Sport
Hänni zu Gast bei Freunden
Von Reto Kirchhofer. Aktualisiert am 11.03.2010
Berner Jubel: Reüssiert der SCB mit dem 189 Zentimeter grossen Verteidiger Andreas Hännis (Nummer 49) auch im zweiten Playoff-Spiel gegen Lugano? (Bild: Keystone)
Die Situation ist speziell. Sehr speziell. Vor dieser Saison hatte Andreas Hänni während sieben Jahren beim HC Lugano gespielt. Einhergehend mit den Verletzungen der Verteidiger Philippe Furrer, Philipp Rytz und Dominic Meier zum Saisonstart erinnerte sich Larry Huras an den hünenhaften Verteidiger, den der Kanadier einst in Ambri und später in Lugano trainiert hatte. Mit einem Leihvertrag liessen die Luganesi den 31-Jährigen zum SCB ziehen. Schliesslich sicherten sich die Berner die Dienste des ruhigen Verteidigers bis Saisonende, weshalb sich für die Playoff-Viertelfinals diese besondere Konstellation ergeben hat. Heute Abend spielt Hänni, dessen Vertrag bei Lugano 2011 ausläuft, mit dem SC Bern in der Resega. «Das ist sehr speziell, zumal ich in Lugano viele Freunde habe und mit einigen Spielern oft in Kontakt stehe. Dies muss jetzt aber im Hintergrund sein», sagt Hänni.
In Lugano verwurzelt
Die Kontakte mit den Lugano-Spielern sind derzeit buchstäblich auf Eis gelegt, die Verbundenheit mit der im Sottoceneri gelegenen Stadt ist geblieben. Hänni besitzt in Lugano eine Wohnung, studiert an der dortigen «Università» Kommunikationswissenschaften und steht kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Es liegt in der Natur der Sache, dass der beim SCB engagierte Hänni eher ein Fernstudium betreibt. «Wo ich nächstes Jahr spiele, weiss ich noch nicht. Derzeit mache ich mir darüber keine Gedanken, sondern fokussiere mich auf die Playoffs», erklärt Andreas Hänni.
Wie am Dienstag
Für den robusten Abwehrspieler ist klar, wie der SCB heute in Lugano antreten muss, um nach dem 5:2-Heimsieg vom Dienstag erneut reüssieren zu können: «Lugano will zu Hause ein tolles Spiel zeigen, wir müssen dagegenhalten, indem wir den Gegner wie im ersten Spiel früh unter Druck setzen.» Hänni hat viel Respekt vor den Tessinern, und die Einschätzung, wonach in Lugano stets individuell starke Spieler, aber nur selten ein intakter Teamgeist vorhanden sei, teilt der langjährige HCL-Akteur nur bedingt. «Was die Leute unterschätzen, ist die Ausgeglichenheit der Liga. Wenn ein Team nicht vorne klassiert ist, bedeutet dies nicht, dass sich die Spieler keine Mühe geben. Aber klar gibt es sinnvollere und weniger sinnvolle Entscheidungen hinsichtlich einer Teamzusammensetzung oder einer Trainerwahl.»
Sicher ist, dass den in der Abwehr oftmals indisponierten Tessinern derzeit ein solider Defensivwert, wie ihn Andreas Hänni zweifelsfrei darstellt, mehr als gut anstehen würde.
> (Berner Zeitung)
Erstellt: 11.03.2010, 07:40 Uhr
