Federers Rivale hungerte für den Erfolg
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 02.09.2010
Federer ab 20 Uhr im Live-Ticker
Roger Federer bestreitet seine Zweitrunden-Partie gegen den Deutschen Andreas Beck heute Abend gegen 20 Uhr. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet live über den Auftritt des Schweizers.
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Eine Knieoperation im Herbst des vergangenen Jahres brachte Mardy Fish auf den richtigen Weg. Der 28-jährige Amerikaner hatte auf einmal Zeit, sich intensiv im Spiegel zu betrachten und war schockiert, wie wenig athletisch sein Körper trotz einer Klassierung in den Top 50 der Weltrangliste aussah. Über 100 Kilogramm brachte Fish bei einer Körpergrösse von 1,88 Metern auf die Waage. «Warum hat mir eigentlich keiner gesagt, wie dick ich bin?», fragt er rückblickend. «Zumindest meine Frau hätte mich doch darauf aufmerksam machen müssen.»
Was auf die Erkenntnis folgte, war eine beispiellose Fitnessoffensive kombiniert mit einer Diät. Innerhalb von nur eineinhalb Monaten nahm Fish rund 15 Kilogramm ab, heute wiegt er 82 Kilogramm. Jede Woche quälte er sich sechsmal im Fitnesscenter, seine Ernährung stellte er radikal um, strich fast alle Kohlenhydrate und setzte stattdessen auf Proteine und fettfreie Kost.
Keine nächtlichen Fast-Food-Menüs mehr
Am schwersten fiel dem «dicken Fisch» der Verzicht auf die spätabendlichen Besuche in den Filialen seiner liebsten Fast-Food-Ketten. Pommes frites, Hamburger, Pizza und Coca-Cola gehörten auf einen Schlag der Vergangenheit an.
Nach seinem Erstrundensieg am US Open gegen den Tschechen Jan Hajek erzählte Fish davon, wie er kurz vor dem Turnier im Fernsehen eine Werbung für die Kette Domino's Pizza betrachtete: «Das hat richtig gut ausgesehen, aber ich habe mich auch daran erinnert, wie ich selbst früher ausgesehen habe, als ich noch über 100 Kilogramm schwer war.» Also liess er die Pizza einfach Pizza sein.
Selbst Federer wackelte gegen Fish
Der Effekt des Verzichts blieb freilich nicht aus. Rank und schlank wie er nun ist, verwandelte Fish gegen Hajek einen 1:2-Satzrückstand in einen glatten Sieg. In den letzten beiden Durchgängen gab er nur noch ein einziges Game ab. «Früher», sagt er, «wäre ich in solchen Situationen zusammengebrochen.»
Seit dem French Open hat Fish 23 von 27 Matches für sich entschieden und erstmals in seiner Karriere in einer Saison zwei Titel geholt: den einen auf dem Hartplatz von Atlanta, den anderen beim Rasenturnier in Newport. Am meisten Aufsehen erregte er aber mit der Finalqualifikation in Cincinnati, wo er vor der denkbar knappen Dreisatzniederlage gegen Roger Federer der Reihe nach die Top-10-Spieler Fernando Verdasco, Andy Murray und Andy Roddick ausschaltete. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.09.2010, 12:15 Uhr

