«Nur die Resultate stimmen nicht»
Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 22.09.2011 5 Kommentare
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
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Bob Hartley, Ihr Team scheint hart zu trainieren, aber der Erfolg auf dem Eis lässt zu wünschen übrig. Warum diese Diskrepanz zwischen Training und Ernstkampf?
Das ist die 1-Million-Dollar Frage – oder soll ich sagen: 1-Million-Franken-Frage? (schmunzelt) Wenn ich nur eine Antwort darauf wüsste. Es hat aber sicher auch mit dem Selbstvertrauen und der Fragilität der Spieler zu tun.
Reden Sie nicht mit Ihren Spielern darüber?
Am Tag nach der 0:5-Niederlage gegen die Flyers haben wir ein Meeting durchgeführt. Ich habe die Spieler gefragt: Warum seid ihr so verkrampft? Spürt ihr Druck? Und wenn ja, weshalb? Ihr lebt doch in einem schönen Land, dem es wirtschaftlich immer noch gut geht. Ihr habt den schönsten Job in der Welt, freut euch darüber und übt diesen Beruf mit Freude aus.
Ich habe ihnen aber auch gesagt, dass eine solche Leistung wie am Schluss gegen Kloten nicht akzeptabel sei. Man kann im Eishockey verlieren, aber nicht auf diese Art. Wir müssen hart arbeiten, jeden Tag. Und wir müssen diesen Druck vergessen. Wir müssen mehr Spass haben an unserem Beruf. Ich habe überdies erzählt, dass andere Leute im Leben wirklich Druck haben: Väter, die ihren Job verlieren und eine mehrköpfige Familie ernähren müssen. Oder nehmen wir das tragische Schicksal von Lokomotive Jaroslawl: Das Flugzeug ist abgestürzt, alle Spieler, alle Coaches, alle Insassen sind gestorben. Die Verwandten der Toten und die Klubverantwortlichen trauern. Und sie stehen alle unter Druck. Denn alle Betroffenen fragen sich: Wie geht es weiter im Leben?
Spüren Sie selbst Druck hier in Zürich?
Ich? Nein. Aber ich muss nochmals auf die Situation meiner Spieler zurückkommen: Das Vergnügen am Eishockey kommt natürlich erst mit dem Selbstvertrauen. Wenn du Angst auf dem Eis hast, dann hast du auch keine Freude bei der Ausübung deines Berufes. Und im Moment haben die Spieler Angst, Fehler zu machen. Dabei macht jedes Team schwierige Phasen durch.
Sie gelten ja als Hardliner. Haben die Spieler Angst vor Ihnen? Oder zeigen sie zu viel Respekt?
Nein, sie haben keine Angst vor mir. Wissen Sie, ich kommuniziere viel mit ihnen. Und wir arbeiten und reden jeden Tag miteinander. Ich habe die Mannschaft in der Saisonvorbereitung, mit der ich sehr zufrieden war, kennengelernt. Nun lerne ich eben das Gesicht des Teams in der Meisterschaft kennen. Auch das ist eine wichtige und neue Erfahrung für mich. Ich bin in die Schweiz gekommen, um neue Erfahrungen als Trainer zu sammeln.
Der Saisonbeginn ist miserabel verlaufen: drei Heimspiele, 1 Punkt. Und seit fast 147 Minuten hat der ZSC kein Tor geschossen. Haben Sie in Ihrer Karriere als Coach auch schon solche Tiefs oder gar Krisen durchgemacht?
Oh, ja. Ich weiss noch in der AHL mit den Hershey Bears: Da verloren wir einmal sechs Partien in Folge. Am Ende der Saison gewannen wir den Calder Cup (Anm. d. Red.: 1997). Und auch als ich in der NHL bei Carolina als Heacoach begann, da lautete die Bilanz von den ersten acht Spielen: zwei gewonnen, sechs verloren.
Ich habe in der Teamsitzung meinen Spielern gesagt: Jetzt stoppen wir diese Serie. Und ich habe ihnen klar zu verstehen gegeben: Vergesst die letzten Jahre, in denen nicht alles rund lief bei den Lions. Das ist Vergangenheit, und an der könnt ihr nichts mehr ändern.
