Tigers sind das Team der Stunde

Vor 5912 Zuschauern in der Ilfishalle siegen die SCL Tigers gegen die Kloten Flyers 3:2. Es handelt sich um den vierten Langnauer Erfolg in Serie.

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Nichts ist unmöglich. Nun, der Werbeslogan mag in die Jahre gekommen sein. Doch was die Affen im vom Autokonzern Toyota lancierten TV-Spot sagten, lässt sich auf die «Tiger» auf dem Eis übertragen: Nach 39 von 50 Qualifikationsrunden sind die SCL Tigers nach wie vor in Tuchfühlung mit den Playoff-Plätzen. Was – Hand aufs Herz – kaum einer für möglich gehalten hätte. Nach dem 3:2-Sieg gegen Kloten sind die Emmentaler zwar weiterhin Vorletzte, der Rückstand auf den 8. Rang ist jedoch auf 4 Punkte geschrumpft. Zudem hat die direkte Konkurrenz ausnahmslos mehr Partien bestritten als der Aufsteiger.

Hat es eines weiteren Beweises für die ausgezeichnete Form bedurft, so haben ihn die Tigers geliefert. Sie sind das Team der Stunde. Der Erfolg am Freitagabend war der vierte in Serie – notabene gegen den Angstgegner. Nur 8 von 41 Duellen mit Kloten hatten die Langnauer zuvor inmert 10 Jahren für sich entschieden.

Bei den Emmentalern mag nicht alles funktioniert haben; dass die Equipe über viel Selbstvertrauen verfügt, war aber nicht zu übersehen. Die Langnauer trauten sich etwas, sie schossen viel, gingen energisch in die Zweikämpfe. «Wir wussten mit der Scheibe etwas anzufangen», meinte Trainer Benoît Laporte schmunzelnd. «Solche engen Spiele haben wir in dieser Saison oft verloren, nun erzwingen wir das Glück.»

Gerbers Geschenk

Die Tigers-Belegschaft befand sich noch lange nach der Partie im Freudentaumel, die meisten der 5912 Zuschauer in der Ilfishalle sowieso. Zuvor hatten sie in der Schlussphase gehörig zittern müssen. Doch der Reihe nach: Im vom Hin und Her geprägten Startdrittel erspielte sich das Heimteam ein leichtes Chancenplus, es beanspruchte beim Pfostenschuss von Lukas Stoop allerdings Glück. Im Mittelabschnitt war es Tigers-Topskorer Chris DiDomenico, welcher die Torumrandung traf (26.), wenige Sekunden später schoss er freistehend aus kurzer Distanz am Klotener Gehäuse vorbei.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:1; den Schuss Lukas Fricks zum Führungstor hatte DiDomenico abgelenkt. Für einmal agierte der unermüdliche Kanadier etwas unglücklich, seine ausländischen Kollegen sprangen in die Bresche. Kevin Clark und Ville Koistinen trafen innert vier Minuten (32./36.), beide mittels Abstauber. «Wir standen dort, wo es Schmerzen geben kann», meinte Laporte, «das war entscheidend».

Kloten allerdings glich drei Sekunden vor Ende des zweiten Drittels aus – im letzten Abschnitt liessen beide Equipen gute Möglichkeiten aus. In der 55. Minute führte Verteidiger Massimo Ronchetti die Entscheidung herbei, es handelte sich um das erste NLA-Tor des Tessiners. Martin Gerber hätte den Schuss parieren müssen, der Langnauer in Zürcher Diensten meinte danach nur, es sei kein Zufall, dass es den Tigers derart gut laufe. «Sie haben sich gegenüber dem Saisonstart unglaublich gesteigert.» Gerbers Gegenüber Ivars Punnenvos hielt abermals glänzend, «er sicherte uns den Sieg», resümierte Laporte. In den letzten zwei Minuten liess der Lette die anstürmenden Gäste verzweifeln.

