«Du kannst innert zwei Wochen alles verlieren»

SCB-Sportchef Alex Chatelain spricht über das 4:1 in der Serie gegen Biel und sagt im Hinblick auf den Halbfinal: «Es muss unser Ziel sein, sämtliche Linien auf Betriebstemperatur zu bringen.»

Die Ruhe nach dem Sturm in der Postfinance-Arena: Sportchef Alex  Chatelain sagt, nach dem Sieg über Biel sei «die Erleichterung gross».

Die Ruhe nach dem Sturm in der Postfinance-Arena: Sportchef Alex Chatelain sagt, nach dem Sieg über Biel sei «die Erleichterung gross». Bild: Andreas Blatter

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Es gibt da diese Zahlenspielerei, die in Bern seit Jahren irgendwo in den Köpfen herumgeistert. Wer also das letzte Dutzend ­NLA-Saisons berücksichtigt, der kommt zum Schluss: Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass der Qualifikationssieger im Viertelfinal ausscheidet, als dass er Meister wird.

In den letzten zwölf Jahren war die beste Mannschaft der Regular Season ihrer Favoritenrolle im Viertelfinal stolze fünfmal nicht gewachsen. Und in jeden Fall war der SC Bern involviert: Zweimal besiegte er als Aussenseiter den Erstplatzierten (Lugano 2005, Zürich 2016), dreimal scheiterte Bern als Qualifikationssieger (Kloten 2006, Gottéron 2008, Zug 2009).

«Solche Erinnerungen bleiben irgendwie haften», sagt SCB-Sportchef Alex Chatelain, «deshalb ist die Erleichterung gross, konnten wir nun die erste Hürde überspringen.»

Nach dem 4:1-Erfolg im Viertelfinal gegen Biel sagt Chatelain, die Ausgangslage habe seiner Mannschaft das Leben schwer­ge­macht. «Du kannst innert zweier Wochen alles verlieren, was du dir in der Qualifikation erarbeitet hast. Ja, wir hatten Druck, vielleicht waren wir etwas nervös. Das können wir nicht wegdiskutieren. Die Serie verlief enger, als das Resultat vermuten lässt.»

Die individuelle Klasse

Letztlich war es ein Sinnbild, verloren die Seeländer am Dienstag das fünfte Spiel (zu) deutlich 1:4, obwohl sie ihre beste Leistung gezeigt hatten. Biel spielte gut, kam zu Chancen, der SCB reüssierte. Er verfügte mit Leonardo Genoni über den besseren Torhüter und dank Mark Arcobello (6 Punkte) und Andrew Ebbett (8) über das bessere Ausländerpaket. «Die individuelle Klasse machte den Unterschied», sagt Chatelain.

116 Minuten Arcobello

Ab Dienstag misst sich der Meister im Halbfinal entweder mit Lugano – sofern die Tessiner die Serie gegen Zürich für sich entscheiden – oder mit Davos. Steigerungspotenzial existiert allenthalben, der Sportchef nennt etwa das Überzahlspiel. Zudem existieren Fragezeichen in Bezug auf die Kaderbreite. Sie war in den vergangenen Playoffs der grosse SCB-Trumpf.

Doch Trainer Kari Jalonen lässt am liebsten die ­besten Pferde galoppieren. In Zahlen ausgedrückt: Die Viertlinienstürmer Marco Müller, Gian-Andrea Randegger und Alain Berger totalisieren nach dem Viertelfinal 107 Minuten und 34 Sekunden Eiszeit. Damit erreicht das Trio nicht einmal die «Arbeitszeit» von Arcobello (116 Minuten, 31 Sekunden). Chatelain sagt: «Es muss unser Ziel sein, sämtliche Linien auf Betriebstemperatur zu bringen.»

Immerhin: Das Gespenst der Viertelfinalblamage wurde aus der Postfinance-Arena vertrieben. Ab sofort können sich die Berner mit dem zweiten Teil der eingangs erwähnten Statistik befassen: In den letzten zwölf Saisons ist der Qualifikationssieger zwar fünfmal in der ersten Runde gescheitert – er hat aber auch viermal den Titel geholt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.03.2017, 08:14 Uhr

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