Wenn der Olympiasieger absichtlich verliert
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 19.12.2011 24 Kommentare
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Gegenüber dem nationalen TV-Sender SVT erklärte Forsberg, einer der grössten Eishockey-Profis überhaupt, dass Tre Kronor 2006 in Turin absichtlich gegen die Slowakei 0:3 verloren habe, um später auf die vermeintlich schwächeren Nationen wie Schweiz und Tschechien zu treffen, anstelle von Kanada und Russland.
Das Konzept ging auf: Die Schweiz wurde im Viertelfiinal relativ leicht mit 6:2 bezwungen, die Tschechen im Halbfinal mit 7:3 vom Eis gefegt. Im Final setzten sich die starken Schweden mit 3:2 gegen Finnland durch und schnappten sich die Goldmedaille. «Wir haben alles Erforderliche getan, um das Turnier zu gewinnen», fügte Forsberg hinzu. Sein Team war neben den Finnen zweifellos die beste Equipe an Olympia 2006.
Die Aussagen von Gustafsson
Der heute 38-jährige Forsberg betonte, dass die Niederlage gegen die Slowakei nicht von Trainer Bengt-Ake Gustafsson angeordnet worden sei. «Wir haben vielleicht innerhalb der Gruppe darüber diskutiert, ob es nicht besser sei, da draussen nicht alles zu geben», erklärte der Center.
Dennoch ist auch Gustafsson nicht ganz unschuldig, dass schon vor fast sechs Jahren in Turin viele Gerüchte um das Verhalten der schwedischen Auswahl entstanden. Der damalige Reporter erinnert sich auf hockeyfans.ch: «Vor dem Spiel gegen die Slowakei sagte Gustafsson gegenüber der nordamerikanischen Presse, dass man im Viertelfinal nicht gegen Kanada oder Tschechien spielen wolle, denn dies sei wie Pest oder Cholera, man wünsche sich die Schweiz als Gegner. Dann führte er weiter aus: ‹Die Schweiz ist der einfachere Gegner. Wir werden dieses Problem so professionell wie möglich lösen›. Nachdem die Aussage publik geworden war, versuchte Gustafsson noch, seine Aussagen zu relativieren: ‹Was ich sagen wollte, war, dass es eine schwere Aufgabe sein wird, gegen alle diese drei Gegner zu spielen. Und ich wollte mit dieser Aussage nur aufzeigen, dass es nicht einfach wird in den Viertelfinals. Und wir sollen für diese unsere Kräfte schonen.›»
«Der Bruch zwischen den Freunden»
Das passive Verhalten der Schweden gegen die Slowaken soll schliesslich auch zum Bruch der Männerfreundschaft zwischen dem damaligen Schweizer Personalchef Ralph Krueger und Gustafsson, einst Assistent unter Krueger und in der vergangenen Saison Trainer des ZSC, geführt haben.
Der Internationale Eishockey-Verband IIHF dürfte wenig glücklich über die Enthüllungen von Forsberg sein. Schliesslich zählt das Eishockey-Turnier zu den Highlights der Winterspiele und soll so zu einem saubereren Image der harten und schnellen Sportart beitragen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.12.2011, 12:12 Uhr
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24 Kommentare
Schweden musste sich durch sehr starke Leistungen erstmal in die konfortable Situation bringen, um mit einer (absichtlichen) Niederlage einen anderen Gegner zu erhalten. Wenn ein Fussballverein das letzte Champions-League Gruppenspiel mit der 3. Mannschaft bestreitet, sagt schliesslich auch keiner was. Antworten
Ehrlich gesagt bin ich etwas irritiert ob den Kommentaren hier, insb. dass auch noch Wörter wie "Betrug" in den Mund genommen werden. Es besteht keine Verpflichtung für eine Mannschaft, nach Möglichkeit jedes Spiel zu gewinnen. Finde Schwedens Verhalten taktisch klug und völlig i.O.. Betrug ist für mich z.B. das, was im Zusammenhang mit den ganzen Wettskandalen abläuft oder der Einsatz von Doping. Antworten

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