Strichkampf in Ambri

Bei den Tigers kehrte Thomas Nüssli ins Team zurück. Die Absenzenliste umfasst sechs Namen, so «wenige» wie lange nicht mehr. Allerdings schied Anton Gustafsson nach 35 Minuten aus, er leidet an einer Grippe. Aus Genf ist zu vernehmen, dass Roland Gerber bereits in den kommenden Wochen nach Langnau wechseln könnte. Der Stürmer, der einen ab der nächsten Saison gültigen Vertrag beim Aufsteiger unterzeichnet hat, erhält bei Servette nicht mehr viel Eiszeit. Sportchef Jörg Reber schliesst den vorzeitigen Transfer nicht kategorisch aus, «zuletzt habe ich von Genfer Seite aber nichts mehr gehört.»

In Langnau wird von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel geschaut. Heute gastiert Laportes Equipe in Ambri. Langnau in den Playoffs – dieses Szenario scheint effektiv nicht unmöglich zu sein. Übrigens (so viel Werbung sei erlaubt): Der Tigers-Autosponsor ist... Toyota. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 23.01.2016, 09:40 Uhr)

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Telegramm

SCL Tigers - Kloten Flyers 3:2 (0:0, 2:2, 1:0)

5912 Zuschauer. - SR Koch/Kurmann, Kovacs/Tscherrig. - Tore: 21. (20:37) Frick (Santala) 0:1. 32. Clark (Müller, Nüssli) 1:1. 36. Koistinen (Müller, DiDomenico/Ausschluss Bieber) 2:1. 40. (39:57) Guggisberg (Hollenstein, Santala) 2:2. 55. Ronchetti 3:2. - Strafen: je 2mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Hollenstein.

SCL Tigers: Punnenovs; Müller, Koistinen; Weisskopf, Kim Lindemann; Zryd, Adrian Gerber; Ronchetti; DiDomenico, Wilson, Nüssli; Clark, Gustafsson, Claudio Moggi; Haas, Schirjajew, Sven Lindemann; Sandro Moggi, Albrecht, Wyss; Bucher.

Kloten Flyers: Martin Gerber; Gustafsson, Frick; Stoop, Back; Schelling, Collenberg; Büsser; Praplan, Santala, Hollenstein; Kolarik, Sheppard, Bieber; Leone, Obrist, Hasani; Guggisberg, Liniger, Kellenberger; Lemm.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Hecquefeuille, Stettler, Murray, Berger, Bärtschi und Tom Gerber, Kloten Flyers ohne von Gunten (alle verletzt) und Olimb (überzähliger Ausländer). Pfostenschüsse Stoop (19.) und DiDomenico (26.). Kloten Flyers ab 59:22 ohne Torhüter. Timeout Kloten Flyers (59:25).

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Dossiers

NLA

7. Runde

23.09.SC Bern - Lausanne HC2 : 3
23.09.Geneve-Servette HC - Fribourg-Gottéron3 : 2
23.09.EHC Kloten - HC Ambri Piotta3 : 4
23.09.SCL Tigers - ZSC Lions1 : 3
23.09.EV Zug - EHC Biel-Bienne3 : 2
25.09.HC Davos - HC Lugano4 : 3
Stand: 25.09.2016 18:03

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.Lausanne HC8610127:1220
2.ZSC Lions9511222:1518
3.EV Zug8501223:2116
4.EHC Biel-Bienne8500328:1515
5.EHC Kloten8322125:2315
6.SC Bern8311320:2112
7.Geneve-Servette HC8222222:2112
8.HC Davos8230324:2612
9.HC Lugano8301423:2710
10.HC Ambri Piotta9032420:298
11.Fribourg-Gottéron8112418:267
12.SCL Tigers8002614:302
Stand: 25.09.2016 18:03

8. Runde

24.09.ZSC Lions - EHC Kloten1 : 2
24.09.HC Lugano - Geneve-Servette HC2 : 5
24.09.Lausanne HC - EV Zug3 : 2
24.09.Fribourg-Gottéron - HC Davos2 : 4
24.09.EHC Biel-Bienne - SC Bern4 : 1
24.09.HC Ambri Piotta - SCL Tigers3 : 2
Stand: 24.09.2016 22:12

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