Und wieder putzen die Tiger die Mutzen

Die SCL Tigers haben mit dem 2:1-Erfolg drei von vier Derbys gegen den SC Bern gewonnen. Wenn die Mutzen so weiterspielen, wird es in der Platzierungsrunde noch zwei weitere Aufeinandertreffen mit dem Kantonsrivalen geben.

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Am Ende sind die Fans der SCL Tigers begeistert. Einmal mehr haben ihre Lieblinge dem SC Bern ein Bein gestellt. Der 2:1-Sieg bringt die Emmentaler dem 10. Rang zwar nicht näher, aber die Stadtberner der Platzierungsrunde. SCL-Coach Benoit Laporte nennt «die sehr gute Teamleistung und den überragenden Goalie» als Gründe für den Coup des Aufsteigers.

Derweil sagt SCB-Trainer Lars Leuenberger, was seine Mannschaft geboten habe, sei zu wenig. «Die Entscheidungen der Scheibenführenden dauerten viel zu lange, daher kreierten wir kaum Überraschungsmomente.»In der Tat: Nach dem ersten Drittel musste den 6000 Besuchern in der ausverkauften Ilfishalle klar sein, weshalb die Kantonsrivalen in den hinteren Tabellenregionen angesiedelt sind. Kombinationen über mehrere Stationen hatten im Gegensatz zu unpräzisen Pässen und stocktechnischen Unzulänglichkeiten Seltenheitswert gehabt. Weder die Emmentaler noch die Hauptstädter vermochten vor der ersten Pause zwingende Torchancen herauszuspielen – auch nicht in je zwei Powerplay-Gelegenheiten.

Nur drei SCB-Ausländer

Nach dem Seitenwechsel erarbeitete sich der SCB ein leichtes Übergewicht, doch in Führung gingen die SCL Tigers. Nach einem alles andere als harten Weitschuss Claudio Moggis liess Jakub Stepanek die Scheibe passieren. Der Treffer tat dem zuvor langweiligen Derby gut. Die Besucher entwickelten plötzlich Druck und kamen mit der vierten Chance innert 100 Sekunden zum Ausgleich – Pascal Berger, der nach der Saison zu den Tigers wechseln wird, bezwang den starken Ivars Punnenovs per Nachschuss.

Als kurz darauf SCL-Topskorer Chris DiDomenico die Strafbank aufsuchen musste, bekam der SCB die Gelegenheit, in Überzahl das Führungstor anzustreben. Doch erneut erweckten die Mutzen mit einem Mann mehr einen hilflosen Eindruck. «Das Powerplay war nix», wird Leuenberger am Ende konstatieren. Die Absenz Eric Blums wirkte sich negativ aus; und weil auch der Finne Mikko Kousa verletzungsbedingt fehlte, war keiner in der Lage, die Rolle des Regisseurs zu spielen. Kousa war für ein Training zu Testzwecken fitgespritzt worden – ohne Erfolg.

Weil der Kanadier Andrew Ebbett für einen Einsatz noch nicht ganz bereit ist, schöpfte der SCB zum 19. Mal in der laufenden Meisterschaft das Ausländerkontingent nicht aus. Aufseiten der Emmentaler gab derweil Kyle Wilson sein NLA-Debüt. Der Kanadier wurde nach einem Gerangel mit Simon Moser nach 25 Sekunden auf die Strafbank geschickt. Ansonsten blieb er unauffällig.

Gegen Ende des Mitteldrittels übernahmen die Langnauer das Spieldiktat. Nun wirkte die Mannschaft Laportes eher gefährlicher. Insofern war das 2:1 durch Sven Lindemann in der 49. Minute nicht überraschend. Der SCB reagierte auf den erneuten Rückstand vehement und kam durch Derek Roy und Martin Plüss auch zu ausgezeichneten Chancen. Vor allem entwickelte sich nun ein schnelles Auf und Ab, das die Zuschauer für das spektakelarme Geschehen während der ersten 50 Minuten entschädigte.

Punnenovs’ Paraden

Am Schluss strebten die Besucher ohne Goalie den Ausgleich an. Doch Punnenovs rettete mit einigen tollen Paraden den Sieg der Emmentaler. Der Keeper bleibt trotz seiner Rolle als Matchwinner bescheiden. «Es war mein zehnter Einsatz in dieser Saison, doch nie zuvor hatten meine Teamkollegen so viele Schüsse geblockt», erzählt er.

Der SCB hat also eine weitere ganz, ganz bittere Niederlage bezogen. «Wir sind selber schuld, die Chancenauswertung war ungenügend», sagt Flurin Randegger, der im kommenden Winter das Tigers-Dress tragen wird.«Die Niederlage regt mich auf», gibt der SCB-Verteidiger zu. «Wir haben in dieser Saison viele Spiele dumm verloren.» Wer in drei der vier Begegnungen dem Aufsteiger unterliegt, muss sich nicht wundern, wenn er am Ende in der Platzierungsrunde landet.

Doch so weit ist es noch nicht. «Wir lassen den Kopf sicher nicht hängen, immerhin sind wir noch über dem Strich klassiert», sagt Randegger trotzig. Und Lars Leuenberger meint, es sei nun seine Aufgabe, das Team vor dem Match gegen Davos aufzurichten. «Wenn mir das nicht gelingt, bin auch ich nicht gut genug.» Bei den Langnauern dürfte die Moral heute kein Thema sein. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 15.01.2016, 23:35 Uhr)

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NLA

9. Runde

30.09.SC Bern - EV Zug7 : 4
30.09.HC Davos - Geneve-Servette HC2 : 3
30.09.Fribourg-Gottéron - EHC Kloten2 : 5
30.09.ZSC Lions - HC Ambri Piotta2 : 3
30.09.SCL Tigers - EHC Biel-Bienne2 : 5
30.09.Lausanne HC - HC Lugano3 : 5
Stand: 30.09.2016 22:05

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.Lausanne HC9610230:1720
2.ZSC Lions10512224:1819
3.EHC Biel-Bienne9600333:1718
4.EHC Kloten9422130:2518
5.EV Zug9501327:2816
6.SC Bern9411327:2515
7.Geneve-Servette HC9322225:2315
8.HC Lugano9401428:3013
9.HC Davos9230426:2912
10.HC Ambri Piotta10042423:3110
11.Fribourg-Gottéron9112520:317
12.SCL Tigers9002716:352
Stand: 30.09.2016 22:05

10. Runde

01.10.HC Lugano - SC Bern- : -
01.10.EHC Kloten - SCL Tigers- : -
01.10.Geneve-Servette HC - Lausanne HC- : -
01.10.EHC Biel-Bienne - ZSC Lions- : -
01.10.HC Ambri Piotta - HC Davos- : -
01.10.EV Zug - Fribourg-Gottéron- : -

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