Schweizer im Goldrausch
(Bild: Keystone)
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Nicht Topfavorit Didider Cuche, sondern überraschend Didier Défago liess sich in Whistler die Goldmedaille in der Männer-Abfahrt umhängen.
Der Walliser setzte sich überraschend mit 7 Hundertstel Vorsprung auf Aksel Lund Svindal (No) und 9 auf Bode Miller (USA) durch. Der 32-Jährige aus Morgins ist nach Bernhard Russi (1972 in Sapporo) und Pirmin Zurbriggen (1988 in Calgary) erst der dritte Abfahrts-Olympiasieger aus der Schweiz. Cuche, der die Trainings dominiert hatte, musste nach einem Fehler im Schlussabschnitt mit Platz 6 Vorlieb nehmen.
Ammann trieb Défago als Fan zu Gold
Mit aufgesetzter Sonnenbrille, seinem neuen Markenzeichen, jubelte Simon Ammann unter den Zuschauern über die zweite Schweizer Goldmedaille. Der Toggenburger, der den Schweizer Goldrausch am Samstag im Skispringen ausgelöst hatte, macht nicht nur auf der Sprungschanze eine ausgezeichnete Figur, sondern überzeugte auch als Fan und Vorsänger auf der Tribüne. «Es ist total lässig, wie man sich da von der Euphorie anstecken lassen kann», sagte Ammann.
Dario Cologna machte den Schweizer Jubeltag perfekt: Der Bündner dominierte die Konkurrenz in eindrücklicher Manier und lief mit 24,6 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Italiener Pietro Piller Cottrer ins Ziel. Cologna darf sich erster Schweizer Langlauf-Olympiasieger nennen.
Führung im Medaillenspiegel
Dank den drei Goldmedaillen übernahm die Schweiz auch im Medaillenspiegel (zwischenzeitlich) wieder die Führung.
Bereits vor vier Jahren in Turin gab es an Olympischen Winterspielen einen Schweizer «Gold-Tag»: Am 22. Februar 2006 gewann die Schweizer Delegation durch Snowboarder Philipp Schoch und Skiakrobatin Evelyne Leu letztmals zwei Goldmedaillen am selben Tag. Durch die Silber-Medaille von Simon Schoch war dieser Tag vor vier Jahren noch etwas erfolgreicher als der 15.2.2010, an dem Défago und Cologna triumphierten.
An den ersten drei Tagen gab es in Vancouver respektive Whistler nur drei Entscheidungen, in denen sich die Schweizer realistische Medaillenchancen ausrechnen durften: Skispringen von der Normalschanze, Männerabfahrt, Männerlanglauf über 15 km. Der Erfolg ist mit dreimal Gold maximal. Und die Schweizer Delegation hat noch einige Eisen im Feuer... (str/si)
Erstellt: 16.02.2010, 05:49 Uhr
