Sport
Heimspiele für Ralph Krueger
Von Benjamin Muschg, Winnipeg. Aktualisiert am 09.02.2010
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Mit einem anderthalbstündigen Krafttraining begann gestern die Vorbereitungswoche des Nationalteams in Winnipeg. Die Stimmung war ausgezeichnet im Fitnesscenter Focus, das dem SCB-Stürmer Jean-Pierre Vigier gehört. Besonders gut gelaunt war Ralph Krueger, der alle Übungen mitmachte. «Ich fühle mich befreit», sagte er hinterher, «der Umgang mit den Spielern ist lockerer geworden.» Der Nationaltrainer sieht sich durch die Reaktionen des Teams bestärkt in der Entscheidung, seinen Job nach Vancouver zu beenden. «Es gab ein sentimentales Wiedersehen mit einigen Spielern. Diese Situation bringt uns zusammen.»
Zu Kruegers guter Stimmung trägt auch bei, dass der letzte Zusammenzug vor seinem letzten Turnier als Schweizer Coach in seiner engsten Heimat stattfindet. Der Deutschkanadier ist in der Provinzhauptstadt von Manitoba geboren und im 10'000-Seelen-Vorort Steinbach aufgewachsen. Für die Tests gegen Weissrussland in der Nacht auf Mittwoch und am Donnerstagabend liess der Nationaltrainer über 50 Tickets für Freunde und Bekannte reservieren.
Entwarnung um Bezina
Dass sich die Schweiz ihren letzten Schliff 2000 Kilometer vom Olympia-Schauplatz entfernt holt, ist eine Lehre aus der Vergangenheit. «In Salt Lake City ging die Spannung im Team verloren, weil wir lange vor dem Turnier vor Ort waren», sagt Krueger. Sein Team versammelte sich am späten Sonntagabend fast vollständig am Flughafen von Winnipeg. Weber war in Toronto dazugestossen, Ambühl und Sbisa flogen direkt aus Hartford beziehungsweise Portland ein. Vom 25-köpfigen Kader der Testwoche fehlte einzig Blindenbacher, der gestern noch mit Färjestad im Einsatz war und heute Abend in der kanadischen Prärie erwartet wird.
Der Schweden-Söldner kommt im ersten Test ebenso wenig zum Einsatz wie der angeschlagene Genfer Bezina, der aber bis zum Olympiastart in einer Woche bereit sein sollte. Die letzte offene Frage im Kader hat sich durch den Kreuzbandriss von Guggisberg am Samstag beantwortet. Durch den Ausfall des einzigen Davoser Olympiakandidaten ist Lemm ins Team gerutscht. Der nachnominierte Savary käme nur im Falle einer Verletzung (eines Defensivstürmers) zum Zug. Dasselbe gilt für die Verteidiger Von Gunten, Gobbi und Furrer. Im Normalfall reisen diese vier am Freitag nicht nach Vancouver, wo das Team durch die NHL-Spieler Streit und Hiller komplettiert wird. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.02.2010, 13:25 Uhr
