Sport
Berner kämpfen um EM-Ticket
16 Topteams in Bern
Erstmals findet die Vorrunde zur Klub-EM (European Ultimate Club Regionals) auf der Berner Allmend statt. «Noch nie zuvor gab es in Bern so viele Topteams zu sehen wie diesmal», sagt Philipp Musfeld vom Frisbee-Club Flying Angels Bern erfreut. Das Turnier ist eines von vier regionalen Ausscheidungsturnieren für die EM, die im Oktober nahe Barcelona stattfindet. Gleichzeitig mit den sechzehn Männerteams treten in Bern auch acht Frauenteams an. Mit dabei ist die Schweizer Equipe Lotus, die aus Spielerinnen diverser Schweizer Vereine zusammengestellt wurde, darunter sind auch einige Bernerinnen. Die Matches können kostenlos besucht werden. Spielplan und weitere Infos unter www.flyingangels.ch.
«Wir haben uns dieses Jahr ein sehr hohes Ziel gesetzt: Wir wollen an die Europameisterschaft – und wir wollen sie gewinnen», sagt Carlo Bischoff und fügt an: «Also wollen wir auch am Wochenende in Bern siegen.» Der jüngste Spieler der Flying Angels weiss, dass sein Team dafür an der Qualifikationsrunde alles geben muss, denn nur die besten vier reisen im Oktober nach Barcelona an die Klub-EM. «Das Niveau internationaler Partien ist viel höher als jenes in der Schweiz», sagt der 18-Jährige. Am Wochenende treten die Berner unter anderem gegen den französischen und den italienischen Meister an. Die weiteren Teams stammen aus Spanien, Holland, Belgien und Irland.
Keine Schiedsrichter
Ultimate Frisbee sei eine schnelle Sportart, die den Spielern physisch und mental viel abfordere. «Und sie wird vielfach unterschätzt. Viele können sich das Spiel nicht genau vorstellen.» Deshalb freut sich Bischoff, nun dem heimischen Publikum zu zeigen, was Ultimate ist. Ziel des Spieles ist es, die Scheibe in der gegnerischen Endzone zu fangen, ohne mit dem Frisbee in der Hand zu laufen. Das gegnerische Team versucht, dies mit einer Mann- oder Zonenverteidigung zu verhindern. Schiedsrichter kennen die Frisbeesportler keine: Regelverstösse werden durch die Spieler angezeigt und ausdiskutiert.
Verantwortung übernehmen
In diesem Sommer nahm Bischoff an der Junioren-WM im deutschen Heilbronn teil. «Die Juniorenförderung steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen», erzählt er. Nur wenige Vereine hätten wie die Flying Angels ein Juniorenteam. Es erstaunt nicht, dass das Juniorennationalteam alle Partien verlor. «Dennoch war dieses Turnier für uns wichtig.» Viele Schweizer Junioren hätten nicht die Möglichkeit wie er, in einem Team zu spielen, das an der europäischen Spitze mitmischt. Bischoff führte das Juniorenteam als Co-Captain mit an und musste viel Verantwortung übernehmen. «Das hilft mir nun, mich im Stammteam noch besser zu behaupten», sagt Bischoff.
Vom Frisbeefieber gepackt wurde Bischoff, der im Sommer die Matur bestanden hat, vor sechs Jahren. Die Faszination hat den zukünftigen Sozialwissenschaftsstudent, der zurzeit als Operateur in einem Berner Kino jobbt, seither nicht mehr losgelassen: «Es ist extrem beeindruckend, dass ein Stück Plastik so elegant durch die Luft fliegen kann und dann präzis an dem Ort landet, wo man es will.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.09.2010, 10:24 Uhr

