Die SCL Tigers verlieren in Lugano
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Lugano 5, SCL Tigers 4 – auch wenn das Resultat durchaus gerecht war, hinterliessen die Langnauer nach Spielschluss einen bitter enttäuschten Eindruck. Sie zeigten im Tessin vor allem in kämpferischer Hinsicht eine tadellose Leistung und bewiesen wie bereits vor Wochenfrist beim Erfolg gegen Zug, dass ihre Moral kurz vor der entscheidenden Meisterschaftsphase intakt ist. Dreimal machten die Tigers einen Rückstand wett (Ex-Luganese Mark Popovic, Philipp Rytz nach einem nicht geahndeten Offside und Claudio Moggi trafen), nur 20 Sekunden nach dem 3:3 kassierten die kurzzeitig unkonzentrierten Gäste jedoch das vorentscheidende Tor. Der Anschlusstreffer Kurtis McLeans (58.) kam zu spät, in der Schlussminute rannte die Equipe von Trainer John Fust vergebens an.
Vor nur 2878 Zuschauern in der Resega verrichtete Tigers-Goalie Urban Leimbacher einen auffälligen Part. Noch in der Startphase hatte er manchen Schuss unkonventionell nach vorne abprallen lassen – aus einer solchen Situation resultierte in der 4.Minute auch der Führungstreffer des Heimteams. Raffaele Sannitz beförderte die Scheibe allerdings mit dem Schlittschuh ins Tor; ob es sich hierbei um eine Kickbewegung handelte, liess sich nicht abschliessend beurteilen. Im Mittel- und Schlussabschnitt zeigte Leimbacher dann zahlreiche Paraden. Der 30-Jährige, welcher abermals Robert Esche vorgezogen wurde, hatte am Donnerstag bekannt gegeben, dass er den Verein Ende Saison verlassen und nach Basel wechseln wird. Bei den Langnauern haben sich bereits Torhüter aus der NLB gemeldet, die Interesse am Job des Ersatzkeepers bekunden. Denkbar ist auch, dass die Tigers in der nächsten Spielzeit neben Thomas Bäumle (kommt von Ambri) Elite-Junior Marc Schmid das Vertrauen schenken.
Verstärkung vom HC Thurgau
Dass sich Leimbacher fünfmal bezwingen lassen musste, lag vorab an Luganos starker Offensive. Die Tessiner demonstrierten, warum sie über das beste Powerplay der Liga verfügen. Topskorer Jaroslav Bednar erzielte in numerischer Überzahl das 2:1 und 3:2, gegen die Tigers hat er in dieser Saison achtmal getroffen. Unter dem Strich leistete sich John Fusts Mannschaft zu viele Strafen, zumal einige davon vermeidbar schienen.
Bereits am Samstag empfangen die SCL Tigers Ambri. Der Vergleich mit den Leventinern birgt Brisanz: Fünf Runden vor Qualifikationsschluss liegt Ambri unmittelbar vor den Langnauern auf Rang 10, die Differenz beträgt 3 Punkte. In den Playouts könnte es demnach erneut zum Duell kommen. «Wir wollen uns unbedingt um einen Platz verbessern und fürs Playout das Heimrecht sichern», erklärte Ruedi Zesiger. Mitte der nächsten Woche erwartet der Sportchef Verstärkung aus der Ostschweiz: Weil der HC Thurgau als 9. der NLB die Saison am Dienstag beendet, werden Thomas Nüssli und Fabian Brem (auf Leihbasis) nach Langnau wechseln. Für das Duo wurde eine B-Lizenz gelöst. Brem (21) und der frühere Nationalspieler Nüssli (29) haben in dieser Saison jeweils über 20 Skorerpunkte gebucht.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 03.02.2012, 22:16 Uhr
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