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René Fasel gerät immer mehr unter Druck

Die Champions Hockey League findet im Winter nicht statt. Ihr fehlen die Investoren. Betroffen davon sind unter anderem der SCB und der HCD. Ungemütlich aber wirds auch für René Fasel.

Es ist gut möglich, dass die ZSC Lions der einzige Sieger in der Geschichte der Champions Hockey League bleiben. Der internationale Eishockey-Verband (IIHF) hat die zweite Austragung gestern nicht überraschend abgesagt. Präsident René Fasel sagte: «Es ist sehr schade. Aber wir können uns der Realität nicht verschliessen. Wir sind nicht die Einzigen, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind.»

Gasprom zog sich zurück

Der russische Energiekonzern Gasprom, der ursprünglich einen Finanzierungsvertrag über drei Jahre unterzeichnet hatte, zog seine Zusage nach der ersten Austragung zurück. Er verlor in der ersten Saison 17 Millionen Euro. René Fasel und sein Generalsekretär Hors Lichtner hatten danach bis zuletzt nach neuen Investoren gesucht, den Stichtag für den Entscheid um fünf Tage herausgeschoben und dabei unter anderem mit der EBU, dem Zusammenschluss der öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen Europas, und auch der NHL verhandelt – ohne aber zu einem Resultat zu kommen.

Bettmans Versprechen

«Es machte keinen Sinn, länger zuzuwarten», sagt Fasel. Der Freiburger hofft, in der übernächsten Saison den Wettbewerb fortzuführen. Gary Bettman, der Geschäftsführer der NHL, lässt sich zitieren: «Das Format und die Struktur der Champions Hockey League sind eine gute Basis für das Wachstum des internationalen Eishockeys. Wir haben der IIHF unseren Willen signalisiert, künftig Ressourcen und strategische Unterstützung beizutragen.»

Bei «Hockey Europe», dem Zusammenschluss der grossen europäischen Ligen, misst man den Worten Bettmans allerdings keinen allzu grossen Wert bei. Wie der internationale Verband kämpft auch er mit wirtschaftlichen Problemen. Anfang Mai hatten die Phoenix Coyotes Gläubigerschutz beantragt.

Die Vertreter von «Hockey Europe» werden sich demnächst zu einem Meeting treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Im Prinzip besitzen die teilnehmenden Verbände einen Vertrag mit der IIHF, der zwei weitere Teilnahmen mit einem Preisgeld von je zehn Millionen Euro garantiert. Ob es allenfalls zu Schadenersatzforderungen kommt, ist offen. Nationalliga-Geschäftsführer Denis Vaucher will sich ebenso wenig dazu äussern wie SCB-Geschäftsführer Marc Lüthi. Der SCB hätte im nächsten Herbst erneut die Qualifikation bestreiten dürfen.

Intrige gegen Fasel?

Auch über die Konsequenzen des Ausfalls für den SCB wollte Lüthi noch nichts sagen. Wegen der Champions Hockey League hatte der SCB unter anderem beabsichtigt, mit fünf Ausländern in die Saison zu steigen.

Ungemütlich ist die Situation aber auch für Fasel. Der Freiburger ist politisch angeschlagen. Während der WM in der Schweiz war er mit Bestechungsgeldern in Verbindung gebracht worden. Die Beweise für die schweren Vorwürfe fehlen bis heute. Der Artikel in der «SonntagsZeitung» aber gab Fasels Kritikern innerhalb des Eishockey-Verbandes Auftrieb. Innerhalb der IIHF hält sich das Gerücht hartnäckig, dass der russische Ligapräsident Alexander Medwedew mit Fasels Position liebäugelt. Medwedew ist nicht nur der neue starke Mann im russischen Eishockey, sondern auch Vizepräsident von Gasprom. Und in dieser Funktion hat er der Champions Hockey League den Gashahn bereits zugedreht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.06.2009, 08:31 Uhr

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