Was hat Krueger gegen die Torschützen?
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 22.01.2010 17 Kommentare
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Schweizer Eishockey-Olympia-Kader
Das erweiterte Kader (32 Spieler) für Vancouver
Tor (5): Martin Gerber (Atlant Mytischtschi/Russ), Jonas Hiller (Anaheim Ducks/NHL), Daniel Manzato (Rapperswil-Jona Lakers), Ronnie Rüeger (Kloten), Tobias Stephan (Genève-Servette).
Verteidigung (10): Goran Bezina (Genève-Servette), Severin Blindenbacher (Färjestad/Sd), Rafael Diaz (Zug), Félicien Du Bois (Kloten), Philippe Furrer (Bern), Roman Josi (Bern), Luca Sbisa (Portland Winterhawks/WHL), Mathias Seger (ZSC Lions), Mark Streit (New York Islanders/NHL), Yannick Weber (Hamilton Bulldogs/AHL).
Sturm (17): Andres Ambühl (Hartford Wolf Pack/AHL), Thomas Déruns (Genève-Servette), Hnat Domenichelli (Lugano), Ryan Gardner (ZSC Lions), Peter Guggisberg (Davos), Sandy Jeannin (Fribourg), Romano Lemm (Lugano), Thibaut Monnet (ZSC Lions), Thierry Paterlini (Rapperswil-Jona Lakers), Emanuel Peter (Biel), Martin Plüss (Bern), Kevin Romy (Lugano), Ivo Rüthemann (Bern), Raffaele Sannitz (Lugano), Paul Savary (Genève- Servette), Julien Sprunger (Fribourg), Roman Wick (Kloten).
Eigentlich wollte Krueger bei der ersten «Hockey Get Together Party» von Swiss Ice Hockey, die am Donnerstagabend im Zürcher Kaufleuten über die Bühne ging, seine fixe Crew für Vancouver publik machen. Aufgrund der zahlreichen verletzten oder angeschlagenen Spielern, wie etwa die talentierten Verteidiger Roman Josi und Luca Sbisa, KHL-Goalie Martin Gerber oder Stürmer Romano Lemm, gibt es immer noch 32 Kandidaten, die für das olympische Turnier in Frage kommen.
Der Plan sieht nun vor, dass am 7. Februar das Schweizer Männer-Team mit 24 Akteuren nach Winnipeg reisen wird. Im Rahmen dieses Camps wird nochmals gesiebt. Schliesslich nimmt der Headcoach am 12. Februar 21 Spieler nach Vancouver mit. Der Tross wird dann durch die beiden gesetzten NHL-Cracks Mark Streit und Jonas Hiller ergänzt. De facto wird die 23-köpfige Olympia-Equipe 3 Goalies, 7 oder 8 Verteidiger sowie 12 oder 13 Stürmer umfassen.
Ohne Bärtschi, ohne Brunner...
Die Diskussionen, ob Krueger auch tatsächlich mit der stärksten Landesauswahl die Winterspiele in Angriff nehmen wird, werden heuer ähnlich heftig ausfallen wie in den Jahren zuvor. Denn in diesem vorläufigen Aufgebot für Winnipeg fehlen Stürmer wie Patrik Bärtschi und Damien Brunner, die in der Skorerliste der NLA weit vorne klassiert sind und bisher auf eine starke Saison zurückblicken können.
Bärtschi steht an sechster Stelle dieser Skorerliste (22 Goals, 23 Assists, 45 Punkte) und ist damit der beste Spieler mit Schweizer Blut in diesem Ranking. (Der zweitklassierte Kanadier Hnat Domenichelli hat den roten Pass erst im letzten Jahr erhalten.) Der kämpferische Löwe legt eine beeindruckende Saison hin, fiel beim Nationen-Turnier in der Slowakei vor Weihnachten keinesfalls ab - und wird dennoch links liegen gelassen. Das erstaunt den neutralen Beobachter und ist auch für den bissigen Forward, der seine Karriere in Oerlikon neu lanciert hat, eine herbe Enttäuschung. Bärtschi bot zudem im Victoria Cup gegen das NHL-Team aus Chicago eine beeindruckende Vorstellung.
