Langzeittest für Bührer-Ersatz Olivier Gigon
Von René Hug. Aktualisiert am 02.12.2011 1 Kommentar
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Olivier Gigon
Der 32-jährige Jurassier Olivier Gigon verbrachte seine ganze Juniorenzeit beim HC Ajoie. Der SC Bern ist sein vierter Arbeitgeber in der National League A.
In der Saison 2002/2003 war Gigon für Servette lizenziert, kam aber bei den Genfern zu keinem einzigen Einsatz. 2007/2008 lief er für Basel erstmals in der NLA auf (8 Einsätze). Als Nummer 2 hinter Sébastien Caron vertrat Gigon in der Spielzeit 2008/2009 den verletzten Stammgoalie in insgesamt 15 Partien zur vollen Zufriedenheit der Freiburger. 2009 folgte der Wechsel als Bührer-Ersatz zum SC Bern. Den Vertrag beim SCB hat er in der vergangenen Wochen bis Ende Saison 2013/2014 verlängert. Gigon hat eine abgeschlossene Lehre als technischer Zeichner und absolvierte die vierjährige Berufsmaturitätsschule.
Neben seinem Job als Eishockeyprofi arbeitet Gigon einige Stunden pro Woche als selbstständiger Informatiker.
Olivier Gigon kann sich auf eine makellose persönliche Saisonbilanz berufen. Als Stellvertreter von Marco Bührer kam der gross gewachsene Jurassier in dieser Qualifikation zu fünf Einsätzen – und ging dabei jedes Mal als Sieger vom Eis. Seine überzeugende Bilanz in Zahlen: 3:2 und 2:1 nach Penaltyschiessen gegen Servette, 3:1 gegen Biel, 5:3 (Teileinsatz) gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 5:0 mit Shutout im Kantonalderby gegen die SCL Tigers am letzten Sonntag. Das ergibt einen Schnitt von 1,33 Gegentoren pro Partie, was ihm in der Keepertrophy den Spitzenplatz einträgt. Natürlich ist dieser herausragende Wert auch mit etwas Vorsicht zu geniessen, denn ein Vergleich mit einem Nummer-1-Goalie, der bis anhin 20 und mehr Einsätze bestritten hat, ist nicht sehr realistisch. Aber dennoch: Olivier Gigon hat mit seinen Leistungen einmal mehr bewiesen, dass er ein sehr zuverlässiger Back-up-Goalie ist.
«Grosse Herausforderung»
Durch die Verletzungspause von Standardgoalie Marco Bührer, der mit einem Milzriss erstmals in seiner bereits zehnjährigen SCB-Zeit länger ausfällt, sieht Olivier Gigon im Dezember die wohl grösste Herausforderung seiner bisherigen Karriere auf sich zukommen: «Es ist klar, bis jetzt waren meine Einsätze von den Trainern geplant, jetzt ist es so, dass sich der Rhythmus ändert, Partien gegen Spitzenteams folgen Schlag auf Schlag. Aber diese Langzeitbewährung ist nicht bloss für mich eine grosse Herausforderung, sondern wir sind als Kollektiv gefordert», sagt Gigon, der sich nicht aus der Fassung bringen lässt.
Der im Team beliebte Jurassier ist sich bewusst, dass er in diesen Tagen unter erhöhtem Druck arbeitet. «Anti Törmänen hat uns aufgefordert, dass wir die verbleibenden Partien bis zur Weihnachtspause als Playoff-Spiele mit wechselndem Gegner angehen.» Zug (heute, 19.45 Uhr, Postfinance-Arena), Kloten Flyers (a), Gottéron (h), Davos (h), Biel (a) und Lugano (h) – das sind der Reihe nach die hohen Hürden, die sich dem SCB in diesem Jahr noch entgegenstellen. «Wir sind an der Tabellenspitze und haben unser Spiel in den letzten Wochen stark verbessert, natürlich sind wir jetzt auch gefordert, diesen Trend gegen hoch motivierte und starke Gegner zu bestätigen», sagt Gigon, der den bevorstehenden Aufgaben entspannt entgegenblickt.
Aufschlussreicher Test
Geht man davon aus, dass Marco Bührer wohl erst im neuen Jahr wieder einsatzfähig sein wird, dürfte der Test mit Olivier Gigon als Nummer 1 (sein Stellvertreter ist Juniorengoalie Dennis Saikkonen) für alle aufschlussreich werden. Sportchef Sven Leuenberger hat sein Vertrauen gegenüber Gigon vor kurzem mit einer Verlängerung dessen Vertrages um zwei Jahre dokumentiert. Nicht sehr gewagt ist indes die Prognose, dass sich der SCB im Falle einer Verletzung von Gigon auf dem Markt umsehen müsste, auch wenn Saikkonen durchaus Talent attestiert wird.
SCB ein Jugendtraum
Dass er wohl keine Karriere mehr als Nummer-1-Goalie machen wird, ist sich Olivier Gigon bewusst. «Mir gefällt es in Bern ausgezeichnet. Als Jugendlicher hat mich mein Vater immer wieder an Spiele des SCB mitgenommen, das hat in mir den Wunsch geweckt, einmal für diesen Verein mit seiner professionellen Infrastruktur zu arbeiten», begründet der Bührer-Ersatz seinen Entschluss, den SCB als seinen Verein ausgesucht zu haben. «Ich bin lieber bei einem Spitzenverein die Nummer 2 und profitiere von hervorragenden Arbeitsbedingungen in einer sehr professionellen Organisation», sagt Gigon und freut sich auf seine nächsten Einsätze. (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.12.2011, 09:33 Uhr
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