 6:3
EndeDjokovic - Monaco4:6 6:2 6:3
Mehr...
Stand: 17.05.2012 23:35
Scoreboard
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Internazionali BNL d'Italia
EndePennetta - S. Williams0:4
13:45Cibulkova - Li
15:00V. Williams - Scharapowa
19:20Kerber - Kvitova
Campionati Internazionali d'Italia
Live Ferrer - Gasquet7:6 0:1
13:30Berdych - Nadal
16:00Djokovic - Tsonga
21:00Federer - Seppi
Stand: 18.05.2012 13:31
Scoreboard
Keine Daten vorhanden
Champions League Endrunde
20:45Bayern München - Chelsea London
Stand: 16.03.2012 12:35
Scoreboard
WM Halbfinale
13:30Russland - Finnland
17:30Tschechien - Slowakei
Stand: 22.06.2011 11:52
Scoreboard
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre