«Wir wollen keine lahmen Enten sein»

Im dritten Versuch gelingt dem SC Bern der erste Sieg in diesem Jahr – mit 4:3 nach Verlängerung gegen Kloten. Thomas Rüfenacht ärgert sich über den verlorenen Zähler.

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Weil Captain Martin Plüss wegen hohen Stocks auf die Strafbank geschickt worden ist, gerät der SC Bern gegen den EHC Kloten in der Verlängerung unter Druck. Mit grosser Leidenschaft stemmen sich die drei Berner Feldspieler den vier Angreifern entgegen. Und tatsächlich gelingt den Gästen der Siegtreffer nicht.

Es ist dann Ramon Untersander, der, 38 Sekunden bevor die Overtime fertig gewesen wäre, für die Entscheidung sorgt. Er bezwingt Martin Gerber nach einem Schuss von NLA-Topskorer Mark Arcobello per Abpraller zum 4:3.

Der Jubel ist gross in der Post­finance-Arena, auf dem Eis und auch auf den Rängen. Auch SCB-Cheftrainer Kari Jalonen ist zufrieden. Er erwähnt das Spektakel in der Schlussphase und sagt, solche Spiele wollten die Zuschauer sehen. «Schliesslich sind wir im Showbusiness tätig.»

Normalerweise sind Partien, welche die Fans glücklich machen, nicht unbedingt nach dem Geschmack der Coachs, die normalerweise Taktik und Systemtreue höher gewichten als den Unterhaltungswert. Doch diesmal stimmt es für Jalonen. «Es sind zwei gute Punkte; ich bin stolz auf die Spieler», sagt der Finne.

Aussprache zu später Stunde

Jalonen ist wichtig, dass sein Team nach dem missglückten Auftritt in Langnau eine Reaktion gezeigt und die dritte Niederlage in Serie vermieden hat. Nachdem die Mutzen am späten Samstagabend nach dem 1:4 aus dem Emmental zurückkehrt waren, stand vor dem Nachhause­gehen noch eine Teamsitzung auf dem Programm.

Jalonen will nicht auf den Inhalt der Aussprache eingehen, Thomas Rüfenacht hält aber fest, der Coach habe die Spieler nicht zusammengestaucht. Offenbar war den Eis­hockeyprofis selber klar, dass der Auftritt gegen die Tigers ungenügend gewesen war. «Unsere Einstellung muss immer top sein, nicht so wie am Samstag», erzählt Rüfenacht.

Er erwähnt, viele Partien seien schwierig, weil etliche Gegner um die Playoff-Teilnahme kämpften und bereit sein, für jeden Punkt an die Grenzen zu gehen. «Wir sollten schätzen, dass wir uns anders als vor einem Jahr diesmal nicht in dieser Situation befinden. Aber wir dürfen Siege nicht für selbstverständlich halten. Schliesslich wollen wir bis zu den Playoffs keine lahme Enten sein», stellt Rüfenacht klar.

Tor in Unter- statt Überzahl

Eher lahm war zuvor während zweier Drittel das Geschehen auf dem Eis. Nach der zweiten Pause nahm die Partie doch noch Fahrt auf. Bei vier gegen vier Feld­spielern rettete Leonardo Genoni gegen Denis Hollenstein. Und dann kehrte für die Gäste noch Patrick Obrist von der Strafbank zurück.

Doch nicht etwa die Zürcher gingen in Führung, sondern die Berner: Simon Moser nahm Kevin Hecquefeuille hinter dem Kloten-Tor die Scheibe ab und bediente Rüfenacht, der seinen vierten Saisontreffer realisierte. «Moser hat super gearbeitet; ich stand einfach am richtigen Ort», meint Rüfenacht später bescheiden. Was der Meister zuvor in gut 5 Minuten Überzahl (1:30 sogar mit zwei Mann mehr) nicht geschafft hatte, gelang ihm also in Unterzahl.

Das 2:1 war erst der Anfang einer packenden Phase, die bis zur Entscheidung andauern sollte. Drew Shore schoss ausgerechnet während einer langen SCB-Druckphase wie schon im zweiten Drittel den Ausgleich. Im vierten Match gegen die Mutzen hat sich der Amerikaner nunmehr zum dritten Mal als Doppeltorschütze ausgezeichnet.

Zwei Tore von Rüfenacht

Mit seinem zweiten Treffer brachte Rüfenacht den SCB, der auf die verletzten Verteidiger Maxim Noreau und David Jobin verzichten musste, zum dritten Mal in Führung. Doch in der 58. Minute glich Kloten durch Verteidiger Patrick von Gunten erneut aus.

Dies missfällt Rüfenacht auch 15 Minuten nach Spielende noch. «Es ist ärgerlich, haben wir einen Punkt verschenkt», sagt der Doppeltorschütze. Der SCB habe es trotz guter Chancen verpasst, einen Zweitorevorsprung herauszuarbeiten. «Wir waren zu wenig effizient.»

Mit dem SC Bern hat die etwas bessere Mannschaft gewonnen, aber der Schwung aus den ersten fünf Matches im Dezember ist weg. Kein Grund zur Panik: Die Topform ist erst ab März gefragt.

Matchtelegramm

Bern - Kloten 4:3 (1:0, 0:1, 2:2, 1:0) n.V.

16'282 Zuschauer. - SR Dipietro/Massy, Borga/Fluri.

Tore: 7. Arcobello (Kamerzin) 1:0. 37. Shore (von Gunten, Hecquefeuille/Ausschluss Bodenmann) 1:1. 43. Rüfenacht (Simon Moser/Ausschluss Arcobello!) 2:1. 50. Shore (Praplan) 2:2. 54. Rüfenacht (Lasch) 3:2. 58. von Gunten (Hollenstein) 3:3. 65. (64:22) Untersander (Arcobello) 4:3.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Kloten.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Krueger, Beat Gerber; Kamerzin, Andersson; Kreis; Hischier, Martin Plüss, Scherwey; Bodenmann, Arcobello, Simon Moser; Lasch, Ebbett, Rüfenacht; Alain Berger, Reichert, Gian-Andrea Randegger.

Kloten: Martin Gerber; Back, Weber; Hecquefeuille, Frick; von Gunten, Harlacher; Bircher; Leone, Romano Lemm, Obrist; Hartmann, Sheppard, Kellenberger; Praplan, Shore, Hollenstein; Bader, Homberger, Zahner.

Bemerkungen: Bern ohne Noreau, Jobin (beide verletzt), Kloten ohne Ramholt, Schlagenhauf, Grassi, Sieber, Sanguinetti (alle verletzt) sowie Stoop (krank). - 54. Pfostenschuss Lasch (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.01.2017, 06:24 Uhr

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NLA

50. Runde

25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.SC Bern5031649160:114109
2.ZSC Lions5026987166:115104
3.EV Zug50283613153:12296
4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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