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Aus der Hölle zurück auf den Tennisplatz

Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 03.02.2012

Jelena Dokic, die mit dem australischen Fed-Cup-Team in der Schweiz gastiert, hat eine Vergangenheit hinter sich, die jedem Schauerroman Ehre machen würde.

1/8 Glücklich im Teamverbund: Jelena Dokic beim Training für den Fed-Cup im Forum Freiburg. (1. Februar 2012)
Bild: Keystone

   

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Fed-Cup Schweiz – Australien

Als Vorspiel des Davis-Cup-Knüllers Schweiz – USA (10. bis 12. Februar) trifft das Schweizer Fed-Cup-Team am Wochenende in Freiburg auf Australien. Das Team von Christiane Jolissaint ist nach der Rückkehr in die Weltgruppe II trotz Heimvorteil klarer Aussenseiter.

Während die Schweiz nach dem Rücktritt von Patty Schnyder derzeit über keine Top-100-Spielerin verfügt, Romina Oprandi (WTA 63) ist nach ihrem Nationenwechsel noch nicht spielberechtigt, treten die Gäste auf der Sandunterlage im Forum Freiburg in Bestbesetzung an. Neben Teamleaderin Samantha Stosur (WTA 5) stehen dem siebenfachen Fed-Cup-Champion mit Jarmila Gajdosova (WTA 40) und Jelena Dokic (WTA 67) zwei weitere erfahrene Einzelspielerinnen zur Verfügung.

Zum Auftakt der Begegnung trifft Timea Bacsinszky (WTA 244) heute Samstag ab 11 Uhr auf Stosur, im zweiten Einzel spielt Stefanie Vögele (WTA 124) erstmals in ihrer Karriere gegen Gajdosova. Bereits zu Beginn der Woche hatte sich Jolissaint für diese Aufstellung entschieden und diese den Spielerinnen mitgeteilt.

Dokic ist bei den Australierinnen eine Alternative für den Sonntag. Die frühere Nummer 4 der Welt weist eine ausgezeichnete Fed-Cup-Bilanz auf. Von 17 Einzelpartien gewann sie 15, die letzte vor knapp drei Jahren gegen Vögele in Mildura auf Rasen. Dokic ist vorläufig für das Doppel nominiert – neben Casey Dellacqua. (si)

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Eigentlich sollte nicht die amtierende US-Open-Siegerin Samantha Stosur (WTA 5) der Star des australischen Fed-Cup-Teams sein, sondern Jelena Dokic (WTA 67). Die heute 28-Jährige stand bereits mit 17 in den Halbfinals von Wimbledon und war mit 19 die Nummer 4 der Welt. Es schien, als blicke sie einer grossen Karriere entgegen. Statt Grand-Slam-Pokalen folgte ein paar Jahre später aber der Absturz. Dokic litt so sehr unter den Eskapaden ihres berüchtigten Vaters Damir, dass sie psychisch völlig aus dem Gleichgewicht geriet, was sich im WTA-Ranking ebenfalls niederschlug. Ende 2006, ein Jahr nachdem sie sich vom rabiaten Familienoberhaupt losgesagt hatte, stand sie nur noch auf Platz 621 der Weltrangliste.

Übergewicht und Depressionen verunmöglichten, dass Jelena Dokic ihr grosses Potenzial ausschöpfen konnte. «Ich musste so viel aushalten, als mein Vater noch auf der Tour dabei war, all seine Ausbrüche. Ich bin durch die Hölle gegangen», gestand sie damals. Das Sündenregister von Damir Dokic ist lang: In Wimbledon zerstörte der Mann, der nach eigenen Angaben während des Jugoslawien-Krieges für serbische Milizen in Kroatien kämpfte, einst das Handy eines Reporters und trat einem britischen Offiziellen mit dem Hitlergruss entgegen. Der australischen Botschafterin in Belgrad drohte er damit, sie in die Luft zu sprengen, was ihm eine zwölfmonatige Gefängnisstrafe einbrachte, seine Tochter wollte er entführen lassen.

An der Fed-Cup-Pressekonferenz in Freiburg war Jelena Dokic anzusehen, dass sie mit sich und der Welt wieder im Reinen ist, obwohl sie fürs Einzel nur als Ersatz nominiert wurde. «Ich liebe diese Wochen mit dem Team, weil unser Sport sonst so individuell ist. Die Atmosphäre weckt meinen Kampfgeist, deshalb gewinne ich in diesem Wettbewerb so viele Spiele», sagte die 1,75 m grosse Sportlerin, die sich nach Manipulationsvorwürfen gegen die Veranstalter des Australian Open im Jahr 2001 zwischenzeitlich vom australischen Verband abgewandt und für Serbien gespielt hatte.

Nun ist sie gut ins Kollektiv integriert, obwohl sie sich im vergangenen Herbst mit ihrem Vater versöhnte. Zusammen mit ihrem Partner Tin Bikic besuchte sie Damir Dokic nach dessen Haftentlassung in Serbien und berichtete danach Wundersames: «Mein Vater war sehr respektvoll, und ich denke, dass er sich sehr positiv verändert hat. Er versteht nun, dass ich eine eigenständige Person bin, die ihre eigenen Entscheidungen trifft.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.02.2012, 14:46 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 21:52
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Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
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Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
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