Hier sieht der US-Captain Federers wunde Punkte
Von Roman Soom. Aktualisiert am 10.02.2012
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Davis-Cup, Weltgruppe, 1. Runde.
Schweiz – USA
Freitag, 13 Uhr: Stanislas Wawrinka – Mardy Fish, gefolgt von Roger Federer – John Isner.
Samstag, 14.30 Uhr: Federer/Wawrinka – Mike Bryan/Ryan Harrison.
Sonntag, 12 Uhr: Federer – Fish, gefolgt von Isner – Wawrinka.
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Jim Courier, der Captain des US-Davis-Cup-Teams, ist überzeugt, dass Roger Federer in bester physischer und mentaler Verfassung zur Erstrundenpartie der Weltgruppe gegen seine Spieler antreten wird. Das bittere Halbfinal-Out am Australian Open gegen Rafael Nadal werde den Baselbieter nicht mehr beeinflussen. «Ich habe Roger in den letzten Jahren genug gesehen, um zu wissen, dass er gut darin ist, Enttäuschungen abzuschütteln. Federer ist ein Champion und reagiert wie ein Champion», erklärte Courier auf der Medienkonferenz vor den ersten beiden Einzeln. Federer trifft nach dem Eröffnungseinzel zwischen Stanislas Wawrinka und Mardy Fish, das um 13 Uhr beginnt, auf John Isner, der 2010 in Wimbledon den 665-minütigen Marathon-Match gegen Nicolas Mahut mit 70:68 im fünften Satz gewann.
In einer Kolumne für das «Time Magazine» liess Courier in der Vergangenheit trotz seiner grossen Hochachtung für Federer schon einmal durchblicken, dass er gewisse Angriffsflächen im Spiel der Schweizer Nummer 1 geortet hat. Die erste Waffe gegen Federer sieht er in einer guten Verteidigung. Da es fast unmöglich sei, den Racket-Virtuosen allein mit einer guten Technik und soliden Grundschlägen auszuspielen, müsse man enorme Laufbereitschaft und grossen Kampfgeist an den Tag legen. Wenn dann plötzliche Bälle zurückkämen, die normalerweise Winner sind, verunsichere das Federer und bringe ihn aus dem Konzept, so der frühere Weltranglistenerste. Ein Hinweis darauf, dass Courier sich auf der richtigen Spur befindet, ist die Tatsache, dass Federer gegen den Defensivspezialisten Rafael Nadal seit jeher Mühe bekundet.
Ein weiterer wunder Punkt Federers ist in Couriers Augen die einhändige Backhand. «Auch wenn sie stilistisch ein Meisterwerk ist, hat Federer Schwierigkeiten bei hoch abspringenden Bällen auf der Rückhandseite», so der US-Captain. Wichtig sei auch, dass der Gegner den Schweizer wissen lasse, dass er nicht auf dem Platz stehe, um mitzuspielen, sondern um zu gewinnen. Das beinhalte auch, den Emotionen zwischendurch freien Lauf zu lassen und vielleicht einmal unangenehm aufzufallen.
«Langweile ihn zu Tode!»
«Langweile ihn zu Tode!», rät Courier den Kontrahenten Federers. «Spiele jeden Ball immer und immer wieder in die gleiche Ecke und nimm ihm damit die Freude am Spiel.» Nachdem man ihm die Spielfreude genommen und seinen Rhythmus gebrochen habe, sei der 16-fache Major-Champion durchaus schlagbar. Dieser Spielplan scheint sinnvoll, wenn man über die Qualitäten eines Novak Djokovic oder Rafael Nadal verfügt, ob jedoch Federers erster Davis-Cup-Gegner, der 2,06 Meter lange John Isner, einen solchen Plan durchziehen kann, ist fraglich. Isners Stärken liegen nicht in der Verteidigung, wie es der Plan erfordern würde, sondern beim Service und am Netz.
Die bisherigen zwei Partien gegen Isner hat Federer gewonnen, gegen Mardy Fish, den zweiten Einzelspieler der USA, weist er eine 7:1-Bilanz auf. Sein Teamkollege Stanislas Wawrinka dagegen steht statistisch gegen beide US-Amerikaner schlecht da. 0:2 lautet seine Bilanz gegen Fish, 1:2 gegen Isner. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.02.2012, 10:21 Uhr

