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SCB hat Finalturnier erfolgreich beendet
Das Beste kam zum Schluss. Oder passender: Der Beste traf zum Schluss. Brett McLean hatte 63 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit im «Bronzespiel» gegen Färjestad die Scheibe erobert und sicherte den Bernern mittels Weitschuss zum 3:1 ins verlassene Tor der Schweden den dritten Platz am Finalturnier der European Trophy.
Der Mittelstürmer war auch im vorerst letzten Berner Einsatz auf internationaler Stufe der omnipräsente Antreiber, assistierte bei zwei Toren und erzielte das dritte gleich selbst – notabene in dreifacher numerischer Unterlegenheit. Philippe Furrer und Justin Krueger waren auf der Strafbank gesessen, und Färjestad hatte seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Mit 14 Punkten und der Diagnose «akute Frühform» belegte der Kanadier am internationalen Vorbereitungsturnier in der Skorerwertung den zweiten Platz (hinter André Petersson von HV 71 Jönköping). «Brett spielte an diesem Turnier unglaublich stark. Er ist enorm wichtig für uns», sagte Philippe Furrer, gestern Schütze des zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers.
Drei Spiele innert drei Tagen
Gewiss, nicht nur McLean wusste bei der erstmaligen Austragung der European Trophy aus Berner Optik zu gefallen. Das Team von Larry Huras präsentierte sich wenige Tage vor Saisonstart mehrheitlich als gut organisierte, kämpferische Einheit. Beim Auftritt gegen Färjestad, dem dritten Spiel innert drei Tagen, konnten die Akteure ihre Müdigkeit aber nicht kaschieren: Das Spieltempo war im Vergleich zu den vorherigen Partien gemächlicher, zudem kassierten die Berner, bei denen Christian Dubé, Travis Roche sowie Pascal Berger geschont wurden und Back-up-Goalie Olivier Gigon eine Einsatzmöglichkeit erhielt, viele Strafen. «Die letzten Tage gingen an die Substanz», sagte Furrer. «Es war ein guter Konditionstest für uns. Und ich denke, wir haben bewiesen, dass wir uns durchbeissen können», urteilte Justin Krueger. Für den deutschen Nationalspieler mit Schweizer Lizenz war die Partie vom Samstag speziell gewesen, hatte er doch im Halbfinal beim Vergleich mit den Eisbären Berlin (1:5) gegen einige Mitspieler der schwarz-rot-goldenen Nationalauswahl agiert. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Berliner Manager Peter John Lee, ehemaliger Assistent Ralph Kruegers bei der Schweizer Nationalmannschaft, den Sohn des langjährigen Auswahltrainers gerne bei den Eisbären gesehen hätte. «Ich habe mich für Bern entschieden, weil ich denke, hier am meisten Fortschritte erzielen zu können», sagte Krueger junior. Und: «Wir konnten an diesem Turnier innert kurzer Zeit gegen die Topteams viel lernen.»
«Wir sind gerüstet»
Auch Trainer Larry Huras sprach in seiner Bilanz von einer «positiven Erfahrung. Für uns war diese Vorbereitung super. Es ist schön, konnten wir das Turnier erfolgreich abschliessen.» Mit der Berner Effizienz vor dem gegnerischen Tor zeigte sich der Trainer noch nicht einverstanden. «Die Kaltblütigkeit müssen wir verbessern.» Dieses Lamento ist sicherlich kein Primeur: Bereits in der vergangenen Saison hatte Huras die Chancenauswertung der Seinen bemängelt. «Zudem haben wir oft dumme Strafen erhalten. Aber wir sind keine Maschinen.» Huras vermutet, dass sein Team «nach dieser intensiven, Playoff-ähnlichen Phase in einigen Wochen in ein Loch fallen wird». Es werde wichtig sein, sich sofort wieder «nach oben zu kämpfen».
In der Nacht auf Montag reisten die Berner zurück in die Schweiz. «Der Sieg gegen Färjestad wird auch im Hinblick auf die lange Carfahrt wichtig sein», hatte Furrer vor der Abreise aus der Mozartstadt schmunzelnd prophezeit. Und: «Wir sind für die neue Saison gerüstet.»
Um die Batterien im Hinblick auf die Saisoneröffnung gegen den EV Zug wieder aufzuladen und Blessuren auszukurieren, erhalten die Spieler bis morgen Mittag trainingsfrei. Noch bis zum 19.September läuft derweil auf der Homepage des SCB die Versteigerung der European-Trophy-Trikots – ohne Werbeaufdruck, dafür mit Sammlerwert.
Reto Kirchhofer, Salzburg
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Erstellt: 06.09.2010, 07:54 Uhr
