Vorboten der Tenniszukunft
Von René Stauffer. Aktualisiert am 05.09.2010
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Wenn sich die Busse, die von den Hotels in Manhattan im Halbstundentakt ins nationale Tenniszentrum von Flushing Meadows und zurück zirkulieren, immer mehr mit hochgeschossenen jungen Mädchen und finster blickenden Jünglingen mit iPod und riesigen Schlägerbags füllen, ist es wieder so weit: Das Juniorenturnier steht des US Open vor der Tür. Es bietet einen Vorgeschmack auf die Zukunft und regt an zum Spekulieren. Denn keiner kann wissen, welche der neuen Namen sich im Tennis einst behaupten und welche verglühen werden wie Sternschnuppen, wobei die meisten in diese zweite Kategorie fallen werden.
Betrachtet man die Liste der neuen Nachnamen, verspricht die Tenniszukunft bunt, herausfordernd, inspirierend und teilweise auch etwas kurios zu werden. Gefordert und nicht zu beneiden sein dürften die TV- und Radioreporter werden – falls beispielsweise einst Ganna Poznikhirenko aus der Ukraine oder Nigina Abduraimowa aus Usbekistan die Szene prägen. Oder wie wäre es mit Chanelle Van Nguyen (USA), Agustina Sol Eskenazi (Argentinien) oder – mein absoluter Lieblingsname - Zarah Razafimahatratra, eine Spielerin aus Madagaskar?
Die Boys stehen den Girls nicht viel nach, was Zungenbrechernamen betrifft. Was hielten Sie etwa von einem Paris-Final zwischen Andres Artunedo Martinavarr (Spanien) und Alexander Rumyantsew (Russland)? Oder einem Wimbledonfinal zwischen Mate Zsiga aus Ungarn und Yasutaka Uchiyama aus Japan? (Womit wir diesen beiden doch eher kleinen Tennisnationen hier gerne eine kleine Freude gemacht haben.)
Man stösste aber auch auf lustige Namen und solche, die zu Wortspielen verleiten oder Assoziationen wecken. So schickt Usbekistan etwa eine Sabina Scharipowa ins Feld – irgendwann wird wohl auch eine Scharupowa folgen. Die Amerikanerin Julia Elbaba weckte beim Schreibenden schöne Erinnerungen an die Sommerferien, während Karue Sell aus Brasilien und Spencer Papa aus den USA jetzt schon sicher sein können, im Erfolgsfall für inspirierte Schlagzeilen zu sorgen.
Meine bisherige Lieblingspaarung aber stieg am Samstag auf Court P13, ein Qualifikationsspiel zum Juniorenturnier. Dort spielte Mackenzie McDonald aus den USA gegen Augusto Laranja aus Brasilien. BigMac gegen Orange: Die neue Tennisgeneration wirkt tatsächlich appetitanregend.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.09.2010, 00:02 Uhr


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