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Ein Spiel für die Fans, nicht für die Trainer

Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 01.10.2011 23 Kommentare

Der SC Bern hat das offensiv und hart geführte Kantonalderby gegen die SCL Tigers vor 16 038 Zuschauern 7:3 gewonnen. Jean-Pierre Vigier buchte fünf Skorerpunkte.

Voller Einsatz hinten und vorne: Marc Reichert (im Bild checkt er Langnaus Joel Perrault) füllt beim SC Bern zurzeit eine Doppelrolle aus.

Voller Einsatz hinten und vorne: Marc Reichert (im Bild checkt er Langnaus Joel Perrault) füllt beim SC Bern zurzeit eine Doppelrolle aus.
Bild: Andreas Blatter

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Marc Reichert: «Ich erschrecke nicht mehr, wenn mir Larry Huras auf die Schulter tippt»

SCB-Stürmer Marc Reichert hat gestern zwei Tore erzielt – und danach einmal mehr in der Verteidigung ausgeholfen.

Marc Reichert, hat Ihnen Johann Morant die Chance auf den Hattrick genommen?

Marc Reichert: (schmunzelt) Das ist eine spekulative Frage. Johann hat ein Zeichen gesetzt und seine Sache bei der Schlägerei sehr gut gemacht. Insofern bin ich nach seinem Ausschluss gerne in der Abwehr eingesprungen.

Wie gut passt Ihnen die derzeitige Jokerrolle als «Springer» zwischen Sturm und Abwehr?

Es ist sehr spannend, ich muss flexibel sein. Immer wenn Licht am Horizont erscheint beziehungsweise ein Verteidiger ins Team zurückkehrt, fällt ein anderer aus. Ich hoffe, dass diese Pechsträhne bald endet. Aber ich helfe gerne hinten aus und spiele dort, wo mich der Coach braucht.

Wie schwierig ist es, sich während einer Partie plötzlich neu ausrichten zu müssen?

In den ersten Spielen war es ungewohnt, aber ich habe gelernt, damit umzugehen, und erschrecke nicht mehr, wenn mir Larry Huras auf die Schulter tippt und sagt, ich solle nach hinten. Diesbezüglich bin ich nun routiniert.

Und wie würden Sie den Verteidiger Reichert beschreiben?

Er hat sicher noch viel Potenzial und muss noch viel lernen (schmunzelt), das ist klar. Im Grossen und Ganzen ist es bisher sicher nicht schlecht gegangen.

Als Stürmer haben Sie in den letzten zwei Partien drei Tore erzielt – für das Selbstvertrauen ist dies sicherlich Gold wert.

Jedes Tor ist Gold wert – vor allem für unsere Linie. Es ist wichtig, platzte der Knoten, Vigier und ich hatten letztes Jahr über weite Strecken geknorzt. Jean-Pierre und Ryan Gardner haben gegen die Tigers einen überragenden Match gespielt.

Haben Sie in der Spielausrichtung etwas geändert?

Nein, wir spielen alle denselben Stil, wollen den Gegner früh unter Druck setzen, «nüschele» aber auch gerne in den Ecken des Spielfelds umher. Während der Partie haben wir uns auf der Bank gesagt: «Hey, nun haben wir Tore erzielt, ohne vorher den Umweg über die Ecken zu machen. Das macht eigentlich Spass und ist weniger anstrengend.» Jedenfalls lief es uns ganz gut (lacht).

Was erwarten Sie im Hinblick auf das Samstagsspiel in Zug?

Zug ist stark gestartet und brandgefährlich. Aber wir werden uns nicht verstecken. Es ist immer eine Herausforderung, sich mit den Besten der Liga zu messen. rek

Es war ein Derby ganz nach dem Gusto der meisten Fans in der Postfinance-Arena – nicht nur, weil der Gastgeber 7:3 triumphierte. Der SC Bern und die SCL Tigers boten ein Eishockeymenu mit reichlich Zutaten. Kernige Checks, harte Schüsse, spektakuläre Kombinationen wurden ebenso beigemischt wie haufenweise hochkarätige Torchancen. Gewürzt wurde das Ganze mit einer Prise Gewalt, als der bullige SCB-Verteidiger Johann Morant Langnaus Topskorer Pascal Pelletier in einem Faustkampf nach Punkten besiegte. Pelletier hatte schon beim letzten Auftritt in Bern in einer Schlägerei den Kürzeren gezogen, in den Playoffs gegen den mittlerweile in Schweden engagierten Lee Goren.

