Teleclub-Moderator steigt bei den Flyers ein
Artikel zum Thema
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Adrian Fetscherin steigt per 1. Mai 2012 vorerst als Geschäftsführer und als Delegierter des Verwaltungsrates bei den Kloten Flyers ein. In einer zweiten Phase soll der 37-jährige Zürcher, derzeit Leiter der Sportredaktion von Teleclub, vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher per Mitte 2013 die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen. Ursprünglich hatte Bircher seine Aktien für acht Millionen Franken verkaufen wollen. Soviel Geld dürfte Fetscherin allerdings kaum aufbringen.
Nicht nur wegen des Einstiegs des bisherigen Radio- und TV-Journalisten präsentiert sich die Zukunft der Kloten Flyers rosiger als in den letzten zwei Monaten. Dem Verwaltungsratspräsidenten Jürg Bircher und seinem Vizepräsidenten Jan Schibli ist es gelungen, neue Investoren und Sponsoren für den dienstältesten NLA-Klub zu finden. Bei der aktuellen Kapitalerhöhung, der zweiten in den letzten vier Jahren, wurden bereits für zwei Millionen Franken neue Aktien gezeichnet. Anvisiert werden 2,6 Millionen Franken an zusätzlichen Mitteln.
Bald schuldenfrei?
Ausserdem trugen die Verhandlungen mit der Stadt Kloten Früchte, sodass die Flyers per Mitte 2013 das Catering im Schluefweg (Kolping Arena) selber übernehmen können. Daraus sollen Mehreinnahmen «im hohen sechsstelligen Bereich» (Zitat Jürg Bircher) resultieren. Unter diesen Voraussetzungen sollte es möglich sein, dass die Kloten Flyers als rentables Unternehmen geführt werden können, «und zwar auf dem gleichen Niveau wie im Moment», so Bircher. Jürg Bircher bleibt bis 2013 Präsident, dann übergibt er an Fetscherin. Bircher: «Adrian Fetscherin wird einen nahezu schuldenfreien Klub übernehmen können.»
Die Lösung mit Fetscherin als Nachfolger nahm im Dezember konkrete Formen an, als in den Medien das mögliche Ende der Kloten Flyers wegen eines Fünf-Millionen-Franken-Loches gezeichnet wurde. Fetscherin bemühte sich damals als Journalist um ein Interview mit Präsident Jürg Bircher; bei einem gemeinsamen Mittagessen erkundigte sich der Fernsehmann, was es denn so brauche, um einen NLA-Klub wie Kloten zu führen. Das anfängliche Interesse wurde stetig grösser, und schliesslich nahm Fetscherin die «grosse persönliche Herausforderung» an. Er beendet die Arbeit beim Teleclub und arbeitet ab Mai zu hundert Prozent für die Kloten Flyers. Schon bei der aktuellen Aktienkapitalerhöhung habe er «mit einem beträchtlichen Teil mitgemacht und Geld investiert» (Fetscherin).
Zukunft ist geregelt
Damit ist die Zukunft geregelt: Jürg Bircher, der sich ab dem ersten Tag als «Übergangspräsident» gesehen hat, bleibt bis Mai 2013 noch eine fünfte Saison im Amt, dann übergibt er an Adrian Fetscherin, verbleibt aber im Verwaltungsrat, «bis mich Fetscherin nicht mehr braucht». Fetscherin, der nach einem Unfall in dieser Woche trotz eines gebrochenen Rückenwirbels bei seiner Präsentation anwesend war, stellte fest, dass «die Kloten Flyers im Moment viel gesünder sind als ich». Kloten solle auch unter ihm ein Spitzenteam bleiben, man habe die Mittel, um beispielsweise einen Verteidiger wie Patrick von Gunten zurückzuholen. Und Romano Lemm als Vertreter der NLA-Equipe begrüsste die News kurz vor den Playoffs, denn «es ist für die Spieler beruhigend zu wissen, dass die Zukunft geklärt ist».
Fetscherin, der neue starke Mann in Kloten, musste nach seiner Präsentation zahlreiche Fragen beantworten. Seine unternehmerischen Fähigkeiten stellte der Mann aus Stäfa in den letzten Jahren im Medienbusiness unter Beweis. Mit dem Verkauf seiner Firmen sportradio.ch und sporttv.ch an die Swisscom/Cinetrade verdiente er auch Geld. Aber ob er über ein ausreichend grosses Portemonnaie verfügt, um sich einen Eishockey-Spitzenklub zu leisten, muss er aber noch beweisen. Fetscherin: «Das Ziel ist auf jeden Fall, den Klub auf eine rentable Basis zu stellen. Ich gehe davon aus, dass dies unter den neuen Voraussetzungen möglich ist.» (fal/si)
Erstellt: 10.02.2012, 11:57 Uhr
