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Mike Schmid: «Ich konnte nicht sofort einschlafen»

Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 19.04.2010

Skicross-Olympiasieger Mike Schmid erzählt, was er in Cypress Mountain und Vancouver nach seinem Erfolg erlebt hat.

Posieren mit der Goldmedaille: Zwei kanadische Kinder freuen sich in Vancouver, dass sich 
Mike Schmid für sie Zeit nimmt.

Posieren mit der Goldmedaille: Zwei kanadische Kinder freuen sich in Vancouver, dass sich Mike Schmid für sie Zeit nimmt.
Bild: Keystone

Sonntag, 13.20 Uhr: «Kurz nach der Zieldurchfahrt im Final begann in Cypress Mountain der Interviewmarathon. Ich musste respektive durfte im Zielraum viel reden, allerdings verstand ich nicht ganz alles, was ich gefragt wurde.»

14.30 Uhr: «An der offiziellen Pressekonferenz, die in einem Zelt neben dem Medienzentrum stattfand, stand mir eine Übersetzerin zur Verfügung, was das Ganze angenehmer machte. Danach musste ich gleich zur Dopingkontrolle antreten.»

15.10 Uhr: «Endlich hatte ich Zeit, mit Viktor Waldispühl, meinem Servicemann, ein Bier zu trinken. Er hat durch seine hervorragende Arbeit grossen Anteil an meinem Erfolg.»

16.00 Uhr: «Nach einem Gespräch mit Schweizer Journalisten wurde ich gemeinsam mit Coach Ralph Pfäffli nach Vancouver ins Athletendorf chauffiert. Er ist seit meinen Anfängen im Skicross mein Trainer und eine Vertrauensperson. Während der Fahrt hatten wir Zeit, das Geschehene zu besprechen und etwas einzuordnen.»

16.45 Uhr: «Im Village angekommen, musste ich duschen und mich für die Preisverleihung bereit machen. Anschliessend wurden wir abgeholt und zum BC Place gefahren. In einer Lounge trafen sich alle Medaillengewinner. Während ich einen Salat und zwei Sandwiches ass, schaute ich im Fernsehen mit einem Auge Eishockey.»

18.30 Uhr: «Nachdem uns der Ablauf der Zeremonie erklärt worden war, mussten wir hinter einer Wand warten. Anhand des Lärmpegels konnten wir erahnen, dass viele Menschen im Stadion waren. Auch Andreas Matt und Audun Groenvold waren nervös. Als ich auf dem Podest stand und die Medaille um meinen Hals hing, lief der ganze Tag vor meinem inneren Auge noch einmal ab – es war ein wunderschönes und sehr emotionales Erlebnis.»

19.45 Uhr: «Nach der bewegenden Preisverleihung wurde ich mit ein paar Kollegen aus Frutigen, der ganzen Mannschaft und meiner Freundin mit dem Wassertaxi zum House of Switzerland gefahren. Joëlle war genau wie ich aufgewühlt, glücklich, stolz, fröhlich. Es war mir wichtig, waren die Teamkollegen auch dabei, denn sie haben mich im Training gepusht und so auch etwas zu meinem Erfolg beigetragen. Vor dem House of Switzerland erwarteten mich viele Menschen und vor allem zahlreiche Fotografen. Das war sehr ungewohnt, denn normalerweise bin ich nicht einer, der sich gern fotografieren oder filmen lässt. Aber als Olympiasieger gehört das dazu. Danach folgte der Besuch im Fernsehstudio, das im House of Switzerland eingerichtet ist. Ich war froh, als der offizielle Teil vorbei war und ich ein Bier sowie ein Steak bestellen konnte. Plötzlich spürte ich die Müdigkeit – es war wirklich ein sehr intensiver Tag gewesen.»

Montag, 0.30 Uhr: «Wann ich genau zurück im Athletendorf war, weiss ich nicht mehr genau. ich glaube, es war kurz nach Mitternacht. Ich konnte nicht sofort einschlafen, weil mir so Vieles durch den Kopf ging.»

8.10 Uhr: «Ich hatte gut, aber eher wenig geschlafen, als der Wecker ging. Weil ich schon wieder im House of Switzerland erwartet wurde, reichte die Zeit nicht, für ein richtiges Frühstück. Zum Glück versorgte mich Medienbetreuer Franco Furger auf dem Weg mit einem Muffin und einem Sandwich. Ich wurde erneut von Fernsehleuten interviewt, diesmal für die Tagesschau und das 10 vor 10. Danach musste ich wie am Vorabend ein paar Reportern Auskunft geben, Autogramme schreiben und mich mit Fans fotografieren lassen. Nun freue ich mich darauf, am Nachmittag ein paar freie Minuten zu haben. Am Dienstag werde ich dann zurück nach Cypress Mountain gehen, um den Schweizerinnen im Skicrossdie Daumen drücken.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.04.2010, 10:22 Uhr

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