SCB: Fragezeichen im Angriff

Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung von ­Ramon Untersander hat SCB-Sportchef Alex Chatelain ein ­Zeichen gesetzt. Im Hinblick auf die kommende Saison gibt es im Kader nur noch zwei freie Plätze zu besetzen.

Unverzichtbarer Topskorer:  Nutzt Mark Arcobello seine Ausstiegsklausel, wäre dies nach dem Abgang von Martin Plüss der zweite schwere Verlust auf der Centerposition.

Unverzichtbarer Topskorer: Nutzt Mark Arcobello seine Ausstiegsklausel, wäre dies nach dem Abgang von Martin Plüss der zweite schwere Verlust auf der Centerposition. Bild: Andreas Blatter

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Jean-Pierre Vigier steht nicht im Verdacht, ein Philosoph zu sein. Der frühere Eishockeyprofi mit tadelloser Arbeitseinstellung spielte von 2009 bis 2012 für den SC Bern, war zeitweise Co-Captain. Wer sich mit Vigier unterhielt, wurde eher früher als später mit der Wortfolge «work hard» konfrontiert.

Einmal aber machte Vigier eine Ausnahme. Auf ­seine Zukunft angesprochen, meinte der Kanadier ganz tiefsinnig: «Wer zu weit vorausblickt, der verpasst, was in der Gegenwart passiert.»Was Vigiers Worte mit der ­Kaderplanung beim SCB zu tun haben? Sportchef Alex Chatelain ist einerseits dazu gezwungen, vorauszublicken, anderseits bestrebt, die Gegenwart zu berücksichtigen.

Ein Beispiel gefällig: Ramon Untersander spielt zurzeit ausgezeichnet. Er hat sich zu einem der stärksten Offensivverteidiger in der NLA entwickelt. Derlei Leistungen haben bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten geweckt. Zudem darf sich Untersander nach der Saison allenfalls im WM-Schaufenster präsentieren.

Entsprechend war Chatelain bestrebt, den Verteidiger bereits jetzt, über ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags, langfristig zu binden. Das Ergebnis: Die Zusammenarbeit wurde vorzeitig bis Frühling 2022 verlängert.

Eingeschränkt ist der Spielraum des Sportchefs hingegen in Bezug auf die kommende Saison. Im Prinzip sind im SCB-Kader 2017/2018 noch zwei Positionen vakant, wie der Überblick zeigt.

Torhüter: Keine Fragezeichen

Leonardo Genoni wird auch nächstes Jahr die unbestrittene Nummer 1 sein. Weil Youngster Joël Aebi das Vertrauen von Coach Kari Jalonen nicht geniesst, wird es auf der Backupposition zu einem Wechsel ­kommen. Lausannes Pascal ­Caminada (30) dürfte für zwei Saisons nach Bern wechseln.

Abwehr: Rien ne va plus

Transfers in der Abwehr wird es im Hinblick auf die anstehende Spielzeit keine mehr geben. Sieben Verteidiger dürften gesetzt sein. Die Nachwuchskräfte (Yanik Burren, Tim Dubois, Colin Gerber und Bernd Wolf) sollen stärker integriert werden, als dies in der laufenden Saison der Fall ist.

Angriff: Wer kommt für Plüss?

Chatelain sagt: «In der Abwehr wird etwas Geld frei, dieses möchten wir in den Angriff investieren.» Im Sturm ist Gaëtan Haas (Biel) der einzige Zuzug. Er wird nach dem Abgang von Martin Plüss sogleich in der Verantwortung stehen. Der Sportchef hält noch Ausschau nach einem Spieler, der in den Top-6 eingesetzt werden kann und das Ausländerkontingent nicht belastet.

Liga­intern gibt es kaum Kandidaten. Eine Option ist Nationalspieler Morris Trachsler von den ZSC Lions (Vertrag läuft aus). «Ja, Trachsler ist eine Überlegung wert», sagt Chatelain. Mehr Möglichkeiten gibt es in Übersee: Sven Andrighetto (Montreal), Josh Jooris (Arizona, Schweizer Lizenz) und Christoph Bertschy (Minnesota) sind etwa zu nennen. Tanner Richard wird mit Sicherheit nicht nach Bern kommen.

