Sport

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Eishockey-Experte Lars Weibel zum Playoff-Final

Interview: Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 31.03.2011 3 Kommentare

Der ehemalige Spitzengoalie Lars Weibel (36) blickt voraus auf den Playoff-Final HC Davos gegen Kloten Flyers. Der Eishockey-Experte erwartet eine enge Serie – mit den Bündnern als glückliche Sieger.

Eine vielversprechende Playoff-Serie: Ab morgen stehen sich der HC Davos und die Kloten Flyers im Final gegenüber.

Eine vielversprechende Playoff-Serie: Ab morgen stehen sich der HC Davos und die Kloten Flyers im Final gegenüber.
Bild: Keystone

Umfrage

Wer wird Schweizer Eishockey-Meister?

HC Davos

 
62.9%

Kloten Flyers

 
37.1%

1366 Stimmen


Ehemaliger Spitzengoalie und Eishockey-Experte: Lars Weibel erwartet eine lange Playoff-Final-Serie HCD gegen Kloten.

Artikel zum Thema

Zur Person Lars Weibel

Der am 20. Mai 1974 in Lachen SZ geborene Lars Weibel lernte das ABC des Eishockey-Goalies beim SC Rapperswil-Jona. In der NLA spielte er für den EHC Biel (1992/93), HC Lugano (1993 bis 2000), HC Davos (2000 – 2004), EV Zug (2004 – 2009) und die Kölner Haie (2009/10). Mit Lugano (1999) und dem HCD (2002) wurde Weibel Schweizer Meister, überdies gewann er mit den Bündnern 2000 und 2001 den Spengler Cup.

Der Ausserschwyzer spielte 44-mal für die Schweizer Nationalmannschaft. 1994 wurde er von den Chicago Blackhawks gedraftet, spielte aber nie in der NHL. Heute arbeitet Weibel als Projekt-Leiter bei einer Langenthaler Firma und ist Experte für den Teleclub und das Schweizer Fernsehen.

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Lars Weibel, waren Sie überrascht vom 1:0-Sieg der Kloten Flyers gegen den SC Bern im siebten Playoff-Halbfinal?
Im Nachhinein ist es immer einfach zu sagen, man habe recht gehabt. Aber wir haben bei uns gestern im Büro vor dem Spiel das Schlussresultat diskutiert. Ich sagte zu meinen Arbeitskollegen: Alle sehen den SCB als Sieger, zumal im Playoff noch nie eine Schweizer Mannschaft nach drei verlorenen Partien in Folge das siebte Duell für sich hat entscheiden können. Ich konnte mir aber vorstellen, dass Kloten es doch noch schaffen würde. Aber warum ich das orakelt habe, weiss ich eigentlich nicht. Ansonsten liege ich mit meinen Prognosen chronisch falsch.

Was gab den Ausschlag zugunsten der Flyers?
Die taktische Disziplin war ein wesentlicher Faktor. Die Flyers haben zudem den Mut zu einem einfachen Spiel gezeigt, was im eigenen Stadion nicht selbstverständlich ist. Und sie haben auch die Details besser ausgeführt. Ich habe selten gesehen, dass die Klotener gegen die grossen starken «Bären» so viele Checks ausführten wie gestern Abend. Ich habe auch das Gefühl, dass Klotens Spieler von ihren Trainern absolut richtig auf diese Partie eingestellt wurden.

Morgen Donnerstag geht es bereits weiter mit dem ersten Final-Duell in Davos. Ist die kurze Ruhezeit ein Handicap für die Zürcher Unterländer?
Für den weiteren Verlauf der Serie, also für die Duelle Nummer 4, 5, 6 oder 7, ist es ein Nachteil. Für die ersten drei Begegnungen sehe ich einen Vorteil für Kloten.

Warum soll das ein Vorteil sein für jenen Halbfinalisten, der sieben Halbfinals in den Knochen hat?
Die Klotener haben jetzt einen guten Lauf. Sie haben auch das Selbstvertrauen wiedergefunden. Sie wissen genau: Wir sind im sogenannten Gameplan, wir müssen so weitermachen wie zuletzt in Spiel 7 gegen den SCB. Und: Sie müssen nichts ändern.

Davos dagegen hat seit längerer Zeit keinen Ernstkampf mehr bestritten. Die Spieler beginnen nach einer Woche ohne Match im Kopf zu überlegen. Es tauchen Fragen auf wie: Finden wir sofort den Rhythmus wieder? Solche Details spielen eine wichtige Rolle, sie können die mentale Verfassung beeinflussen.

Die lange Pause, die sich der HCD nach zwei klaren 4:0-Siegen im Viertelfinal und Halbfinal erschaffen hat, könnte sich also als Bumerang erweisen?
Jein – wird es eine ausgeglichene Serie über 7 Partien geben, so wird die Frische der Davoser zu einem vorteilhaften Faktor. Aber die längere Pause des HCD wird nicht zu einem Vorteil zu jedem Zeitpunkt der Serie. Gerade zu Beginn des Playoff-Finals könnte ich mir vorstellen, dass Kloten in Sachen Rhythmus Vorteile hat, während die Bündner diesen zuerst finden müssen. Für den HCD könnte aber die Tatsache, dass er in diesem Playoff weniger Spiele bestritten und damit über mehr Ruhezeiten verfügt hat, eine Langzeitinvestition sein.

