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Vom «Idioten» zum Olympiasieger

Von Stephan Roth. Aktualisiert am 26.02.2010

Vor einem Jahr erlebte Bill Demong den wohl peinlichsten Moment seines Lebens. Gestern holte er Gold in der Nordischen Kombination.

Premiere: Als erster Amerikaner wurde Bill Demong Olympiasieger in der Nordischen Kombination.

Premiere: Als erster Amerikaner wurde Bill Demong Olympiasieger in der Nordischen Kombination.
Bild: Reuters

«Ich bin ein Idiot», hatte der Amerikaner Bill Demong vor einem Jahr bei der WM in Liberec gerufen. Mit einem Missgeschick hatte er seine Kollegen im Teamwettbewerb der Nordischen Kombination um Gold gebracht. Von Todd Lodwick, der im Wettbewerb auf der kleinen Schanze und beim Massenstart WM-Gold in Liberec gewonnen hatte, bekam Demong keine schönen Worte zu hören.

Was war damals passiert? Zwischen dem Probesprung und dem Springen hatte der als erster US-Springer nominierte Demong seine Startnummer nicht gefunden und war deshalb von der Jury reglementgemäss disqualifiziert geworden. Besonders bitter wurde es für Demong, als er seine Startnummer später fand. Er hatte sie oben in den Anzug gesteckt und sie war nach unten gerutscht. Die Amerikaner starteten damals als Letzte im Springen nicht mehr zum Langlaufen. WM-Gold ging an die Japaner. Immerhin holte sich Demong zwei Tage später im Einzelwettbewerb von der Grossschanze den Weltmeistertitel.

Glück bei der Windlotterie

Auch in Vancouver wurde es nichts mit Gold für das US-Team. Und Bill Demong, der diesmal wenigstens die Nummer beim Springen vorweisen konnte, schaffte es nicht, als Schlussläufer den Österreicher Mario Stecher noch abzufangen. Mit fünf Sekunden Rückstand landeten die Amerikaner auf Rang 2.

Doch gestern schlug dann die Stunde von Bill Demong im Whistler Olympic Park. Erst hatte der Weltmeister Glück, dass er auf der Grossschanze nicht wie so manch anderer Favorit Opfer der prekären und unfairen Windverhältnisse wurde und so mit einem Sprung auf 127 Meter den sechsten Platz belegen konnte. Dann sicherte sich der 29-Jährige auf der Loipe über 10 Kilometer vor seinem Landsmann Johnny Spillane, der damit sein drittes Silber bei den Spielen von Vancouver holte, und dem Österreicher Bernhard Gruber den Olympiasieg. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.02.2010, 14:01 Uhr