Je nach Verlauf des Drafts könnte Nico Hischier von seinem künftigen NHL-Klub in Bern «parkiert» werden. Chatelain rechnet nicht mit dem Youngster. «Aber sollte Nico kommen, würden wir ihm die bestmöglichen Bedingungen bieten.»

Ausländer: Nur Ebbett ist fix

Drei Ausländer verfügen über einen Vertrag, aber nur Andrew Ebbett besitzt keine NHL-Ausstiegsklausel. Mark Arcobello und Maxim Noreau könnten bis Mitte Juli abspringen. «Die Gefahr ist bei Arcobello grösser», mutmasst Chatelain. «Ideal wäre es, wenn der vierte Ausländer sowohl Center als auch Flügel spielen könnte.»

Für die Bestimmung ebendieses vierten Ausländers wird sich der Sportchef mindestens bis nach den Playoffs Zeit lassen. Ryan Lasch und Aaron Gagnon können sich in den nächsten Wochen mit sehr guten Leistungen empfehlen. Mit Cory Conacher gibt es Gespräche. Der Kanadier verhandelt aber auch mit Lugano.

Mehr Spielraum 2018

Einen grösseren Schnitt könnte es im Frühling 2018 geben. Dannzumal werden in der Abwehr die Kontrakte von Beat Gerber, Justin Krueger, Calle Andersson und Noreau enden. «Bei ihnen wird ein Kriterium sein, wie sie sich in den Playoffs präsentieren.» Im Angriff werden sechs Verträge auslaufen. Priorität hat die vorzeitige Verlängerung mit dem Trio Simon Moser, Simon Bodenmann und Arcobello. Zudem dürfte für die übernächste Spielzeit die Rückkehr Etienne Froidevaux’ (Lausanne) zum Thema werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.02.2017, 21:05 Uhr

SCB - Servette

Der SC Bern kann sich am Freitag im Heimspiel gegen Servette den Qualifikationssieg sichern. Zwei Runden vor dem Ende der Regular Season beträgt der Vorsprung auf die ZSC Lions vier Zähler. Bei Punktgleichheit sind die Berner im Vorteil. Zürich tritt noch zu Hause gegen Gottéron und in Lugano an; Bern gastiert nach dem Match gegen Genf am Samstag zum Abschluss in Freiburg.

Trainer Kari Jalonen beabsichtigt, dem wiedergenesenen kanadischen Verteidiger Maxim Noreau am letzten Wochenende vor den Playoffs Eiszeit zu geben. Allerdings war der Finne wegen der Ausfälle der Flügel Tristan Scherwey und Simon Bodenmann zuletzt «gezwungen», auf vier ausländische Angreifer zu setzen. Bodenmann und Scherwey waren gestern nicht auf dem Eis. Ihre Playoff-Teilnahme ist aber nicht in Gefahr. «Wir müssen noch schauen, wer einsatzbereit ist», sagt Jalonen. rek

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NLA

50. Runde

25.02.HC Lugano - ZSC Lions3 : 2
25.02.Geneve-Servette HC - EHC Kloten2 : 4
25.02.Fribourg-Gottéron - SC Bern4 : 7
25.02.HC Davos - SCL Tigers6 : 2
25.02.HC Ambri Piotta - Lausanne HC3 : 2
25.02.EV Zug - EHC Biel-Bienne4 : 3
Stand: 25.02.2017 22:19

Rangliste

NameSpSU+U-NG:EP
1.SC Bern5031649160:114109
2.ZSC Lions5026987166:115104
3.EV Zug50283613153:12296
4.Lausanne HC50235121154:13980
5.HC Davos50224420152:13578
6.HC Lugano50196421142:15573
7.Geneve-Servette HC501841117135:14073
8.EHC Biel-Bienne50212324146:14070
9.EHC Kloten501451021142:16262
10.SCL Tigers50164327124:15459
11.Fribourg-Gottéron50125231130:17748
12.HC Ambri Piotta5098528113:16448
Stand: 25.02.2017 22:23

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