«Die Bilder sind schlüpfrig, aber nicht sexuell aufgeladen»
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 17.02.2010 20 Kommentare
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Hannah Teter geht nach Vorwürfen von Sexismus während der Winterspiele in Kanada in die Gegenoffensive. Die Olympiasiegerin von Turin 2006 prangert die Doppelmoral in Amerika an. «Ich wollte das unbedingt machen, denn ich finde, dass sich Frauen wegen ihrer Körper nicht schämen sollten. Das ist einfach so falsch.» Die beanstandeten Fotos sind im populären Magazin «Sports Illustrated» erschienen, dessen (harmloses) Cover mit Lindsey Vonn in einer Pose als Abfahrerin schon für Furore in den USA sorgte.
Doch warum hat sich die Championne in der Halfpipe überhaupt leicht bekleidet ablichten lassen? Schuld sei ein Erlebnis in den Ferien, erklärt die 23-jährige Teter. Die Sportlerin musste umständlich die Kleider wechseln, um nicht zu viel von ihrem Körper zu zeigen. «Ich war so verärgert über das System. Männer mit grösseren Brüsten als ich konnten da herumlaufen, und alles war in Ordnung», sagt die Snowboarderin. «Wenn Frauen das machen, dann können sie ins Gefängnis gehen. Das ist so falsch.»
«Kein Drama machen»
Dass man sie nun in ihrer Heimat bezichtigt, die Bühne Olympia für eine sexuelle Kampagne zu benützen, findet Teter ungerecht und völlig übertrieben. «Die Bilder sind ein bisschen schlüpfrig, aber absolut nicht sexuell. Man sollte daraus kein Drama machen. Die Naturvölker laufen in einigen Ländern ständig nackt herum, und keiner denkt an Sexualität. Die Leute drehen nicht gleich so durch, wie sie es in den USA tun.»
Neben Teter haben sich auch Ski-Star Vonn sowie Snowboarderin Clair Bidez und Skiakrobatin Lacy Schnoor mit relativ viel nackter Haut von «Sports Illustrated» fotografieren lassen. Für Sportfans, die kein Problem mit der Moral haben, sind die Ergebnisse des Shootings mehr als zufriedenstellend – zumindest medaillenverdächtig. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.02.2010, 15:42 Uhr