Was spricht in dieser Finalserie für Davos, was für Kloten?
Für die Flyers spricht, dass sie schon ein Déjà-vu gegen den HCD gehabt haben und nicht ein zweites Mal den Final verlieren wollen (Anm. d. Red: Im Final 2009 setzte sich der HCD mit 4:3 Siegen gegen Kloten durch). Die Zürcher haben seit damals einen weiteren Reifeprozess durchgemacht. Sie sind solider geworden. Kloten ist neben dem HCD momentan die konstanteste Schweizer Mannschaft. Vor zwei Jahren waren die Zürcher selbst ein wenig überrascht, dass sie im Playoff-Final standen. Inzwischen sind viel mehr Ruhe und Kontinuität ins Team eingekehrt. Darum können es die Flyers in diesem Jahr durchaus schaffen.

Für die Davoser sprechen ähnliche Faktoren. Sie sind in den letzten zwei Jahren noch einmal einen Schritt weitergekommen. Die jüngeren Spieler haben sich noch besser integriert und sind den Führungsspielern punkto Klasse näher gekommen. Und Goalie Leonardo Genoni hat gegenüber 2009 noch zwei Schritte nach vorne gemacht.

Stichwort Torhüter: Beim Duell HC Davos gegen Kloten stehen sich mit Leonardo Genoni gegen Ronnie Rüeger die besten Goalies des Landes gegenüber …
Wenn man die ganze Saison betrachtet, so sind Genoni und Rüeger die beiden besten Torhüter des Landes. Bei Ronnie weiss man eigentlich, was man hat. Für ihn spricht die grosse Erfahrung. Er wird noch ruhiger an diesen Final herangehen.

Aber Leonardo hat extrem aufgeholt, nicht nur was seine Leistungen auf dem Eis betrifft, sondern auch wegen seines Auftretens. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie reif er schon für sein Alter ist. Das finde ich eine ausgesprochen spannende Konstellation in diesem Final: Jung gegen Alt, und doch sind die beiden Typen so ähnlich. (Anm. d. Red.: Genoni ist 23-jährig, Rüeger ist 38).

Ihr Tipp für diese Finalserie?
Ich gebe ungern einen Tipp ab. Es ist wirklich schwierig in dieser Serie. Aber ich wage nun trotzdem die Prognose: Sieg in Spiel 7 für Davos – nach einer Overtime.

Wie schätzen Sie bisher diesen Playoff-Frühling ein?
Es ist bisher ein aussergewöhnliches Playoff gewesen, nur schon weil Langnau erstmals teilgenommen hat. Das Berner Derby war von der Affiche her speziell. Aber das Playoff ist in diesem Jahr gemächlich gestartet. Im Halbfinal hat es dann gute Spiele gegeben. Die Qualität und das Niveau der Partien sind innerhalb der Serie Kloten gegen SCB gestiegen.

Ich verfolge das Playoff erstmals von aussen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der endgültige Siegeswille noch nicht so wirklich vorhanden ist. Aber vielleicht spüre ich das einfach, weil ich früher als Aktiver immer das Gefühl hatte: Das ist Krieg gewesen. Und heute – das ist keinesfalls negativ gewertet – habe ich den Eindruck, dass man den Gegner sehr respektiert. Man will ihn nicht töten, sondern mit fairen Mitteln im Rahmen der Regeln bezwingen. Das beweist eine gesunde sportliche Einstellung.

Ich vermisse allerdings ein wenig die Härte. Aber schliesslich wollen wir alle auch gutes Eishockey sehen und nicht nur Kampf. Von diesen Gesichtspunkten aus gesehen, glaube ich, dass im Verlauf des Playoffs die gute Mischung zwischen Kampf und Attraktivität gefunden worden ist.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2011, 14:15 Uhr

3

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

3 Kommentare

Simon Kaiser

30.03.2011, 14:42 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Dann gebe ich auch mal einen Tipp ab: Davos in höchstens 6 Spielen. Eher in 4 oder 5. Antworten


Dan Horber

30.03.2011, 14:36 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Obwohl Kloten-Fan halte ich Davos aktuell für die bessere Mannschaft. Doch in den Playoffs gelten andere Gesetze. Und Statistiken verlieren ihren Wert ohnehin beim Anpfiff. Übrigens: 2009 wurde Davos gegen Kloten Meister, obwohl sie im 1/4-, 1/2- und Final jeweils über 7 Spiele gehen mussten! Den 7. Match gewannen sie notabene auswärts, nachdem sie zuvor in der Verlängerung zu Hause 0:1 verloren. Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 22:26
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre