Langnau-Sportchef Zesiger: «Auf einmal ist alles anders»
Von Philipp Rindlisbacher. Aktualisiert am 03.12.2010 1 Kommentar
Zwei 6-Punkte-Spiele innert 24 Stunden
Nach 29 von 50 Qualifikationsrunden steuern die SCL Tigers auf Kurs Richtung erstmalige Playoff-Teilnahme. Die Emmentaler liegen auf Rang 5, die Reserve auf den Strich beträgt 12 Punkte. Der erfolgsverwöhnte, solvente, in den letzten vier Saisons jedoch stets enttäuschende HC Lugano dagegen spielt wieder einmal unter den Möglichkeiten. Der Tabellen-10. liegt 16 Zähler hinter den Emmentalern, hat jedoch eine Partie weniger ausgetragen. Innert 24 Stunden treffen die beiden Equipen am Freitag (19.45 Uhr) im Tessin und am Samstag in der Ilfishalle zweimal aufeinander. Die Sportchefs Roland Habisreutinger (37, Lugano) und Ruedi Zesiger (51, Langnau) wollen die Bedeutung der Vergleiche nicht überbewerten; setzen sich die Langnauer indes zweimal durch, dürften sie von Lugano kaum mehr eingeholt werden.
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In Luganos Mannschaft vereint sich die Erfahrung von 666 Länderspielen, bei den SCL Tigers sind es deren 53. Letztere stehen aber mit 16 Punkten mehr zu Buche. Wie erklären Sie sich das?
Ruedi Zesiger: In der Summe verfügen wir wohl über weniger Talent als Lugano, das vorhandene Potenzial wird jedoch nahezu optimal ausgeschöpft. Bei uns gibt es keine Hierarchie-Rangeleien, keine Egoisten. Jeder Spieler nimmt seine Rolle und Verantwortung wahr. Das ist unser Erfolgsrezept.
Haben die Partien gegen Lugano wegweisenden Charakter?
Wir bleiben bescheiden und realistisch. Der Weg in die Playoffs ist weit, es kann noch vieles passieren. Unsere Stärke ist, dass wir auf Rückschläge reagieren können. Deshalb würden auch zwei Niederlagen gegen Lugano für uns nicht den Weltuntergang bedeuten. Wir fixieren uns sowieso nicht auf eine bestimmte Mannschaft oder den Playoff-Strich. Es ist gefährlich, wenn man sich nur nach hinten orientiert.
Das Interesse der Medien an den Tigers ist gegenwärtig sehr gross, der Druck hat zugenommen. Befürchten Sie, dass die Equipe einbrechen wird?
Diesbezüglich orte ich schon Gefahrenpotenzial. Zu Beginn der Saison hat kaum jemand einen Franken auf uns gewettet, nun ist auf einmal alles anders. Wir sind in der Öffentlichkeit sehr präsent und befinden uns in einer Position, in der wir etwas zu verteidigen haben. Die internen und externen Erwartungen sind sicherlich gestiegen, die Spieler müssen lernen, damit umzugehen. Wir arbeiten jedoch viel im mentalen Bereich.
Haben Sie Respekt vor den vier Partien über die Feiertage, wenn Goalie Benjamin Conz an der U-20-WM weilen wird?
Ja, schliesslich hat Conz diese Saison schon mehrmals für die Differenz gesorgt. Darum bemühen wir uns intensiv, einen Ersatz zu finden. Sollten wir die Playoffs verpassen, werden wir Conz’ Absenz aber sicher nicht als Ausrede heranziehen.
Wer finanziert den temporären Ersatz?
Wir haben in den letzten Monaten natürlich kein Geld auf die Seite schaufeln können (lacht). Dieser Aufwand ist nicht budgetiert, er wird sich im ohnehin anfallenden Minus akzentuieren.
Hat sich das erfolgreiche Abschneiden in dieser Saison in wirtschaftlicher Hinsicht bereits ausbezahlt?
Die Zuschauereinnahmen sind leicht höher als budgetiert, im Sponsoring- und Werbebereich haben wir neue Partner akquirieren können. Das waren ermutigende Zeichen der Öffentlichkeit. Allerdings generierten wir nur tiefe fünfstellige Beträge. Das jährlich anfallende strukturelle Defizit von rund einer Million Franken decken wir damit bei weitem nicht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.12.2010, 09:03 Uhr
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1 Kommentar
Da wird einiges gutes geleistet in Langnau -aber ein Problem bleibt weiterhin bestehen -das liebe Geld -das kann beim besten Willen nicht weggeredet werden -das sieht auch Herr Zesiger richtig so. Dieser Unsegen wird weiterhin über dem Tal der heulenden Winden schweben -wenn nicht einer kommt -ja wenn nicht einer kommt der...hoffen darf man immer. Antworten
