«Die Krise hat nichts mit dem Trainer zu tun»
Von Adrian Ruch. Aktualisiert am 09.01.2012 1 Kommentar
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NLA
50. Runde
| 25.02. | Bern - Ambri | 1 : 4 |
| 25.02. | Biel - Davos | 1 : 4 |
| 25.02. | Kloten Flyers - Fr. Gotteron | 3 : 2 |
| 25.02. | SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers | 1 : 3 |
| 25.02. | ZSC Lions - Servette | 3 : 0 |
| 25.02. | Zug - Lugano | 0 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U+ | U- | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Zug | 50 | 24 | 8 | 10 | 8 | 173:131 | 98 |
| 2. | Davos | 50 | 27 | 7 | 3 | 13 | 155:117 | 98 |
| 3. | Fr. Gotteron | 50 | 26 | 6 | 4 | 14 | 156:120 | 94 |
| 4. | Kloten Flyers | 50 | 27 | 2 | 6 | 15 | 158:117 | 91 |
| 5. | Bern | 50 | 23 | 6 | 6 | 15 | 153:130 | 87 |
| 6. | Lugano | 50 | 21 | 5 | 6 | 18 | 152:150 | 79 |
| 7. | ZSC Lions | 50 | 19 | 8 | 4 | 19 | 136:129 | 77 |
| 8. | Biel | 50 | 19 | 4 | 3 | 24 | 114:128 | 68 |
| 9. | Servette | 50 | 16 | 5 | 9 | 20 | 117:126 | 67 |
| 10. | SCL Tigers | 50 | 13 | 5 | 3 | 29 | 124:166 | 52 |
| 11. | Ambri | 50 | 10 | 6 | 7 | 27 | 102:153 | 49 |
| 12. | Rapperswil-Jona Lakers | 50 | 12 | 1 | 2 | 35 | 99:172 | 40 |
Der SC Bern hat nach fünf Niederlagen in Serie wieder einmal gewonnen. Ist Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen?
Marc Lüthi: Nein, mir nicht, aber wohl der Mannschaft nach dem 1:0. Im ersten Drittel wirkten die Spieler noch nervös, aber immerhin agierte die Mannschaft solid. Nach dem Führungstreffer spielte sie, wie ich es mir vorstelle. Im letzten Drittel brachte der SCB den Sieg souverän nach Hause.
Am Anfang machten viele Spieler einen äusserst verunsicherten Eindruck. Machten Sie sich in der ersten Pause Sorgen?
Nein. Die Mannschaft hat sich selber ins Schlamassel geritten und soll sich jetzt auch selber aus dem Dreck ziehen. Wie Sie wissen, entliessen wir Larry Huras nicht wegen anhaltender Erfolglosigkeit, sondern weil der SCB derart unattraktiv spielte, dass uns die Zuschauer in Scharen davonliefen. Aber unsere Prioritäten haben sich nicht geändert: Erstens wollen wir gewinnen, zweitens wollen wir möglichst oft auf attraktive Weise gewinnen.
Trotz dem 5:1 gegen Biel können Sie nicht abstreiten, dass das Team spielerisch derzeit in einer Krise steckt.
Man muss einmal aufhören mit dem verfluchten Negativismus. Auch die anderen Spitzenklubs überzeugen nicht immer. Man kann von der Mannschaft schlicht nicht verlangen, dass sie von A bis Z jeden Match mit Glanz und Gloria gewinnt. Vor den fünf Niederlagen hatte die Mannschaft mehrere sehr gute Partien geliefert und bewiesen, wozu sie in der Lage ist. Jetzt hat sie den Auftrag, sich selber aus der misslichen Lage zu befreien. Der Sieg gegen Biel war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen der zweite und der dritte Schritt folgen.
Haben Sie die Entscheidung, den Trainer zu wechseln, nachträglich nie infrage gestellt?
Nein!
Ist der Unterhaltungswert höher geworden, seit Antti Törmänen das Team trainiert?
Wir spielen ein etwas anderes Eishockey, das grundsätzlich attraktiver ist. Aber der Systemwechsel bedingt, dass man sich viele Automatismen neu erarbeitet Zum Teil verlor das Team auf unnötige, dumme Weise, zum Beispiel gegen Zug. Das war ärgerlich, aber viel schlimmer war für mich, nach dem Match gegen Servette von Spielern zu hören, sei seien zu wenig hungrig gewesen – da wird mir schlecht. Ich kann nicht verlangen, dass jeder Pass ankommt, aber ich kann verlangen, dass jeder jeden Tag mit vollem Engagement ans Werk geht. In Freiburg und gegen Biel stimmte die Einstellung wieder.
Fünf Niederlagen in Folge für den SCB gibt es sehr, sehr selten. Haben Sie sich überlegt, die Notbremse zu ziehen?
Nein, nie!
Der Job von Törmänen ist also nicht in Gefahr, obwohl ein weiterer Trainerwechsel verhältnismässig günstig wäre.
Die Krise hat rein gar nichts mit dem Trainer zu tun. Unsere Mannschaft besteht aus Routiniers mit grosser Erfahrung und aus jungen, aufstrebenden Spielern – die Mischung stimmt. Wir haben alle Zutaten in der Mannschaft, die es braucht, damit wir erfolgreich sein können. Wir haben schon gesehen, was das Team leisten kann. Aber im Komfortmodus kann man nicht gewinnen, dazu ist die Liga zu stark. Noch einmal: Die Mannschaft ist jetzt gefordert, sich selber aus dem Dreck zu ziehen. Es braucht in jedem Spiel 100 Prozent Einsatz.
Sind Sie überzeugt, dass der SCB bis zu den Playoffs wieder in Fahrt kommt?
Die Spieler hatten genug Zeit, sich an die Spielweise zu gewöhnen. Sie haben schon gezeigt, dass sie gutes, erfolgreiches Eishockey zeigen können
Sie sind im Hinblick auf die Playoffs also zuversichtlich.
Ja. Wenn sich die Mannschaft stabilisiert und pro Partie im Schnitt mindestens zwei Punkte holt, bin ich überzeugt, dass sie auch in den Playoffs funktioniert. In dieser Mannschaft hat es alles, was es für den Erfolg braucht. Das gilt vorbehältlich grossen Verletzungspechs.
Haben Sie während der Niederlagenserie zu den Spielern gesprochen und an deren Verantwortungsgefühl appelliert?
Nein, ich habe keine Lust mehr einzugreifen. Wir haben genug Routiniers und Leaderfiguren, die wissen, worum es geht. Und jetzt geht es darum, ich wiederhole mich, dass sich die Mannschaft selber aus dem Dreck zieht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.01.2012, 06:22 Uhr
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1 Kommentar
Ja richtig so! Lüthi hat völlig recht , Bern hat gut bezahlte Profis und die sollten sich selber an der Nase nehmen wenn der Einsatz von jedem einzelnen nicht stimmt. Jeder sollte eigentlich stolz genug sein, einem solchen Publikum und Arbeitgeber nur das beste zu geben. Uebrigens stehe ich voll und ganz hinter Lüthis Entscheiden. Antworten

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