«Original» setzt sich durch

Die ZSC Lions haben auch den dritten Vergleich in dieser Saison gegen die SCL Tigers gewonnen. Mit 4:3 allerdings nur knapp.

Brendan Brooks (links) erzielte auch im Hallenstadion «sein» Tor. Am Ende aber waren die Zürcher um das «eine» Tor besser.

Brendan Brooks (links) erzielte auch im Hallenstadion «sein» Tor. Am Ende aber waren die Zürcher um das «eine» Tor besser.
Bild: Keystone

Wenn im Rund des Hallenstadions jeweils Reklame auf einem Leuchtband durch die Arena flimmert, versinkt da zuweilen ein Schiff, und ein Lastwagen verliert seine Ladung. Dazu strahlt der Spruch: «Wir versichern Ihre Risiken weltweit.» Nun, untergegangen sind die Tigers nicht, und verloren haben sie «nur» drei und keine Lastwagenladung Punkte, aber vielleicht sollten sie sich doch beim entsprechenden Versicherer erkundigen, ob zu den Risiken auch Eigentore gehören. Ein solches nämlich, erzielt durch Naumenko, führte zum 1:0 für die Lions. 85 Sekunden später hüpfte der Puck via einen Schlittschuh an Tigers-Goalie Schoder vorbei auf die Torlinie und wurde da von Jubilar Wichser (600.NLA-Spiel) zum 2:0 verwertet. Die Emmentaler liessen sich ob dieses Doppelflops nie demoralisieren, hielten wacker mit; doch am Ende war da dieses eine Eigentor zu viel – die Lions gewannen 4:3.

Haushälterische Zürcher

Die «Lightversion» der ZSC Lions forderte ihr «Original » also bis zur letzten Sekunde. Das «Original», das die Tabelle mit nunmehr sechs Punkten Vorsprung vor Bern und Genf anführt. «Lightversion» deshalb, weil im aktuellen Kader der Tigers inklusive der gestern krankheitshalber fehlenden Moggi-Zwillinge acht Spieler mit einer Vergangenheit – und allenfalls Zukunft – in der Organisation der Lions figurieren. Neben Sandro und Claudio Moggi sind dies Blum, Camenzind, Helfenstein, Schoder, Lemm und Bieber. Von den Trainern Christian Weber (12 Saisons für die Lions) und Marco Bayer ganz zu schweigen.

Es war freilich nicht so, dass sich die ZSC Lions nach dem Spiel gegen die SCL Tigers subito ins Sauerstoffzelt hätten begeben müssen, um sich von der gigantischen Schufterei zu erholen. Die Zürcher taten mehr oder weniger, was sie tun mussten, um die glückliche Führung und den Sieg über die Runden zu bringen. Eine Taktik allerdings, die jederzeit, vor allem dann, wenn es an der nötigen Substanz fehlt, schiefgehen kann.

An Substanz fehlt es den Lions in keinem Mannschaftsteil, und trotzdem: Nachdem Bastl mit dem 3:0 (45.) die vermeintliche Entscheidung gelungen war, kamen die Tigers noch einmal auf. Naumenko verkürzte auf 1:3, und dann war es Luca Cunti, dem mit seinem ersten NLA-Tor im 6.Spiel für die Tigers der Anschlusstreffer gelang. 170 Sekunden nach dem 2:3 traf Sejna just zur rechten Zeit erneut ins hohe Eck des Tigers-Tors. Der Treffer von Brooks, der im vierten aufeinanderfolgenden Spiel ein Tor erzielte, kam danach zu spät.

Schoder überzeugend

Was den regulären Weg Richtung Tigers-Tor fand und haltbar war, hielt Matthias Schoder. Mehrfach stoppte der 26-jährige Zürcher im Tor der Langnauer allein auf ihn zufahrende und vor ihm auftauchende Zürcher. Schoder hatte massgeblichen Anteil daran, dass die Tigers bis zuletzt im Spiel blieben. Die Langnauer konnten gegen die Zürcher punkto Wille und Tempo problemlos mithalten – Routine und zu Klasse und Substanz gereiftes Talent hingegen hat man oder hat man eben (noch) nicht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2009, 08:28 Uhr

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