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«Wir wollen nicht alles umkrempeln»

Von René Stauffer, New York. Aktualisiert am 01.09.2010

Roger Federer erklärte in New York, wie er sich seine Zukunft mit zwei Trainern vorstellt.

16. Sieg in der 16. Abendsession: Roger Federer gewann gegen Brian Dabul 6:1, 6:4, 6:2.

16. Sieg in der 16. Abendsession: Roger Federer gewann gegen Brian Dabul 6:1, 6:4, 6:2.
Bild: Reuters

Im Jahr 2004, als er drei Grand-Slam-Titel gewann, war Roger Federer noch ohne Coach unterwegs gewesen, nachdem er Peter Lundgren entlassen hatte und bevor er den Australier Tony Roche verpflichtete. Mit Beginn des US Open, in das er mit einem 6:1, 6:4, 6:2 über Brian Dabul (ATP 96) in der Nacht auf Dienstag fulminant startete, hat der 29-Jährige nun offiziell sogar zwei Betreuer: den 47-jährigen Amerikaner Paul Annacone und den 34-jährigen Berner Severin Lüthi, der New York inzwischen wieder verlassen hat. Nach seinem 16. Sieg in seiner 16. Abendsession am US Open, in der er die Fans mit einem fantastischen Passierball zwischen den Beinen entzückte, erklärte er im kleinen Kreis der Schweizer Journalisten, wie er sich die Zukunft dieser Dreierbeziehung vorstellt.

Roger Federer, warum ist Severin Lüthi nicht in New York?
Es war schon vorher abgemacht, dass er während Cincinnati und der Vorbereitung des US Open dabei ist. Aber während des Turniers wollte ich nicht, dass beide da sind. Ich entschied mich für Annacone. Severin wird an den Asienturnieren, in Stockholm und Basel wieder dabei sein.

Werden Sie nach dem US Open auch im Davis-Cup in Kasachstan dabei sein, wo das Team von Lüthi gegen den Abstieg spielt?
Ich sagte ihm, dass ich zuerst abwarten will, wie ich hier in New York spiele.

Und wie geht es mit Annacone nach dem US Open weiter?
Das müssen wir noch genau anschauen. Es kann sein, dass er erst im Herbst nach Basel wieder dabei ist, zum Beispiel in Paris-Bercy. Manchmal werden beide Coaches mit mir sein, aber ich habe keine Lust, immer eine immense Gruppe um mich zu haben. Die Situation ist nicht so einfach. Aber alle wollen ja, dass ich gut Tennis spiele, und respektieren meine Entscheide. Tennis ist speziell, da ja der Spieler der Boss ist. Aber ich will meine Coaches nicht unterdrücken, sie sollen ihre Meinung frei äussern können.

Was kann Ihnen der frühere Coach von Sampras denn konkret bringen?
Er hat mich bisher aus der Ferne verfolgt, als Coach und Fan, sozusagen, während Seve in den letzten drei Jahren fast immer mit mir zusammen war. Seve kennt jedes Detail, weiss, wie ich mich organisieren und trainieren muss, um gut zu spielen. Paul hat neue Ideen, die er mit uns bespricht, und Seve kann ihm extrem dabei helfen, ihn ins Team zu integrieren. Es läuft bisher wunderbar, ich bin sehr zufrieden.

In welche Richtung zielen die Impulse, die Annacone bringt? Ist davon in Ihrem Spiel schon etwas zu merken?
Wir wollen sicher nicht alles umkrempeln. Das wäre auch ein Fehler, immerhin spielte ich sehr solid und konstant gut in den letzten Jahren. Viele denken, ich würde nun aggressiv spielen, weil ich mit ihm zusammen bin – und hätte mehr ein Sandplatztennis gespielt, während ich mit José Higueras arbeitete. Doch man muss sich immer an den Qualitäten orientieren, die ein Spieler hat, und das macht Annacone sehr gut. Er gibt mir nicht zu viele, aber präzise Anweisungen, wie ich spielen soll, und die versuche ich umzusetzen. Das ist sehr simpel. Man muss nicht denken, dass es sich da um Trainingsmethoden handelt, die es noch nie gegeben hat.

Wann hat Sie zum letzten Mal ein Coach mit einem Tipp überrascht?
Das passiert immer wieder, auch wenn ich inzwischen natürlich schon selber sehr vieles weiss. Ich habe von Anfang an ausserordentlich gute Trainer gehabt. Meine Coaches erhalten tendenziell aber zu wenig Anerkennung, weil es immer heisst, ich sein ein Supertalent. Aber auch sie stehen unter Druck und haben es nicht einfach.

Wie wichtig ist es, dass ein Coach auch menschlich zu Ihnen passt?
Das ist enorm wichtig. Wenn jemand charakterlich nicht zu mir passt, könnte ich gar nicht mit ihm arbeiten. Ich habe deshalb manchmal auch länger gewartet, um jemanden zu verpflichten. Es muss bei mir innerlich reifen. Viele denken, ich hätte Paul verpflichtet, weil Wimbledon für mich ein Schreck war. Das stimmt nicht, damit hatte das nichts zu tun. Ich habe mich noch nie von den Resultaten leiten lassen. Ich hatte Paul schon ein Jahr zuvor kontaktiert, doch damals war er noch nicht frei. In der Zwischenzeit lief es mit Seve auch sehr gut. Nur ist es für meine Entwicklung auch hilfreich, ab und zu jemand Neuen dabei zu haben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.09.2010, 08:53 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 22:10
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Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
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Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
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