Von Geld und Geist
Im Rahmen des «World Hockey Summit» in Toronto äusserte sich IIHF-Präsident René Fasel unmissverständlich über allfällige Expansionsgelüste der NHL in Richtung Europa: «Wir sind stark genug, um selber etwas auf die Beine zu stellen. Und dann haben wir einen Wettbewerb zwischen Europa und Nordamerika.» Allein: Ein Teil der Basis ist dem Internationalen Verband entschwunden. Nach dem Aus der Champions Hockey League entschieden sich einige europäische Vereine, selber etwas auf die Beine zu stellen – die European Trophy. Deren Organisation und Finanzierung waren losgelöst von der IIHF erfolgt.
Die Vertreter der 18 teilnehmenden Teams diskutierten am Wochenende im Rahmen des Finalturniers in Salzburg und Zell am See (Ö) über die Zukunft. Das Ergebnis beinhaltete sowohl Übereinstimmungen als auch Divergenzen. «Ich würde das Turnier in die Saison reinziehen», sagte SCB-CEO Marc Lüthi, derweil Turnierdirektor Bo Lennartsson versicherte, der Anlass werde vorerst ein Vorbereitungsturnier bleiben. «Die Trophy war hervorragend organisiert», erklärte der Berner Trainer Larry Huras. Man müsse jedoch grundsätzlich festlegen, ob es ein Vorbereitungs- oder ein «richtiges Turnier sein soll, bei dem alle Teilnehmer die Regeln respektieren».
Der Berner Brief
Sportchef Sven Leuenberger hob den sportlichen Wert und die Organisation positiv hervor, stellte jedoch die Geldfrage: «Normalerweise ist die Vorbereitung für uns ein Nullsummen-Spiel. Auch im Falle des Turniersiegs hätte für uns aber ein hohes Minus resultiert.» Durch das Erreichen des zweiten Gruppenplatzes konnte der SCB zwar die Teilnahmegebühr (25'000 Euro) sogleich decken, die Organisations- und Reisekosten übertrafen das Preisgeld für den dritten Rang (10'000 Euro) jedoch bei weitem.
Apropos Finanzen: Der SCB hat nach Einholung eines juristischen Gutachtens der IIHF «einen netten Brief» (Lüthi) geschrieben, um das Preisgeld der ausgefallenen Champions Hockey League (100'000 Euro) einzufordern. «Mittlerweile hat sich der Betrag erhöht, Anwaltskosten inklusive», sagte Lüthi. Eine Annäherung zwischen IIHF und den Klubs dürfte sich mit Sicherheit anders lesen als der Inhalt dieses «netten» Briefs. (Berner Zeitung)
Erstellt: 06.09.2010, 08:37 Uhr

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