Keine Stars, aber Attraktionen in Gstaad
Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 23.07.2010 2 Kommentare
Am Allianz Suisse Open Gstaad, das morgen beginnt, nimmt zwar kein Grand-Slam-Sieger im Einzel teil, aber für erstklassigen Tennissport ist trotzdem gesorgt. Zu sehen gibt es im Saanenland unter anderem ...
... die spanische Sandplatzarmada: Auch ohne Rafael Nadal sind die Spanier auf Sand eine Macht. Fernando Verdasco, Nicolas Almagro, Tommy Robredo und Albert Montanes, der im Frühling in Estoril Federer in die Knie zwang, gehören allesamt zum Favoritenkreis. Erfolge von Spielern von der Iberischen Halbinsel haben in Gstaad Tradition – 10 der letzten 20 Titelgewinner stammen aus Spanien, wobei Sergi Bruguera und Alex Corretja je dreimal triumphierten.
... vier frühere Turniergewinner: 2009 kam Thomaz Bellucci als unbekannter Qualifikant im Berner Oberland an und reiste eine gute Woche später als gefeierter Champion wieder ab. Diesmal wäre ein Titelgewinn des Brasilianers keine Überraschung mehr. Der Linkshänder hat sich in der Weltrangliste innert zwölf Monaten von Position 119 auf Platz 22 vorgearbeitet. Mit dem Rumänen Victor Hanescu (2008) sowie den beiden Franzosen Paul-Henri Mathieu (2007) sowie Richard Gasquet (2006) kehren drei weitere ehemalige Turniersieger zurück. Besonders gespannt darf man auf Gasquet sein, der aufgrund der Kokainaffäre trotz milder Strafe in eine Krise geriet, sich mittlerweile aber aufgefangen hat. Ist der 24-Jährige in Form, zeigt er Tennis vom Feinsten.
... mindestens zwei Schweizer: Der Baselbieter Marco Chiudinelli fand aufgrund seines Rankings (ATP 63) im Hauptfeld Aufnahme, der Zürcher Michael Lammer dank einer Wildcard. Wunder sind von den beiden keine zu erwarten, aber beherzte Auftritte allemal. Chiudinelli und Lammer treten im Doppel nach ihrem Überraschungscoup im Vorjahr als Titelverteidiger an. Vielleicht wird aus dem helvetischen Duo noch ein Trio. Die Organisatoren vergeben die letzte Wildcard erst heute. Und falls Turnierdirektor Jeff Collet keinen dicken Fisch an der Angel hat, dürfte er sich für einen Schweizer entscheiden, zum Beispiel für Stéphane Bohli.
... eine russische Wundertüte: Michail Juschni gehört definitiv zu den Siegesanwärtern. Seit dem vergangenen Herbst spielt der emotionale Russe, für den einst grosse Leistungsschwankungen nicht ungewöhnlich waren, konstant auf hohem Niveau. In dieser Saison weist er als Höhepunkte den Sieg gegen Novak Djokovic (ATP 2) in Rotterdam und den Turniersieg in München auf. Den Titel holte er notabene auf Sand.
... ein grosses Talent: Die Veranstalter werben mit dem Slogan «Die Champions von heute treffen die Stars von morgen». Um diesem Motto Nachdruck zu verleihen, vergaben sie eine Wildcard an Augustin Velotti. Augustin wer? Die Frage ist berechtigt; der Argentinier (ATP 673) hat bisher nur auf Future-Stufe gespielt. Die Premiere an einem ATP-Turnier verdankt der 18-Jährige seinem Triumph am Juniorenturnier des French Open in Paris.
... ausgewiesene Doppelspezialisten: Nicht nur das Einzelturnier, sondern auch die Doppelkonkurrenz ist diesmal ausgezeichnet besetzt. Mit Simon Aspelin/Paul Hanley (Sd/Au) sowie Wesley Moodie/Dick Norman (SA/Be) sind zwei eingespielte Duos gemeldet, die unter den zehn besten Paaren der Welt figurieren.
... das PC-7-Team: Am Finalsonntag, der gleichzeitig der Nationalfeiertag ist, führen die tollkühnen Piloten der Schweizer Luftwaffe direkt über dem Centre-Court ihre spektakuläre Flugschau vor. (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.07.2010, 09:02 Uhr