Dann liegt es an einer mentalen Blockade bei den «Löwen»? Oder sind Ihre Spieler körperlich nicht fit?
Nein, an der Physis liegt es nicht. Wir trainieren wirklich gut und hart. Es ist ein mentales Problem. Wir üben ja oft Situationen im Abschluss, auch das Powerplay. Ein Coach kann in einer misslichen Lage den Spielern helfen, sie unterstützen. Aber die mentale Stärke, die muss vom Spieler selbst kommen, aus seinem Innern, aus seinem Herzen.
Wer das Team beobachtet, stellt fest: Der ZSC trifft nicht, kassiert dann ein Gegentor, und die Lions lassen dann den Kopf hängen…
Gegen Zug war das nicht der Fall. Dort haben wir nach einem Rückstand reagiert, auf eine Art und Weise, die auch den Fans gefallen hat. Aber gegen Bern und Kloten ist dies geschehen. Die Mannschaft ist im 3. Drittel nach einem Gegentreffer auseinandergefallen, wie wenn jemand den Stecker auf der Spielerbank rausgezogen hätte. Auch daran müssen wir arbeiten.
Fehlt den Lions im Moment nicht eine Führungspersönlichkeit auf dem Eis? Die verletzungsbedingte Absenz von Captain Mathias Seger scheint sich deutlich spürbar zu machen.
Eigentlich hätten wir genügend Spielerpersönlichkeiten, auch genügend Talent in der Mannschaft. Ich möchte noch einmal betonen: Wir haben eine gute Gruppe. Mathias Seger hat am Mittwoch erstmals wieder trainiert, das ist ein gutes Zeichen. Aber er ist immer noch rekonvaleszent. Wir können seine Absenz nicht als Ausrede benützen. Eishockey ist ein kontaktfreudiger Sport, da sind Verletzungen unabdingbar. Oder anders herum gesagt: Das ist die Realität. Spieler verletzen sich eben in einer harten Sportart wie Eishockey. Ich konnte den Stanley Cup mit Colorado gewinnen, obwohl mir mit Peter Forsberg eine grosse Spielerpersönlichkeit in der finalen Phase gefehlt hat (Anm. d. Red.: im Jahr 2001).
Die Partie vom Freitag in Rapperswil-Jona ist schon richtungsweisend für Ihre Mannschaft. Sind Sie froh, dass Sie jetzt ausgerechnet gegen die Lakers antreten können?
Wenn es nicht rund läuft, ist jeder Gegner stark. Mein Fokus ist ohnehin auf die Lions ausgerichtet. Dazu kommt, dass wir ein beschwerliches Programm vor uns haben.
Werden Sie Umstellungen vornehmen?
Ich glaube, ich werde die Linien umstellen. Vermutlich werden wir auch bei der Torhüterposition eine Änderung vornehmen. (Anm. d. Red.: Zuletzt erhielt Lukas Flüeler gegenüber Ari Sulander den Vorzug). Aber ich möchte zum Schluss festhalten: Wir machen eigentlich alles gut. Nur die Resultate stimmen nicht. Wir machen jetzt eine schwierige Phase durch. Aber das kann auch zu einer Investition in die Zukunft werden.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.09.2011, 11:16 Uhr
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5 Kommentare
Irgend ein Geist sitzt halt immer noch auf dem Dach des Hallenstadions. Bestes Beispiel: Duvie Westcott ist in Kloten nicht wieder zu erkennen. Beim ZSC einer der vielen Mitläufer und ein paar Kilometer weiter blüht er auf. Weitere Beispiele, Wichser, Blindenbacher, Ambühl, nur noch Schatten von einst, dafür spielen Schelling, Blum und Biber 100x besser als früher beim Z. Antworten
Wir brauchen keinen Seger. Er sah neben Streit und dem "alten" Blindi gut aus, aber als er hätte Verantwortung übernehmen sollen, hat er bewiesen, dass er nur ein Mitläufer ist. Gehts dem Team gut, läufts auch Segi. Hat das Team Mühe, hängt Segi durch. Er und Sulo können um den alten Kumpel Salis nur froh sein. Antworten

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