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Schwimmend zum Gold im Eisschnelllaufen

Von Stephan Roth. Aktualisiert am 28.02.2010

Anni Friesinger-Postma stürzte im Halbfinal der Team-Verfolgung und rettete sich mit einer Slapstick-Einlage ins Ziel.

Quelle: SF.

Die besten Tage als Eisschnellläuferin hat die 16-malige Weltmeisterin Anni Friesinger-Postma wohl hinter sich. Doch einen grossen Auftritt hatte sie nach mehreren Enttäuschungen in Vancouver doch noch. Im Halbfinal der Team-Verfolgung gegen die USA stürzte sie auf der Schlussgeraden und rettete sich förmlich übers Eis schwimmend ins Ziel.

Auf der Linie streckte sie noch ihren Schlittschuh nach vorne, um die Zeitmessung früher auszulösen. «Das war entscheidend dafür, dass wir das Finale überhaupt erreicht haben», meinte der deutsche Bundestrainer Markus Eicher später. Doch das wusste Friesinger-Postma zunächst noch nicht. Wütend trommelte sie mit den Fäusten aufs Eis und fluchte. Erst als die 1 auf der Anzeigetafel entdeckte, konnte die 33-Jährige doch noch strahlen. Um zwei Zehntelssekunden hatten die Deutschen den Finaleinzug geschafft.

«Anni konnte nicht mehr»

«Die Kanne war leer, ganz leer. Anni konnte nicht mehr», sagte ihr Gianni Romme. «Es ist das schlimmste beim Teamwettbewerb, wenn du merkst, du kommst nicht mehr mit. Da herrschte dann bei Anni auch die totale Panik. Aber wie sie nach dem Sturz noch daran gedacht, das Bein nach vorne zu ziehen, das war der Wahnsinn.»

Im Final gegen Japan war die entkräftete und durch den Sturz leicht angeschlagene Friesinger-Postma dann nur noch Zuschauerin und sah, wie ihre Teamkolleginnen Stephanie Beckert, Daniela Anschütz-Thoms und Katrin Mattscherodt sich erneut hauchdünn durchsetzten. In der Schlussrunde verwandelten die Deutschen einen Rückstand von 1,14 Sekunden in einen Vorsprung von zwei Hundertstelsekunden Vorsprung. «Das war ein Auf und Ab der Gefühle - wie im Karussel», sagte Friesinger-Postma. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.02.2010, 02:25 Uhr