Beim Zuger Damien Brunner, der sich momentan an achter Stelle der Skorerliste befindet (17 Goals, 17 Assists, 44 Punkte) dürfte die Unerfahrenheit auf internationalem Eis eine Rolle spielen. Zudem passte Brunner bei einem Nati-Termin infolge Krankheit – solche Absagen pflegt Krueger nicht zu vergessen. Auch Klotens Verteidiger Patrick von Gunten, mit 27 Skorerpunkten auf Rang 3 der internen Skorerliste der Flyers, muss sich das Turnier im Heimatland des Eishockeys am TV ebenso zu Gemüte führen wie Paolo Duca (16 Treffer), das Herz des HC Ambri-Piotta.
...und wohl ohne Guggisberg und Gardner
Zum erweiterten Aufgebot der Schweizer Eishockeyaner gehört der pfeilschnelle Emmentaler Flügel Peter Guggisberg – vorläufig zumindest. Der Topskorer der Davoser (15/18/33) war von Krueger an der Heim-WM 2009 übergangen worden, was dem Nationaltrainer nicht ganz zu unrecht eine grosse Schelte von Medien und Fans eintrug. Guggisbergs Speed wäre in Bern, als die Schweiz nicht einmal den Viertelfinal erreichen konnte, in der blassen Offensive höchst willkommen gewesen.
Auch Ryan Gardner und Thomas Ziegler gehören wie Guggisberg zu den Wackelkandidaten. Gardner müht sich zweifellos beim ZSC in diesem Winter ab, steht aber mit seiner Skorerwerten (14/25/39) dennoch an 14. Stelle der Liga und ist auch in der Nationalmannschaft immer für ein Abstaubertor im Powerplay gut. Defensivcenter Thomas Ziegler hat insofern Pech, dass er angeschlagen ist. Keine Gnade fanden die Zuger Paul DiPietro und Duri Camichel, die nicht die Form ihrer besten Tage vorweisen. Interessant wird sein, wer die Torhüterrollen Nummer 2 und 3 hinter Hiller einnehmen wird. Gerbers Chancen, an Olympia wieder fit zu sein, werden als minim eingestuft.
Der Teamgedanke im Vordergrund
Schon immer klar war, dass Cracks wie HCD-Leitwolf Reto von Arx, Michel Riesen (Lakers) sowie Klotens Arbeitstier Marcel Jenni aus diversen Gründen für Krueger nicht in Frage kommen. Das Verhältnis dieses Trios mit der Landesauswahl wird sich erst verändern, wenn Krueger nicht mehr der Personalchef ist. Dieser Umstand könnte ja schon nach dem Olympia-Turnier eintreffen.
Krueger setzt bei seiner Selektion auf bewährte Kräfte und Spieler, die ihm ins taktische (und menschliche) Konzept passen. Der Deutsch-Kanadier weicht – trotz aller Kritik – nicht von seiner Linie ab. Dass ein Akteur wie Thierry Paterlini, der bei den Lakers eine durchzogene Saison abliefert, im Olympia-Team Berücksichtigung findet, erklärt der Nationaltrainier mit den Worten, dass dieser vorbildlich kämpfe und in defensiver Hinsicht sehr wertvoll sei – was vor vier Jahren in Turin auch tatsächlich der Fall war.
Mit anderen Worten: Krueger zieht den Mannschaftsgedanken den individuellen Kriterien vor, Skorerlisten haben nur zweitrangige Bedeutung. Diese Politik mag richtig sein, hat aber in der 13-jährigen Ära auch schon fehlgeschlagen. Spätestens die Resultate und Leistungen der Schweizer «Eishockey-Familie» auf olympischem Eis werden zeigen, ob seine Selektion die richtige war.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.01.2010, 15:37 Uhr
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Ich kann kann unseren Nati Coach nur unterstützen: Bei den meisten tollen Auftritten unserer Nati hat sich das kollektiv bewährt. Egomanen, vermeintliche Superstars, NHL Drafts oder exzentrische Kiffer haben in unserer Nationalmanschaft zurecht keinen Platz. Die Jungs die für die MAnschaft durch feuer gehen, haben Zukuft und werden in Vancouver auch Erfolg haben. Antworten
