Jonas Hillers Stippvisite in Bern

Bei der Auswahl seiner Ausrüstung vertraut Jonas Hiller auf Handwerk aus Bern: Alec Voggel und Hans-Ulrich Wüthrich sorgen dafür, dass sich der NHL-Torhüter in seiner Ausrüstung von Kopf bis Fuss wohl fühlt.

Jedes Detail zählt: NHL-Goalie Jonas Hiller und Maskenhersteller Alec Voggel passen den Gesichtsschutz an.

Jedes Detail zählt: NHL-Goalie Jonas Hiller und Maskenhersteller Alec Voggel passen den Gesichtsschutz an. Bild: Stefan Anderegg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jonas Hiller ist ein Perfektionist. Der 28-jährige Torhüter der Anaheim Ducks (NHL) sagt über sich, er sei sein grösster Kritiker. Unlängst hat der Appenzeller bei Anaheim einen Vierjahresvertrag unterschrieben, der dem Schweizer Nationaltorhüter rund 4,5 Millionen Dollar jährlich garantiert. Die damit verbundenen gestiegenen Ansprüche an seine Leistung beunruhigen Hiller keineswegs, weil «ich an mich selbst die höchsten Ansprüche stelle». Dies gilt nicht nur punkto Leistung, sondern auch in Bezug auf seine Ausrüstung. «Wenn ich auf dem Eis stehe, muss ich mich wohl fühlen», sagt Hiller. Der Wunsch nach Wohlbefinden führt den NHL-Torhüter mehrmals jährlich nach Bern – zu Alec Voggel und Hans-Ulrich Wüthrich. Erstgenannter entwickelt und designt jeweils Hillers Maske, derweil sich Wüthrich vornehmlich den Schlittschuhen widmet.

«Enorm wichtige» Maske

Im vergangenen Herbst hatte das Schweizer Fernsehen in einer Serie den Prozess von der Idee über die Entwicklung bis zur Auslieferung von Hillers neuer Maske ausgestrahlt. Dabei wurde ersichtlich, wie minutiös und detailverliebt der Appenzeller bei der Herstellung seines «Kopfschmucks» mitgewirkt hat. «Er ist mit der anspruchsvollste Kunde», sagt Alec Voggel, der seit sechs Jahren in Bern sein Airxess-Studio betreibt. Es dürfte ihn deshalb kaum verwundert haben, hegte Hiller auch in der Vorbereitung auf die Saison 2010/2011 wieder Anpassungswünsche. «Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Dinge – beim Tragen der Maske sind mir einige Punkte aufgefallen, die noch nicht perfekt sind. Nun arbeiten wir am neuen Produkt», erklärt Hiller. Mehrmals zieht er die Maske über seinen Kopf, analysiert, diskutiert, und zieht sie wieder aus. «Die Maske ist ein kleiner Teil vom Ganzen, der für mich aber enorm wichtig ist, in Sachen Sicherheit, Sicht und Komfort.» Voggel, der rund 60 Masken jährlich herstellt, sagt: «Jonas ist mein populärster Werbeträger.»

Schlittschuhe aus Karbon

Im Laden von Voggel machte Hiller mit dessen Lieferant Hans-Ulrich Wüthrich Bekanntschaft. Die beiden Autorennsport-Liebhaber kamen ins Gespräch und Wüthrich entwickelte in der Folge gemeinsam mit Hiller dessen Schlittschuhe. «Jonas ist quasi der geistige Vater der Karbon-Schlittschuhe», sagt Wüthrich und ergänzt: «Karbon kommt aus dem Rennsport», das Kohlenstoffmaterial sei leicht und dennoch robust. Auch bei den Schlittschuhen erweist sich Hiller als Tüftler, «wir machen auch dort viel Detailarbeit», wie er sagt. «Jonas sucht immer nach Verbesserungsmöglichkeiten», erklärt Wüthrich.

In den kommenden Wochen wird Jonas Hiller seine Ausrüstung beim Training mit seinem Ex-Klub Davos ausgiebig testen. Und es ist kein Schelm, wer vermutet, dass er auch im nächsten Sommer wieder mehrmals nach Bern fahren wird – nicht nur, weil die Eltern seiner Freundin hier wohnen.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.08.2010, 08:31 Uhr

Kommentare

Blogs

Foodblog So kombiniert man orangen Wein

Serienjunkie Papa ist anders

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Aufgetischt: An der Haustiershow in Tokio riecht ein Hund an einem organischem Hundeessen. Wir wünschen einen guten Appetit (30. März 2017)
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...