Esche selbstkritisch

Dass sich sein Team bereits nach wenigen Minuten der taktischen Fesseln entledigte und sich deshalb gegen den spielerisch stärkeren Favoriten ein rasantes Hin-und-her entwickelte, konnte nicht im Sinn von Tigers-Coach John Fust sein. «Wir spielten nicht so, wie wir uns vorgenommen hatten», meinte Fust. «Der verrückte Start mit fünf Toren bei Vollbestand war nicht ideal. Wir begingen Fehler, und die Berner profitierten davon.» Dass die Emmentaler unbewusst den offensiven Hochseilakt wagten, ohne über das nötige Sicherheitsnetz zu verfügen, hatte auch mit der Leistung ihres Goalies zu tun. Der bisher oft überragende Robert Esche liess sich von Jean-Pierre Vigier schon nach 156 Sekunden aus unglaublich spitzem Winkel düpieren und in der 12. Minuten von Ryan Gardner zwischen den Schonern erwischen. «Alles, was ich anpackte, ging schief», gab der Amerikaner zu. Wegen der Missgeschicke ihres Torhüters mussten die Besucher fast während der ganzen Spielzeit einem Rückstand nachrennen. Esche wurde freilich von seinen Teamkollegen oft nur ungenügend unterstützt, trotzdem suchte er keine Ausreden. «Das Hauptproblem war ich; ich lieferte schlicht eine schlechtePartie.»

Der SCB nutzte die Freiheiten leidlich aus und kam, obwohl die Akteure ihre Pflichten in der Defensive häufig vernachlässigten, zu einem ungefährdeten Erfolg –es war notabene der sechste in Folge gegen Langnau. Mann des Spiels war der Kanadier Vigier, der nicht nur das 1:0 erzielte, sondern auch noch vier Treffer vorbereitete. Larry Huras freute sich zwar über «die für einmal hohe Effizienz vor dem gegnerischen Tor», doch der SCB-Cheftrainer hielt auch fest: «Es war sicher nicht unsere beste Leistung, wir begingen zu viele Fehler.»

Gustafsson verletzt

Es war ein Derby, das die nach Spektakel dürstenden Fans begeisterte, aber die nach taktischer Disziplin trachtenden Coaches nicht zufriedenstellte. Ob die gestrige Spielweise des SCB dazu angetan ist, heute auch im Spitzenkampf in Zug gegen den punktgleichen Leader zu reüssieren, ist jedenfalls höchst unsicher. Der EVZ schlug gestern die Kloten Flyers 7:6 nach Penaltyschiessen.

Die Langnauer verloren nicht nur das Derby, sondern auch Center Anton Gustafsson, der durch einen Check John Fritsches eine Hirnerschütterung erlitt. Viel Zeit, die Wunden zu lecken, bleibt den Tigers nicht. Heute müssen sie die Rapperswil-Jona Lakers schlagen, sonst geraten die Emmentaler im Kampf um einen Playoff-Platz schon ins Hintertreffen. «Vielleicht brauchen wir genau diesen Druck, damit wir eine Topleistung abrufen können», sagte Fust. Erfüllt sich seine Hoffnung, wird das in der Ilfishalle servierte Menu heute nicht nur den Fans munden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 01.10.2011, 09:37 Uhr

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23 Kommentare

friedrich jenzer

12.12.2011, 15:28 Uhr
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Glauben die YB Herren wirklich es bessert sich etwas ??? Lieber jetzt noch vor Weihnachten ein Abgang von verschiedenen Herren mit Einbussen finanziell als noch drei Jahre so ein GEJAMMER anzuhören von Känzig Gross etc fehlt nur noch der Oertig mit seinem SENF also jetzt und nicht erst nächste Saison und auch bei den Spielern gehts um nichts mehr nur um Ihre Gehälter die sind eh zu hoch SUPERPHASE Antworten


Roderick von Kauffungen

12.12.2011, 08:32 Uhr
Melden

YB versinkt zur Zeit in biederes Mittelmass. Gegenüber der Vorjahreszeit ein Rückschritt. Trotz Gross. Der wird sich aber kaum beirren lassen. Jetzt müssen die Verantwortlichen das Konzept durchziehen. Was sonst? Schlimmer ist das dümmliche Gequatsche der Verteidiger zündelnder und feig-vermummter Pyro-Idioten. Zumindest neue Offensivkräfte und das Ende des peinlichen Pyro-Taktierens sind nötig.. Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 22:24
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Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0516:15Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0512:15Federer - Kamke
28.0513:30Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
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