Die Tigers trotzen auch dem Rekordmeister
Von Philipp Rindlisbacher. Aktualisiert am 05.01.2011 1 Kommentar
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Ein Debütant, ein Jubilar und ein Goalie sorgten aufseiten der SCL Tigers im Vergleich gegen Davos für Aufsehen. Stürmer Carl Anton Gustafsson bestritt sein erstes, Verteidiger Jörg Reber sein 500.NLA-Spiel. Und Urban Leimbacher stand bis auf weiteres wohl zum letzten Mal in der höchsten Spielklasse zwischen den Pfosten. Das Trio steuerte seinen Teil zum viel umjubelten 4:3-Auswärtssieg bei; insbesondere Oltens Leihgabe Leimbacher, der zum vierten Mal den mit der U-20-Nationalmannschaft in den USA weilenden Benjamin Conz vertrat, vermochte zu gefallen. In der hektischen Schlussphase bewahrte er seine Equipe mit zahlreichen, teils unkonventionellen Paraden vor der drohenden Verlängerung.
Gustafssons Debüt
Gestartet waren die Tigers optimal: Aurelio Lemm schoss nach 125 Sekunden als erster Langnauer aufs Davoser Tor – und war sogleich erfolgreich. In der Folge entwickelte sich ein attraktiver offensiver Schlagabtausch, das zuweilen desorganisiert wirkende Heimteam vermochte defensive Mängel nicht zu verbergen. In der 29.Minute nutzte die Equipe John Fusts einen krassen Davoser Fehler aus, Claudio Moggi traf in Unterzahl zum 3:1. Nach dem Powerplaytor Simon Mosers (44.) schien das Spiel entschieden, die Bündner verkürzten gegen die läuferisch zunehmend unterlegenen Emmentaler aber noch auf 3:4. Mit Leidenschaft und dem nötigen Glück (Bednar traf nur die Latte) verteidigten die clever agierenden Gäste den knappen Vorsprung. Der Sieg war aber durchaus verdient.
Bei den Langnauern fehlten mit Daniel Steiner, Sven Helfenstein und Andreas Camenzind drei gestandene Angreifer, so kam Carl Anton Gustafsson unerwartet früh zu seiner Premiere im Tigers-Trikot. Der 20-jährige Schwede, welcher seit Wochenfrist im Emmental weilt, ist der Sohn Bengt-Ake Gustafssons, der die ZSC Lions trainiert und zwischen 1999 und 2001 in Langnau an der Bande stand. Damals ging Carl Anton für die Young Tigers auf Torjagd – weil er im Besitz einer Schweizer Lizenz ist, belastet er das Ausländerkontingent nicht. Der mehrfache Junioren-Nationalspieler wurde 2008 von den Washington Capitals in der 1.Runde gedraftet; auch aufgrund mehrerer kleiner Blessuren hat er sich bisher nicht in der NHL etabliert. Nach einem erneuten Rückschlag im Herbst verliess er die USA frustriert Richtung Heimat. Die Vereinsleitung goutierte dieses Vorgehen nicht, sperrte Gustafsson auf unbestimmte Zeit. Nun ist den Langnauern gelungen, die Aufhebung des Spielverbots zu erwirken.
Gegen Davos fügte sich Gustafsson nahtlos ins starke Langnauer Kollektiv ein; flankiert von Brendan Brooks und Lukas Haas leitete er den sehenswerten 2:1-Führungstreffer Haas’ ein (16.). Ansonsten konzentrierte sich der Center primär auf defensive Aufgaben. «Man sollte ihn nicht zu stark unter Druck setzen; er ist jung, durchlebte eine schwierige Phase und hat in den letzten Monaten nicht seriös trainieren können», konstatierte John Fust. Gustafsson habe viel Arbeit vor sich, sowohl im physischen als auch im mentalen Bereich. Es sei aber augenfällig, dass er über grosses Potenzial verfüge.
Kampf ums Vertrauen
Mit dem fünften Erfolg in Serie haben die SCL Tigers Rang 5 gefestigt und einmal mehr bewiesen, dass sie auch auf fremdem Eis an einem guten Abend den Spitzenteams Paroli bieten können. Der erstaunlich gut Schweizerdeutsch sprechende Gustafsson erklärte derweil, dass er sehr glücklich sei, für Langnau spielen zu dürfen. «Ich habe hier eine schöne Woche verbracht, viele bekannte Gesichter getroffen.» In Nordamerika habe er dagegen eine Odyssee erlebt, mehrmals wurde er zwischen den Farmteams Washingtons hin und her geschoben. Die Capitals besitzen nach wie vor sämtliche Rechte am Stürmer. Gustafsson wünscht sich, für einmal eine längere Zeit beim gleichen Verein spielen zu dürfen. «Ich hoffe, dass mir die Langnauer Vertrauen entgegenbringen. Dieses habe ich in meiner Karriere zuletzt vermisst.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 05.01.2011, 07:34 Uhr
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1 Kommentar
Seit Jahren habe ich auch immer ein Auge auf die NHL. Für mich ist diese Organisation sehr unsozial. Ich staune immer wieder dass die Jungen dieses fasziniert. Ich kann A. Gustafsson bestens nachfühlen wie man sich fühlt hin und her geschoben zu werden. Hoffe er findet in Langnau seine Hockeyheimat und kompetente Verantwortliche, die sein tolles können schätzen und Fans die Freude an Ihm haben. Antworten
