Von den Besten lernen
Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 23.07.2012
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Mark Streit weist den Weg. Der Captain der New York Islanders erklärt den Teilnehmern des traditionellen Hockeycamps in Zuchwil am Freitagnachmittag die nächste Übung. Assistiert wird der NHL-Spieler und Leiter des Verteidigercamps auf dem Eis von Mathias Seger (ZSC Lions), Jörg Reber (SCL Tigers) und Oliver Schäublin vom B-Ligisten Basel. Das Feld der Kursteilnehmer setzt sich mehrheitlich aus Elite-A-Junioren und NLB-Spielern zusammen. Mittendrin ist auch ein Verteidiger des SC Bern, der allerdings nicht leitet, sondern übt: Franco Collenberg. «Ich will bereit sein, wenn es losgeht», sagt Collenberg im Hinblick auf den Start des SCB-Eistrainings im August. Er ist sich nicht zu gut, als einer von nur drei Akteuren der höchsten Spielklasse (neben den Tigers-Spielern Federico Lardi und Kim Lindemann) in Zuchwil quasi als Schüler, statt als Lehrer mitzumachen. «Warum sollte ich nicht von den Besten lernen, wenn wir solche Cracks wie Mark Streit in unserem Land haben?», fragt Collenberg. «Es gibt Gründe, weshalb diese Spieler erfolgreich sind. Ihre Art, ihr Denken, ihre Präsenz, all dies will ich aufsaugen und für mich modellieren.» Der 26-Jährige ergänzt: «Man hat nie ausgelernt.»
Investition statt Kosten
Dieses Streben nach Verbesserung und Entwicklung ist prägend für den neuen SCB-Verteidiger. Der Bündner aus Untervaz entschied sich nach vier Saisons bei Gottéron für den Wechsel nach Bern, weil er sich von diesem Transfer eine Steigerung seines Leistungsniveaus erhofft. «Der SCB ist eine grosse Herausforderung. Ich wurde toll aufgenommen und möchte mich stetig verbessern», sagt Collenberg. Er investiert viel in seine eishockeytechnische Weiterbildung, nahm im vergangenen Sommer beispielsweise an einem offenen Trainingslager mit NHL- und AHL-Spielern in Vancouver teil – unter der Leitung des bekannten Konditionstrainers Peter Twist. Und als Collenberg am vergangenen Spengler-Cup die Möglichkeit erhielt, beim tschechischen Team Vitkovice mitzuspielen, sagte er zwecks Weiterentwicklung sofort zu. Während das Gros der Teilnehmer in Zuchwil von den Vereinen finanziell unterstützt wird, trägt Collenberg sämtliche Kosten selbst. «Das sind keine Kosten, es ist eine Investition», meint er und ergänzt lachend: «Wer weiss: Vielleicht kriege ich von Sven (Leuenberger, SCB-Sportchef, die Red.) ja noch ein Trinkgeld?»
Spass und Begeisterung
In Freiburg wurde Collenberg auch wegen seines Humors und der positiven Art von den Mitspielern und dem Staff geschätzt. Selbst den Organisatoren des Camps in Zuchwil ist aufgefallen, dass der Bündner nie um einen Spruch verlegen und ständig in Bewegung ist. «Ich will Spass haben, die Leute begeistern und inspirieren», sagt der robuste Verteidiger. In seinen letzten fünf NLA-Saisons hat er gerade mal drei (!) Qualifikationspartien verpasst. Dieser Umstand dürfte sich mit Blick auf die in den vergangenen Jahren verletzungsanfällige Berner Defensive als wertvoll erweisen. Sven Leuenberger attestiert dem Verteidiger läuferische und physische Stärken. Im Spiel ohne Scheibe müsse er indes noch einige Dinge lernen, meinte der SCB-Sportchef bei der Bekanntgabe von Collenbergs Verpflichtung. Gewiss: An der Motivation und am Willen zur Verbesserung wird es dem neuen Berner Verteidiger mit Sicherheit nicht mangeln. Es passt ins Bild, dass er das Eis in Zuchwil nach Ablauf der Übungseinheit als Letzter verlässt. (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.07.2012, 08:11 Uhr
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