Roman Josi: «Ein Teilziel erreicht, mehr nicht»

Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 18.03.2010

Die Halbfinalqualifikation ist beim SC Bern nicht ausschweifend gefeiert worden. Nach einem Freitag beginnt heute die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe. «Wir nehmen Schritt für Schritt», sagt Roman Josi.

SCB-Verteidiger Roman Josi gehörte in der Viertelfinalserie gegen Lugano zu den auffälligsten Figuren - nicht nur seiner vier Tore wegen.

SCB-Verteidiger Roman Josi gehörte in der Viertelfinalserie gegen Lugano zu den auffälligsten Figuren - nicht nur seiner vier Tore wegen. (Bild: Andreas Blatter)

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Die Stimmung in der Garderobe des SC Bern war am Dienstag nach Spielschluss gut. Sehr gut sogar – aber nicht ausschweifend. Trainer Larry Huras hatte seine Spieler versammelt und lobte diese für eine «sehr starke Leistung». Auf der Rückfahrt gross gefeiert habe das Team nicht, sagt Roman Josi. Es gab ein Bier, «aber keine grosse Fete. Schliesslich haben wir bloss ein Teilziel erreicht, mehr nicht.»

Der Start und die Effizienz

Das Erreichen dieses «Teilziels Halbfinal» durfte vom neuerlichen Qualifikationssieger rein aus sportlicher Perspektive natürlich erwartet werden – wäre da nicht die Vorgeschichte mit den zwei Viertelfinalniederlagen gegen Zug und Gottéron gewesen, die im Vorfeld der Serie gegen Lugano nicht eben zu einer Minderung des Erfolgsdrucks beigetragen hatte. «Wir haben uns bemüht, nicht zurückzublicken. Der Fokus lag vollumfänglich auf dieser Serie. Aber es ist klar: Die Erleichterung ist sehr gross», erklärt Josi.

In der Analyse des vierteiligen Vergleichs mit den Luganesi sind sich Trainer Larry Huras und der mit vier erzielten Toren derzeit treffsicherste Verteidiger der Playoffs einig: «Dass wir die Serie in vier Spielen gewinnen würden, das hatte ich nicht erwartet. Unser guter Start in die Serie war der Schlüssel zum Sieg», sagt Huras. Für Josi war ebenfalls «der Start ausschlaggebend. In der ersten Partie spielten wir zu Beginn das vielleicht beste Drittel der Saison. Wir konnten sofort ein Zeichen setzen.» Es war in der Tat beeindruckend, mit welcher Intensität der SCB die Serie am vorletzten Dienstag beim 5:2-Sieg eröffnet hatte. Die Offensivkünstler aus dem Sottoceneri fanden nur selten jenen Raum vor, den sie zur Entfaltung ihrer Stärken benötigt hätten. Einzig im zweiten Spiel, als der SCB kurzzeitig vom Weg der defensiven Disziplin abgewichen war, vermochte Lugano Akzente zu setzen – wobei selbst fünf Tore von Nationalstürmer Romano Lemm nicht genügen sollten, die in sämtlichen Partien effizient agierenden Berner zu bezwingen. Josi sagt, dass sich die Chancenauswertung der Berner im Vergleich zur Qualifikation stark verbessert habe. «Viele unserer Tore waren aus Abprallern oder Ablenkern entstanden. Dies beweist, dass wir vor David Aebischers Tor enorm präsent waren.» Im Gegensatz zu Lugano, bei dem sich insbesondere die Freigeister Randy Robitaille und Hnat Domenichelli den Spruch gefallen lassen müssen, die eigene Defensivzone nur vom Hörensagen zu kennen.

Von Angebot und Nachfrage

Nach der vorzeitigen Halbfinalqualifikation hatten die SCB-Spieler gestern trainingsfrei. Gemäss Roman Josi gilt es ab heute, die Viertelfinals ad acta zu legen und sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. «Wir nehmen Schritt für Schritt.» Das erste Spiel der Halbfinals trägt der SCB am 25. März aus, was aus Playoff-Optik eine überdurchschnittlich lange Phase ohne Ernstkampf ergibt. «Das ist gar nicht so schlecht», urteilt der 19-Jährige, «wir haben ein paar angeschlagene Spieler, die sich nun optimal regenerieren können». Zudem könne in den Trainings verstärkt an der Detailpflege gearbeitet werden. In den täglichen Übungseinheiten stehen Larry Huras zurzeit mehr als fünf komplette Blöcke zur Verfügung. Beim vierten Spiel gegen Lugano waren mit Simon Gamache, Roland Gerber, Daniel und Dominic Meier, Alex Chatelain, Philipp Rytz und dem als 13.Stürmer notierten Trevor Meier gleich sieben Akteure überzählig. Obwohl im Berner Ensemble die Nachfrage derzeit das Angebot übersteigt, sei die Stimmung gut, findet Josi, der den derzeit überzähligen Akteuren eine tadellose Einstellung attestiert, und: «Kene schrisst e Gring.» Schon gar nicht Philipp Rytz: Der 25-jährige Verteidiger wurde am vorgestrigen Spieltag Vater eines Buben.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.03.2010, 08:26 Uhr

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