Mike Iggulden: «Es war ein sehr schwacher Auftritt»
Von Philipp Rindlisbacher. Aktualisiert am 04.03.2011 1 Kommentar
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Im dritten Vergleich mit dem SC Bern waren die SCL Tigers erstmals chancenlos. Worauf gründete die Überlegenheit des Meisters?
Mike Iggulden: Bern beeindruckte mit einem effizienten Powerplay, wir dagegen schossen selbst in Überzahl nur selten aufs Tor. Bei fünf gegen fünf Feldspieler spielten die Berner kreativer als wir. Kurz gesagt: Es war ein sehr schwacher Auftritt von uns.
Langnau trat nach dem frühen ersten Gegentreffer erstaunlich emotionslos auf. Neben der grösseren individuellen Klasse verfügte der SCB auch über Vorteile im physischen Bereich...
...der SCB hat uns mit der aggressiven Spielweise rasch den Schneid abgekauft. Wir agierten zu passiv; ich denke aber nicht, dass dies an fehlendem Einsatzwillen lag. Bei uns gibt im Training jeder sein Bestes. Warum es nicht funktionierte, kann ich deshalb nicht wirklich erklären.
Um der Offensive neuen Schwung zu verleihen, nominierte John Fust vier ausländische Stürmer. Die gewünschte Wirkung jedoch blieb aus. Warum tat sich Langnau in der gegnerischen Zone derart schwer?
(Überlegt lange) Man darf nicht vergessen, dass wir uns mit dem Meister und nicht mit einer Amateurmannschaft messen. Berns Verteidiger verrichten ihre Arbeit enorm pflichtbewusst. Mir jedenfalls haben sie das Leben bisher sehr schwer gemacht. Es war ein frustrierendes Spiel.
Langnau hat in drei Spielen nur drei Tore erzielt, das Schussverhältnis von 136:71 zu Gunsten des SCB spricht Bände.
Wie gesagt, es ist nicht einfach, sich gegen Bern zu entfalten. Das Problem ist, dass wir bei fünf gegen fünf Feldspieler für zu wenig Torgefahr sorgen. Hätte Goalie Benjamin Conz keinen guten Abend erwischt, hätte es ein noch grösseres Debakel gegeben.
Elf der letzten dreizehn Partien gingen verloren. Mangelt es einigen Spielern an Selbstbewusstsein?
Das denke ich nicht. Wir gewannen in dieser Saison viel mehr Spiele, als wir hatten erwarten dürfen. Das hat unser Selbstwertgefühl entscheidend gestärkt. Es ist aber offensichtlich, dass wir vor dem Tor derzeit nicht immer die richtigen Entscheidungen treffen. Einige Stürmer überlegen zu viel, statt abzudrücken.
Nach der dritten Viertelfinalniederlage stehen die Tigers mit dem Rücken zur Wand. Trauen Sie der Mannschaft zu, den SCB noch in Verlegenheit zu bringen?
Es mag abgedroschen klingen, aber in den Playoffs ist wirklich alles möglich. In der NHL ist es in den vergangenen Jahren gleich mehreren Mannschaften gelungen, nach einem 0:3-Rückstand die Serie noch zu drehen. Würde ich nicht mehr an uns glauben, hätte ich den Job verfehlt.
Ist bei einigen Spielern eine gewisse Resignation spürbar?
Nach dieser Leistung macht niemand Freudensprünge. Ich spüre aber, dass die Mannschaft noch immer erfolgshungrig ist. Sie ist noch nicht tot. (Berner Zeitung)
Erstellt: 04.03.2011, 06:59 Uhr
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1 Kommentar
Vor jedem Spiel wurde von Seite SCL Spieler immer wieder betont -wir können es noch besser -wir kommen zurück in die Serie -leider nur leere Worte -das Gegenteil ist der Fall. Irgendwie war es ja absehbar -dieser krasse Klasseunterschied. Das Leben geht weiter -sicher auch im Emmental. Antworten

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