Roger Federer hat Lust auf mehr
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 19.11.2010 3 Kommentare
Umfrage
Wer gewinnt das ATP-Saisonfinale in London?
Roger Federer
Andy Murray
Rafael Nadal
Novak Djkovic
Robin Söderling
Andy Roddick
Tomas Berdych
David Ferrer
1084 Stimmen
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ATP-World-Tour-Finals, London
Teilnehmer: (2,62 Mio Euro/Hart).
Einzel. Gruppe A: Rafael Nadal (Sp/1), Novak Djokovic (Ser/3), Tomas Berdych (Tsch/6), Andy Roddick (USA/8). - Gruppe B: Roger Federer (Sz/2), Robin Söderling (Sd/4), Andy Murray (Gb/5), David Ferrer (Sp/7).
Doppel. Gruppe A: Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1), Lukas Dlouhy/ Leander Paes (Tsch/Ind/4), Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski (Pol/ 6), Jürgen Melzer/Philipp Petzschner (Ö/De/8). - Gruppe B: Daniel Nestor/Nenad Zimonjic (Ka/Ser/2), Mahesh Bhupathi/Max Mirnyi (Ind/ WRuss/3), Lukasz Kubot/Oliver Marach (Pol/Ö/5), Wesley Moodie/Dick Norman (SA/Be/7).
Spielplan Sonntag/Montag (MEZ).
Sonntag. 13.15 Uhr: Bryan/Bryan - Melzer/Petzschner. Nicht vor 15.00 Uhr: Söderling - Murray. 19.15 Uhr: Dlouhy/Paes - Fyrstenberg/Matkowski. Nicht vor 21.00 Uhr: Federer - Ferrer. - Montag. 13.15 Uhr: Bhupathi/Mirnyi - Kubot/ Marach. Nicht vor 15.00 Uhr: Djokovic - Berdych. 19.15 Uhr: Nestor/ Zimonjic - Moodie/Norman. Nicht vor 21.00 Uhr: Nadal - Roddick.
Modus
Von Sonntag bis Freitag werden die Gruppenspiele im Round-Robin- System ausgetragen - pro Tag zwei Einzel und zwei Doppel. Am Samstag finden die Halbfinals statt, in denen die ersten zwei jeder Gruppe übers Kreuz spielen.
Die letzten zehn Einzel-Finals
2009 (London): Nikolai Dawydenko (Russ) s. Juan Martin del Potro (Arg) 6:3, 6:4. - 2008 (Schanghai): Novak Djokovic (Ser) s. Dawydenko 6:1, 7:5. - 2007 (Schanghai): Roger Federer (Sz) s. David Ferrer (Sp) 6:2, 6:3, 6:2. - 2006 (Schanghai): Roger Federer (Sz) s. James Blake (USA) 6:0, 6:3, 6:4. - 2005 (Schanghai): David Nalbandian (Arg) s. Roger Federer (Sz) 6:7, 6:7, 6:2, 6:1, 7:6. - 2004 (Houston): Roger Federer (Sz) s. Lleyton Hewitt (Au) 6:3, 6:2. - - 2003 (Houston): Roger Federer (Sz) s. Andre Agassi (USA) 6:3, 6:0, 6:4. - 2002 (Schanghai): Lleyton Hewitt (Au) s. Juan Carlos Ferrero (Sp) 7:5, 7:5, 2:6, 2:6, 6:4. - 2001 (Sydney): Lleyton Hewitt (Au) s. Sébastien Grosjean (Fr) 6:3, 6:3, 6:4. - 2000 (Lissabon): Gustavo Kuerten (Br) s. Andre Agassi (USA) 6:4, 6:4, 6:4.
Stichworte
Der Spanier David Ferrer, der Schwede Robin Söderling und der Brite Andy Murray – das sind die Gegner von Roger Federer in der Gruppenphase des Events in der Londoner O2-Arena, die 17'500 Zuschauern Platz bietet. Eines steht also jetzt schon für das Tennis-Ass aus dem Baselbiet fest: Die Round Robin wird kein Spaziergang. In diesem Jahr hat Federer dreimal gegen Murray gespielt und zweimal verloren, die Bilanz des Schweizers gegen den hartnäckigen Schotten lautet mit 5:8 negativ. Besser sieht das Head-to-Head gegen Söderling (14:1 Siege) und Ferrer (10:0) aus. Überdies schied die Nummer 2 der Welt beim Saisonfinale nur einmal in den Gruppenspielen aus – 2008 in Shanghai nach einem dramatischen Duell gegen Murray.
Statistik ist etwas für Verlierer – so lautet eine alte Weisheit im Eishockey. Fussball-Fan Federer weiss das, er wird sich auf seine Tugenden verlassen und vor allem auf die Tatsache, dass er in Form ist. «Ich habe gute Chancen zu gewinnen und fühle mich körperlich sehr gut», erklärt der 29-jährige Familienvater vor dem mit Spannung erwarteten Finale der Top 8 der Jahreswertung. «Zur Abwechslung habe ich das Turnier in Paris-Bercy gesundheitlich gut überstanden. Und ich fühle mich auch mental frisch – das ist das Wichtigste. Ich bin gut drauf und spiele gutes Tennis», begründet Federer seinen Optimismus.
Ein beeindruckender Herbst
In der Tat lassen die jüngsten Auftritte keine Zweifel offen, dass sich der Schweizer im Herbst 2010 in einer besseren Verfassung präsentiert als auch schon. In Paris-Bercy schaffte er es erstmals bis in die Halbfinals, in denen er nach fünf vergebenen Matchbällen knapp an Gaël Montfils scheiterte. Die Turniere von Basel und Stockholm gewann er souverän. Und weil Federer in diesem Jahr «nur» einen Grand-Slam-Titel (Melbourne) holte, ist er alles andere als satt. Der Triumph in London wäre für ihn in jeder Beziehung ein versöhnlicher Abschluss. «Im Vergleich zu meinen besten Jahren war 2010 nicht so erfolgreich. Es hätte besser, aber auch viel schlechter sein können.»
Und weil die Nummer 1 der Branche, Rafael Nadal, nicht unbedingt als Hallenspezialist gilt und einmal mehr spekuliert werden darf, wie fit der Spanier nach einer überstandenen Schulterverletzung ist, gilt Federer auch bei den Buchmachern als der Favorit für den Londoner Tennis-Gipfel. Bei den Quoten von Bwin.com liegt der Schweizer (3,00) vor Nadal (3,65) und Murray sowie Novak Djokovic (je 5,00) vorne. Wer risikofreudig auf Ferrer, den ersten Gegner von Federer am späten Sonntagabend, setzt, kann mit dem 60-fachen Einsatzbetrag rechnen.
Ein weiterer Meilenstein?
Für Federer, den 16-fachen Grand-Slam-Gewinner, lockt bei einem Triumph ein weiterer Meilenstein in seiner faszinierenden Karriere: Er würde das Saisonfinale zum fünften Male gewinnen und damit mit den Rekordhaltern Ivan Lendl und Pete Sampras gleichziehen. An der Motivation, in London zu reüssieren, dürfte es dem grössten Schweizer Sport-Star aller Zeiten nicht fehlen.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.11.2010, 11:06 Uhr

