Und dann brach beim SCB das Chaos aus...
Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 03.12.2011 1 Kommentar
Damien Brunner ist der produktivste Spieler in der NLA. Der Flügel des EV Zug führt die Skorerliste mit grossem Vorsprung an. Für über anderthalb Punkte sorgt der Nationalspieler durchschnittlich pro Match. Auch gestern in der Postfinance-Arena herrschte häufig höchste Gefahrenstufe, wenn Brunner auf dem Eis war. Doch den ersten Akzent setzte sein jüngerer Bruder Adrian, der den Dress des SC Bern trägt. Brunner, der Unbekanntere, eroberte in der 13.Minute hinter dem Zuger Tor die Scheibe und stand damit am Ursprung des 1:0 und eines kleinen Jubiläums: Etienne Froidevaux erzielte seinen 25. Treffer in der NLA.
Statistisch ist der EV Zug in Überzahl die beste NLA-Mannschaft. Doch auch in dieser Sparte sorgten vorerst nicht die Innerschweizer für etwas Zählbares, sondern der SCB. Patrick Oppliger sass erst seit 32 Sekunden auf der Strafbank, als die Gastgeber auf 2:0 erhöhten. Junior Christoph Bertschy versenkte den Puck aus der Luft.
Kwiatkowski für Roche
Vorerst lief in diesem Spitzenkampf, der Leader empfing das nach Verlustpunkten beste Team, alles für den SCB. Im zweiten Drittel zeigte die Equipe von Antti Törmänen dann über weite Strecken attraktives und effektives Tempoeishockey. Die Berner dominierten die Gäste deutlich; nach 36 Minuten stand es 5:2. Getroffen hatten Pascal Berger, Ivo Rüthemann und Joel Kwiatkowski. Der Kanadier figurierte nach seiner Verletzungspause erwartungsgemäss wieder in der Mannschaft. Nicht dabei war überraschend Travis Roche. Der Verteidiger hatte im morgendlichen Training einen Schlag an den Kopf erhalten. «Wir kamen zu einfach zu unseren Toren, was uns das Gefühl gab, wir seien besser, als wir es wirklich sind», sagte Tormänen nach dem Match. Dass der finnische SCB-Coach so sprach, hatte einen triftigen Grund: Der SCB hatte die Partie 5:6 verloren, die er in der Schlussphase des zweiten Drittels längst hätte entscheiden müssen. Ryan Gardner nutzte einen Penalty nicht zum 6:2, und die Berner reüssierten auch in doppelter Überzahl nicht.
Zu wenig Leidenschaft
Die SCB-Akteure hatten wohl nicht damit gerechnet, dass die Besucher nach der zweiten Pause noch hartnäckig Widerstand leisten würden. Jedenfalls brach nach dem dritten Zuger Tor bei den Bernern das Chaos aus. Sie reihten nun Fehlpass an Fehlpass, kamen stets einen Schritt zu spät und unterstützten den ebenfalls wenig überzeugenden Goalie Olivier Gigon ungenügend. Deshalb war am Schluss die Zuger Welt wieder in Ordnung – auch statistisch. Der Siegtreffer fiel in der Schlussminute im Powerplay, wobei Björn Christen einen Schuss von Damien Brunner ablenkte. Dank seinem dritten Assist war Brunner, der Bekanntere, einmal mehr der produktivste Mann der Partie.
Die Niederlage sei eine «bittere Pille», meinte Andreas Hänni. Der SCB-Verteidiger wurde danach sogar philosophisch: «Im Sport gibt es Euphorie und Elend. Offenbar war bei uns die Not im Herzen nicht gross genug, sonst hätten wir im letzten Drittel mehr Leidenschaft auf das Eis gebracht.»
Das einzig Positive an der unnötigen Niederlage war, dass beim SCB alle den Fehler bei sich suchten. Tormänen sagte, aus solchen Spielen könne man viel lernen. «Jeder Einzelne muss nun darüber nachdenken, wie er sich steigern kann.» Und Hänni meinte im Hinblick auf die heutige Partie in Kloten: «Wir werden sehen, ob unser Elend nun wieder gross genug ist.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.12.2011, 09:22 Uhr
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1 Kommentar
Immer, wenn Dominic Meier mitspielt, geht es schief. Er stand wiederum bei 2 Toren völlig orientierungslos auf dem Eis. Frage mich nur, ob es denn keinen talentierten Junior gibt oder ob es nicht besser wäre, mit weniger Verteidiger zu spielen. Mit Meier, der absolut kein NLA-Niveau hat, bringt das nichts. Antworten

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