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Als sich Federer plötzlich unwohl fühlte
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 15.03.2010
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Eigentlich hatte Roger Federer seinen Rivalen Rafael Nadal sowie die beiden früheren Stars Andre Agassi und Pete Sampras für einen guten Zweck auf den Tenniscourt gebeten. Das Geld der Veranstaltung kommt den Erdbebenopfer in Haiti zu Gute. Doch für eine kurze Zeit kühlte die Stimmung auf dem Platz merklich ab. Als Sampras, der mit Federer ein Doppel bildete, beim Stand von 4:4 seine bekannt harten Aufschläge servierte, rief ihm Agassi: «Du bist immer ernst, Pete!»
Sampras nahm die Provokation an. «Ich werde dich nun imitieren», rief er übers Netz und watschelte zur Gaudi der rund 16'000 Zuschauer in Indian Wells mit kleinen Schritten zum Aufschlag. Mit einem gequälten Lachen beobachtete Agassi das Schauspiel. «Was ist los? Sagst du nichts?», fragte ihn Sampras. Agassi drehte schliesslich kurz die leeren Hosentaschen nach aussen. «Ich habe kein Geld», entgegnete Nadals Doppelpartner und spielte damit auf eine Szene in seiner Autobiographie an, in welcher er schilderte, dass Sampras beim Parkservice nur einen Dollar Trinkgeld gegeben habe.
Sampras schiesst Agassi ab
Nun war es auch mit dem Humor von Sampras zu Ende. Und spätestens als Agassi sagte, dass er doch noch einen Dollar gefunden habe, gab sich der 14-fache Grand-Slam-Sieger genervt. «Diese Rivalität ist wirklich intensiv. Mach etwas», sagte Federer Richtung Nadal in der Absicht, den Dialog eine andere Wende zu geben. «Es ist immer Spass und Spiel – bis jemand verletzt wird, was?», war Agassis Replik.
Die Antwort von Sampras folgte in Form eines Aufschlags direkt auf den Körper von Agassi. «Wenn das so ist, wie du spielen willst», schickte er hinterher. «Das ist immer noch besser als ein Parkdiener zu sein, wenn du auftauchst», schlug Agassi im verbalen Volleyspiel («The Guardian») zurück. «Ich bin nicht der beste Trinkgeldgeber, Entschuldigung Barack Obama», rief er in die Luft.
«Ich habe nichts verstanden»
«Du wirst jetzt sehr persönlich», meinte Agassi. «Nein, nein. Alle kennen diese Geschichte bereits, Pete. Es ist nicht persönlich.» Es war längst nicht mehr nur Theater, das die beiden Altstars dem Publikum boten. Roger Federer sei nicht sonderlich erfreut gewesen, schreibt «The Guardian». An der Pressekonferenz, die den Event, der immerhin über eine Million Dollar einbrachte, hätte zusätzlich bewerben sollen, tauchten weder Agassi noch Sampras auf.
Und Rafael Nadal? Der Mallorquiner erklärte nach dem Spiel, er habe nichts verstanden. «Sie haben sehr schnell gesprochen», gab er als Begründung an. Als er über den Dialog aufgeklärt wurde, meinte er nur: «Es ist nicht einfach, wenn das Mikrofon immer eingeschaltet ist. Man hat das Gefühl, immer etwas sagen zu müssen. Sie wollten wohl lustig sein.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.03.2010, 14:46 Uhr

