Nadal leugnet den körperlichen Verschleiss
Von Sebastian Rieder. Aktualisiert am 15.12.2011 11 Kommentare
Das Video zeigt die kraftraubende Technik des spanischen Tennisstars.
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Rafael Nadal ist dafür bekannt, Missstände jeglicher Art ohne Umschweife schonungslos anzusprechen. Doch in Bezug auf seine eigene Misere der vergangenen Saison flüchtet sich der spanische Tennisstar in rätselhafte Ausreden. Der Triumph im French-Open-Final gegen Roger Federer war Nadals einziger Lichtblick in einem harzigen, von zahlreichen Verletzungen geprägten Jahr.
Der 25-jährige Mallorquiner gibt zwar zu, dass sein Körper ihm gelegentlich einen Streich gespielt habe, sieht den Hauptgrund seiner sinkenden Formkurve aber nicht im physischen Bereich. «Es ist ein grosser Irrtum, zu glauben, ich sei ein körperbetonter Spieler. Es gibt viele, die mehr rennen als ich», so Nadal in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. Eine Behauptung, die sich schwer widerlegen lässt, aber dennoch überrascht. Denn offensichtlich ist, dass kaum ein Spieler bei seinen Schlägen einen derart grossen Bewegungsradius hat und dabei oft weit hinter der Grundlinie steht. Dadurch entstehen für Nadal grössere Laufwege und eine ungleich höhere Belastung.
40 Stunden länger auf dem Platz als Federer
Kommt hinzu, dass Nadal im Vergleich zu seinen Rivalen in den Top vier viel mehr Aufwand betreiben muss, um einen Punktgewinn zu landen. In 82 Spielen stand Nadal im Schnitt über zwei Stunden auf dem Platz. Über die ganze Saison hinweg rackerte er im Vergleich zu Roger Federer ganze 40 Stunden länger. Eine Tatsache, die Nadal offenbar nicht wahrhaben will. Der Grund für das schwarze Tennisjahr 2011 liegt für ihn in der geistigen Übermüdung: «Es gibt einen mentalen Verschleiss. In den Turnieren hat mir etwas mehr Leidenschaft für das Spiel, Kraft in meinen Schlägen und in meinen Beinen und mentale Stärke gefehlt. Und daran hängt alles andere.»
«Es geht nicht darum, Djokovic zu schlagen»
Dabei verdrängt Nadal, dass auch körperliche Einschränkungen den Kopf beeinflussen und der Geist nicht frei ist für sportliche Höchstleistungen. Am Australian Open schied er wegen einer Oberschenkelzerrung frühzeitig aus, in Wimbledon plagte ihn eine Knöchelverletzung bis in den Final, an den US Open musste er wegen starker Krämpfe eine Pressekonferenz abbrechen und an den ATP World Tour Finals war er völlig ausgelaugt.
Sechsmal verlor er in einem Final gegen Novak Djokovic. Kommt 2012 nun die grosse Revanche? Nadal: «Es geht nicht darum, Djokovic zu schlagen, sondern persönlich weiterzukommen. Alles andere ist zweitrangig. Das Wichtigste ist, wieder mit der nötigen Leidenschaft und Intensität zu spielen. Ob das dann reicht, werden wir sehen. Ich möchte wieder einen Schritt vorankommen, auch wenn ich dafür leiden muss.»
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.12.2011, 07:18 Uhr
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11 Kommentare
Nadal und Djokovic stehen hauptsächlich deswegen länger auf dem Platz als Roger Federer, weil sie zwischen den Ballwechseln immer ihren fragwürdigen Ritualen/Macken fröhnen müssen. Djokovic prellt den Ball vor jedem Service geschätzte 30x und Nadal zupft sich seine verschwitzte Unterhose zurecht. Antworten

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